Astrophysiker wissen verdammt viel: dass das All zu 26 Prozent aus dunkler Materie besteht und das Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie M87 so viel wiegt wie 6,6 Milliarden Sonnen. Doch wie kommen sie eigentlich zu diesem Wissen? Könnte das Universum in Wahrheit nicht ganz anders aussehen? Die Philosophin und Astrophysikerin Sibylle Anderl erzählt mitreißend von der Arbeit der Astronomen, die aus kleinsten Indizien wie dem Lichtspektrum oder der Bewegung der Sterne darauf schließen, woraus Planeten bestehen und über welche Masse Schwarze Löcher verfügen. Ihr Buch ist eine Liebeserklärung an di e Erforschung des Weltalls. Und eine faszinierende philosophische Reise zu den Grenzen unseres Wissens.
Bewertungen & Erfahrungen
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Als interessierter Laie habe ich schon zahllose Bücher gelesen, die versprechen, komplexe Astrophysik verständlich zu behandeln. Sibylle Anderl schafft dies mit ihrem Buch tatsächlich.Der Stil ist unterhaltsam und kurzweilig, ohne oberflächlich und flapsig zu sein. Ihre Illustrationen lockern das Buch zusätzlich auf.Man möchte das Buch nicht aus der Hand legen, schon alleine wegen des flüssigen Stils, und wird nicht enttäuscht. Alles zu verstehen, wird trotzdem nicht gelingen - aber nicht wegen des Buches oder der Erklärungen, sondern weil sich das Universum jedenfalls meinem Erdenmenschenverständnis einfach entzieht.Der didaktische Zugang ist erfrischend anders als bei solchen Büchern gewohnt, was vermutlich auch dem Werdegang und der Vielseitigkeit der Autorin geschuldet ist.Einzger großer Kritikpunkt - das Buch könnte dicker sein. :) Ich hoffe sehr, Frau Anderl arbeitet schon an den nächsten Büchern, denn es gibt noch sehr viele Fragen, die sich zu beantworten lohnen.Übrigens lohnt es sich überhaupt, im Internet mehr von Sibylle Anderl zu suchen. Sie hebt sich jedenfalls wohltuend von vielen anderen populärwissenschaftlichen Erklärbären ab.
So suggeriert es, als gäbe es eine allgemeingültige Philosophie der Astrophysik. Das gibt es nicht.Nachdem ich in der ARD-Alpha Forum das Interview mit Sibylle Anderl gesehen habe, habe ich mir Ihr Buch gleich zuigelegt.Ich selbst bin Geo-und Astrophysikerin und kann die Beschreibungen von Frau Anderl im Großen und Ganzen nachvollziehen.Einige Dinge sehe ich jedoch anders, oder besser gesagt, habe mir nie Gedanken gemacht um theoretische Modellbildungen,so wie Frau Anderl in ziemlicher Ausführlichkeit schreibt. Grundsätzlich sind Modellbildungen in der Astrophysik eine heikle Sache, da weder Experimente gemacht werden können, wie richtig konstatiert wird, noch die Datenlage verläßlich ist. Als Geophysiker würdemir niemals einfallen aus einer spärlichen mit großen Unsicherheiten behafteten Datenlage Modelle zu stricken.Daß theoretische Physiker gerne zu Modellbildungen neigen liegt an der Verführbarkeit von Rechenstift, mathematischen Methoden,und heute graphischer Computersimulationen, wie wir sie oft in den Medien sehen. Hinzu kommt, daß es ohne Risiko ist solcheModelle in der Astrophysik zu implementieren, da sie keine Auswirkungen auf unsere irdische Existenz haben. In der Geophysikund erdgebundenen Wissenschaften ist dies anders.Zwar spricht Frau Anderl vorwiegend über Art und Weise wie Astrophysiker forschen, schließt sich aber gegen Ende des Buchesdoch der herrschenden Auffassung vom Urknall an, obwohl sie an manchen Stellen durchaus Zweifel hegt und wiederholt, daß manzu 95% nichts weiß. Aus persönlicher und beruflicher Sicht ist dies verständlich, weil auch in der Astrophysik eine berufliche Karrierenur dann funktioniert, wenn man sich dem Mainstream anschließt.Ich selbst habe zwar 10 Semester Astrophysik studiert, jedoch ohne Abschluß und beruflicher Tätigkeit in diesem Fach. So betreibeich die Astrophysik/Astronomie heute in der Rente als Hobby und vertrete mit dem Astrophysiker H.J. Fahr und andern Wissenschaft-lern das "Universum ohne Urknall" für das etliche Fakten sprechen, im Gegensatz zu etlichen Widersprüchen der Urknall-These.
In dem Buch geht es Grunde darum aufzuzeigen, wie sicher die Erkenntnisse der Astrophysik sind und welche Methoden es zu deren Gewinnung gibt. Auf Skeptiker, die die Erkenntnisse der Astrophysik nicht allzu ernst nehmen wird eingegangen, zugleich aber auch versichert, dass die Erkenntnisse sich auf einer soliden Grundlagen befinden, auch wenn natürlich noch wichtige Fragen nicht vollständig geklärt sind: Dunkle Energie und Materie etwa sind zurzeit bloß theoretisch postuliert, ohne sie wirklich nachgewiesen zu haben. Die Autorin erklärt, dass in der Astrophysik die „Sherlock-Holmes-Methode“ angewendet wird, dass heißt man sucht Gesetzmäßigkeiten aus der Beobachtung von Erscheinungen im Universum abzuleiten, durch genau Beobachtung, während man eben das meiste einfach nicht experimentell im Labor nachprüfen kann. Außerdem arbeiten Astrophysiker viel mit komplexen Computermodellen, die aber nur zu guten Ergebnissen kommen, wenn sie für den jeweiligen Fragebereich, auf den sie zugeschnitten sind, verwendet werden. Dabei gibt die Autorin immer wieder anschauliche Beispiele aus ihrer eigenen Arbeit als Astrophysikerin als auch aus der Geschichte der Astrophysik. Das Buch richtet sich in Sprache und Aufmachung (ab und an mal ein lustiges Bildchen) an interessierte Laien, so etwa wie ihre eigenen Eltern, deren Gespräche mit ihr zu astronomischen Fragen die Autorin immer mal wieder passend referiert und so gekonnt Kapitel einleitet und zusammenfassend ausklingen lässt. Trotzdem finde ich aber, das es schon in die Tiefe geht und darum ist es vielleicht gar nicht mal so schlecht für einen angehenden Studenten in den ersten Semestern geeignet. Einen Lehrbuchaufbau hat das Buch aber keinen, es wird recht locker und möglichst verständlich referiert.Ich fühle mich durch das Buch gut darüber informiert, was das spezielle an der Wissenschaft der Astrophysik ist und wie man hier Erkenntnisse generiert und absichert. Ich habe das Buch gerne gelesen und fand es unterhaltsam.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.