Über "Todesmarsch", das zweite Bachman-Buch, kann man zuerst mal sagen, dass der King of Horror uns hier eine wirklich erschreckende Story auftischt. Die Idee einer Gruppe von Jugendlichen, die einfach nur immer weiter laufen müssen, um am Leben zu bleiben, bis nur noch einer übrig ist, wird hier atemberaubend authentisch umgesetzt. Wir lernen viele verschiedene Charaktere kennen, manche davon werden dem Leser sympathisch, andere unsympathisch, und über allem schwebt vor allem die Spannung auf das Ende mit.Zum Ausdruck: Man merkt, dass es sich um ein Buch unter dem Pseudonym Bachman handelt, denn es ist sehr schnörkellos und zum Teil erbarmungslos direkt geschrieben. Das kann man mögen oder auch nicht, fest steht, dass die Bachman-Bücher allgemein immer noch düsterer sind als die normalen King-Romane.Diese düstere Atmosphäre wird noch verstärkt dadurch, dass natürlich (wie aufgrund der Story ja gar nicht anders möglich) viele Charaktere sterben müssen, die im Laufe des Marschs aufgeben. Insofern ist es nicht unbedingt ein Buch für schwache Nerven, sondern eher schon für den abgebrühten Leser. Ich würde es daher King-Einsteigern nicht gerade empfehlen.Ein enormer Pluspunkt dieses Romans ist ein kleiner Twist am Ende, den der Leser zu keinem Zeitpunkt der Story erwartet (jedenfalls ging es mir so).Negativ ist mir allerdings aufgefallen, dass das Buch zu Beginn zwar sehr packend ist, sich im hinteren Teil dann aber doch sehr in etwas langwierigen Beschreibungen (beispielsweise der Halluzinationen des Protagonisten) ergeht. Dadurch geht leider ein bisschen die Dynamik verloren, was bei dem starken Einstieg und der an sich ja spannenden Story ein wenig schade ist.Alles in allem ist "Todesmarsch" also ein spannendes, schnell durchgelesenes Buch, das ich auch wieder lesen würde, das aber aufgrund der sehr abgebrühten, harten Story und ein paar unnötigen Längen im hinteren Teil nicht zu meinen absoluten Favoriten gehört. 4 Sterne sind in meinen Augen absolut gerechtfertigt.