Ich kenne SK seit meiner Jugend und habe alle Klassiker von ihm gelesen. Dann machte ich eine längere Pause und las nun zuletzt die Mercedes-Trilogie, Der Outsider, Die Erhebung und Das Institut.Die Geschichte "Blutige Nachrichten" sprach mich vor allem an, da ich Holly Gibney aus der Mercedes-Trilogie und aus Der Outsider kannte und mich über das Wiedersehen freute. Ohne die anderen Geschichten zu kennen, schätze ich, können Leser mit der Geschichte nicht so viel anfangen. Mir gefiel sie gut.Die Geschichte "Mr. Harrigans Telefon" wird aufwendig aufgebaut, das Verhältnis der Personen zueinander ist neu und interessant. Ich finde aber, dass aus der Geschichte dann zu wenig gemacht wird und sie außerdem zu plötzlich endet. Da wäre sicher mehr drin gewesen.Mit der Geschichte "Chucks Leben" konnte ich nichts anfangen. Ich weiß nicht, was SK uns damit sagen wollte. Ich fand die drei Teile beklemmend, ohne zu wissen, weshalb diese Geschichte so von Tod, Untergang und schaurigen Vorhersehungen wimmelt. Da war ich schlichtweg überfordert und fand den Zugang zum Autor nicht."Ratte" wiederum war genau mein Ding. Auch hier baut sich die Geschichte über einen langen Zeitraum hin auf, aber das braucht sie auch, damit man in die Situation, in der sich die Hauptperson findet, einfühlen kann.Mag sein, dass es die ein oder andere Idee so oder so ähnlich schon mal gab. Wer viel und über Jahre hinweg liest, wird immer mal wieder auf Parallelen stoßen.Viele schreiben, dass der King der letzten Jahre nicht an seine ersten Bücher heranreiche. Ich war als junger Mensch hingerissen, absolut fasziniert. Ich weiß aber nicht, ob ich heute, 30 Jahre später, immer noch so begeistert von Friedhof der Kuscheltiere, Cujo, Christine und all den anderen wäre. Wir Leser haben uns auch weiterentwickelt. Misery und Der Talisman würden mich aber sicher immer noch fesseln.Mir gefällt es, dass SK sich verändert hat. Vielen man er nicht mehr blutig genug sein. Mir hingegen gefällt der Tiefgang, den ich in den frühen Werken nicht so sah.