Der Arzt Jeffrey Long liefert hier ein Meisterwerk wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse über Nahtoderfahrungen. Wer wissen will, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, sollte das Buch lesen.
Über den Inhalt des Buches wurde in anderen Rezensionen ja schon ausführlich berichtet, daher erspare ich das jetzt dem Leser. Auch halte ich es nicht für sinnvoll, bei Rezensionen tiefergehende Glaubensfragen zu diskutieren.Ich beschäftige mich schon seit 30 Jahren mit diesem Thema und habe darüber schon sehr viel gelesen und gesehen. Das Buch ist definitiv höchst interessant für alle, die schon mit der Thematik vertraut sind, aber auch für "Neulinge". Es ist strukturiert aufgebaut und der Autor versucht alle Aspekte in dieser Thematik zu erfassen: Persönliche Erfahrungen, wissenschaftliche Erkenntnisse, medizinische Fakten und bisherige Erkenntnisse zu Nathtoderfahrungen. Was mich ein wenig stört, ist der eindeutige Versuch des Autors, den Leser überzeugen zu wollen, denn obwohl ich selbst überzeugt bin, halte ich dies nicht für klug, vor allem dann nicht, wenn man fundierte wissenschaftliche Arbeit leisten möchte. Im Hinblick darauf, habe ich mich auch mit der im Buch genannten Internet-Seite vertraut gemacht (...). Dort finden sich leider einige hanebüchene Übersetzungen von Nahtoderfahrungen, was die Seriosität gehörig trübt. Auch scheint es mir fraglich, ob es aufgrund des Fragebogens (so ausgeklügelt er auch sein mag) möglich ist, die "Spreu vom Weizen" zu trennen. Unklar ist auch, wie Kinder in der Lage sein sollen, sehr komplexe Fragen des Fragebogens zu analysieren und zielführend zu beantworten (hatten sie den selben Fragebogen wie Erwachsene?).Auf der NDERF-Seite kommt es bei den im Internet geschilderten Erfahrungen auch vor, dass eine Vermischung von Nahtoderfahrungen und Erlebnissen die im engeren Sinne nichts mit einer Nahtoderfahrung zu tun haben, stattfindet (Erfahrungen mit ähnlichen Bildern und Verläufen ohne unmittelbare körperliche Todesgefahr). Das dürfte eigentlich keinesfalls passieren, denn es handelt sich hier um zwei völlig unterschiedliche Ausganssituationen, und dabei will ich diese Erlebnisse keinesfalls schmälern (ich hatte selbst schon solche), aber sie haben dort definitiv nichts zu suchen. Nichtsdestotrotz sollte man aufgrund dessen nun den Autor und seine Arbeit nicht gänzlich in Frage stellen, denn es bleibt noch genug übrig, von dem es sich lohnt, sich damit zu beschäftigen, bzw. im Buch und auf der Internetseite über die Arbeit von Dr. Jeffrey Long zu lesen, schon allein deshalb, weil seine Arbeit sehr umfangreich ist. Selbst unter Berücksichtung der oben genannten Kritikpunkte bleiben doch noch sehr viele beeindruckende Fakten dieser umfassenden Dokumentation. Allerdings kann sich jeder Mensch nur dann eine möglichst klare Meinung zu einem Thema bilden, wenn ihm dafür möglichst umfangreiche, aber eben auch seriöse Informationen zur Verfügung stehen. Leider scheint das manchmal etwas zweifelhaft.. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Bücher von Dr. Raymond A. Moody auf dem Gebiet der Nahtoderfahrungen unübertroffene Pionierarbeit geleistet haben. Daher würde ich "Neulingen" diese Bücher wärmstens empfehlen, auch wenn sie schon etwas älter sind.