Nominiert für den Man Booker Preis: Der grandiose literarische Thriller vom schottischen Shootingstar. August 1869: Ein verschlafenes Bauerndorf an der Westküste Schottlands wird von einem brutalen Dreifachmord erschüttert. Der Täter ist rasch gefunden. Doch was trieb den 17-jährigen Roderick Macrae, Sohn eines armen Landwirts, dazu, drei Menschen auf bestialische Weise zu erschlagen? Während Roddy im Gefängnis auf seinen Prozess wartet, stellen die scharfsinnigsten Ärzte und Ermittler des Landes Nachforschungen an, um seine Beweggründe aufzudecken. Ist der eigenbrötlerische Bauernjunge geis teskrank? Roddys Schicksal hängt nun einzig und allein von den Überzeugungskünsten seines Rechtsbeistandes ab, der in einem spektakulären Prozess alles daransetzt, Roderick vor dem Galgen zu bewahren.
Bewertungen & Erfahrungen
4,2 von 5
5 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion02.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein faszinierender und packender literarischer Thriller, der mich vom ersten bis zum letzten Satz fesselte. Obwohl er historisch angesiedelt ist, lebt die Spannung und die psychologische Tiefe des Falles Roderick Macrae sehr lebendig.
Redaktion02.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieser beängstigende und fesselnde Thriller von Graeme Macrae ist absolut grandios und hat mich vom ersten bis zum letzten Satz in seinen Bann gezogen. Ein wahrhaft literarisches Meisterwerk, das man unbedingt lesen sollte!
Ein grandioses Werk! G. M. Burnet versteht es sehr geschickt, den Plot auszubreiten, so dass man sich regelmäßig fragt: "Was ist hier eigentich Fiktion? Und was sind zitierte Originalquellen?" Der Autor schafft es zudem, sein Buch höchst spannend anzulegen, so dass dieses Buch auch und im besonderen ein klasse Thriller ist.Und wer sich zudem für einen detaillierten Einblick ins historische Sozialgefüge der schottischen Highlands interessiert, dem sei dieses Buch auch sehr empfohlen. Wie sehr das "einfache Bauernvolk" (die "Crofters") vom Landadel geknechtet wurde, illustriert der Roman auf erschreckend anschauliche Weise.Ein also in mehrfacher Hinsicht höchst lesenswertes Buch! (Toll, dass nunmehr auch eine deutsche Übersetzung davon vorliegt und es dadurch sicherlich einem größeren Leserkreis zugänglich gemacht wird.)
Mit einem einfühlsamen Blick für das Zeitcolorit der prekären ländlich schottischen Lebensumstände des 19. Jahrhundert wird die Chronik einer Schikane beschrieben. Ungerechtigkeit, in sadistischer Weise ausgeübt von Starken gegen Schwache, geht nun mal allen nah. - Hier wird quasi ein Mythos berührt, daher handelt es sich um mehr als einen Historienschinken. Zudem gekonnt erzählt!Innerhalb einer abseitigen Grafschaft teilen Lord und Gutsverwalter ganz ignorant einen widerlichen Typen als Constable für ein armes Dorf von Pächtern ein. Der Klein-Tyrann beginnt sogleich seine Macht zu missbrauchen und die Leute, eigentlich seinesgleichen, zu kujonieren und zu ducken – weniger um den eigenen Vorteil, sondern weil er offenbar gern andere quält und dabei die eigene Unanfechtbarkeit genießt. So funktioniert Herrschaft, wenn sie durch kein verbrieftes Recht eingeschränkt ist. Die Reichen versichern sich der Charakterlosen als Büttel. Der Abschaum wird in Kapo-Positionen gehievt. Das nährt den Hass, der seinen Weg über die Rache sucht und irgendwann bereit ist, sich um jeden Preis zu entladen. Eine solche Geschichte wird eindrucksvoll, ja, und auch spannend erzählt. Man findet die Verzweiflung der Schwachen nachvollziehbar und wartet auf die einem legitim erscheinende Bluttat.Daran aber schließt sich ein Perspektivwechsel an. Zum einen wird das herleitbare Verbrechen aus dem Blickwinkel eines liberalen und humanistisch, gar philanthropisch gesinnten Rechtsanwalts, zum anderen aus jenem eines arroganten "Wissenschaftler" dargestellt, der sich als Anthropologe versteht und das Kriminelle als Degenerationsform des Menschlichen auffassen möchte, überzeugt davon, dass es sich über Vererbung und Prägung in prekären Milieus zwangsläufig herausbildet und sichtlich in den Lebensumständen und der Physiognomie spiegelt. In der Auseinandersetzung darum spielt Philosophisches und Ethisches eine Rolle, vorzugsfrage die Frage nach dem freien Willen bzw. nach Determinismus und Kausalität. Nur bringt das solcherart recht populärwissenschaftlich Ventilierte darum noch keinen Gewinn an Tiefe oder gar Dramatik. Man hofft auf einen guten Ausgang. Nun, das tut man sentimental ja immer. Das Buch ist mit der vollzogenen Tat eigentlich durch; der Rest erscheint als kleingedruckte Fußnote und thematisiert eher, was man sich ohnehin zu Schuld und Sühne so denkt. Zwar wir der Held recht stark gezeichnet, aber auch sein Charakter bzw. seine Abgründigkeiten spannen keine weiteren interessanten Bögen auf.Besonders fatal der letzte Teil des Buches: Der Autor findet es interessant und vielleicht gar bequem, den Verlauf des strafrechtlichen Prozesses um den Verbrecher bzw. Rächer wider Willen als eine Art Protokoll wiederzugeben. Das erinnert an ein Gerichtsdrama, gäbe mithin eher etwas für einen Spielfilm oder ein Hörspiel her. Das letzte Drittel also ohne jeden literarischen Pfiff. Nichts Diffiziles mehr, nichts was vertiefte, neue Dimensionen gestaltete oder interessante Deutungen herausforderte. Es geschieht nichts, womit nicht zu rechnen wäre. Ein langsamer, auch langweiliger Abgesang, noch ein paar retardierende Momente, dann das unausweichliche Ende. Letztlich doch ein mittelmäßiges Buch, beworben mit den Verweis auf die Shortlist des Booker Prize 2016. Dann aber doch genau so, wie es das Cover erwarten lässt. -
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 10:22 Uhr.