Im Mittelpunkt der Erzählung steht ein sechsjähriges Mädchen, offenbar ein Flüchtlingskind ohne Angehörige. Es ist Winter, sie ist hungrig und befindet sich mitten in einer ihr unbekannten, westeuropäischen Stadt. Fremd ist ihr aber nicht nur die Stadt, sondern auch die Sprache und die Gewohnheiten der Umgebung. Der gesamte Hinter¬grund, woher das Mädchen kommt, weshalb und wie sie allein in diese Situation geraten ist, bleibt im Ungewissen.Zugegen ist anfangs lediglich ein „Onkel“, der das Mädchen frühmorgens genauestens instruiert, wie sie sich – da er sie tagsüber regelmäßig allein lässt – in der unbekannten Umgebung verhalten soll. Tatsächlich gelingt es dem Mädchen so, an Essen, Trinken und Kleidung zu gelangen und sich im Warmen aufhalten zu können. Abends holt der Onkel sie die ersten Tage wieder ab, dann taucht er plötzlich nicht mehr auf. Das Mädchen, nun völlig auf sich gestellt, irrt umher und landet schließlich in einem Kinderheim.Dort trifft sie auf den 14-jährigen Jungen Shamhan, der ihre Sprache teilt, und der zusammen mit Yiza – so lässt sich das Mädchen nun nennen - und dem gleichaltrigen Arian aus dem Kinderheim ausreißt. Zunächst angeführt von Shamhan, der auch die Sprache von Arian versteht und für Yiza und Arian dolmetscht, versuchen sich die drei Kinder trotz Hunger, Kälte, Erschöpfung und der steten Angst, aufgegriffen zu werden, durchzuschlagen. Als Shamhan von ihnen getrennt wird, müssen sich Yiza und Arian allein durchkämpfen. Dabei kommt es im Verlauf ihres Zusammenseins dazu, dass sie nach und nach einzelne Wörter der jeweils anderen Sprache lernen und begreifen, wodurch nicht nur ihr gegenseitiges Verstehen, sondern auch ihre Verbundenheit gestärkt wird.Aus meiner Sicht eine wunderbare Erzählung, geschrieben in schnörkelloser, klarer Sprache, die zum Nachdenken anregt. Eine wichtige Rolle spielt in der Geschichte die Sprache - die fremde Sprache als Barriere bzw. die gemeinsame Sprache als Mittel der Verständigung und der Vertrautheit. – Unbedingte Kaufempfehlung!
Ein Buch ist halt Geschmacksache. Für mich ist es zu destruktiv, nicht aufbauend. Das brauche ich nicht. Aber jemand anders gefällt es vielleicht, ist halt Geschmacksache...
Drei Kinder unterschiedlichen Alters mit ungeklärter Herkunft streunen stehlend durch Deutschland, mitten im Winter. Die Geschichte ist stellenweisevöllig unglaubwürdig. Ich habe den Eindruck, der Autor wusste selbst nicht, was er erzählen wollte und hat sich den Fortgang der Geschichte Absatz für Absatz neu einfallen lassen. Köhlmeier war schon mal viel besser.