Mich hat dieses zweite Buch der Reihe sehr gut unterhalten.Obwohl dieses Buch kein Justiz Thriller ist, wie man es von Grisham gewohnt ist, konnte mich die Handlung absolut überzeugen.Natürlich steht auch hier wieder Bruce Cable im Mittelpunkt, diesmal geht es um einen Mord, der während eines Hurrikanes als Unfall getarnt wird.Mir haben die Story und die Figuren sehr gut gefallen, ich hoffe auf einen dritten Teil der Reihe :-)
Mit großer Spannung hatte ich den neuen Band von John Grisham erwartet, der am 31. August 2020 erscheinen sollte, und »Das Manuskript« hatte ich auch pünktlich am vergangenen Montag erhalten. Es ist der direkte Nachfolger von dem 2017 erschienenen Roman »Das Original« und spielt ebenfalls auf dem fiktiven Camino Island vor der Küste Floridas.●●●●●●●●●● ALLGEMEINE INFORMATIONEN ●●●●●●●●●●Titel: Das ManuskriptOriginaltitel: Camino WindsAutor: John GrishamVerlag: HeyneFormat: Gebundene AusgabeLand / Jahr: USA / 2020Genre: RomanSeiten: 367●●●●●●●●●● DER KAUF ●●●●●●●●●●Den Roman »Das Manuskript« hatte ich mir bei Amazon als gebundenes Exemplar vorbestellt und – wie bereits erwähnt – pünktlich am Erscheinungstag erhalten. Der Preis liegt derzeit bei € 22,00.●●●●●●●●●● DIE AUFMACHUNG ●●●●●●●●●●Auch diese gebundene Ausgabe ist wieder sehr schön aufgemacht. Das Motiv des Schutzumschlags passt sehr gut zur Handlung und macht Lust auf mehr.●●●●●●●●●● DER AUTOR ●●●●●●●●●●John Grisham wurde am 8. Februar 1955 als John Ray Grisham Jr. in Jonesboro, Arkansas, geboren und zählt wohl zu den bekanntesten Bestsellern der Moderne. Nach der Beendigung seines Jurastudiums 1981 praktizierte er beinah ein Jahr als Anwalt und spezialisierte sich dabei auf Strafverteidigung und Prozesse, bei denen es um Körperverletzung ging. Zudem gehörte er von 1983 bis 1990 als Kandidat der Demokratischen Partei dem Repräsentantenhaus von Mississippi an. 1988 brachte er nach drei Jahren des Schreibens seinen ersten Roman heraus: »A Time to Kill«, auf dem deutschsprachigen Markt als »Die Jury« bekannt. Noch heute fließen seine Erfahrungen als Strafverteidiger und Politiker mit in seine Romane ein.●●●●●●●●●● INHALTSANGABE ●●●●●●●●●●Drei Jahre ist es inzwischen her, seit Mercer Mann auf Camino Island ihren letzten Sommer verbracht hat. Damals hatte sie im Auftrag einer Sicherheitsfirma Ermittlungen angestellt, die letzten Endes zur Sicherstellung gestohlener Originalmanuskripte geführt hatten, und bei denen der lokale Buchhändler Bruce Cable eine zentrale Rolle gespielt hat. Heute ist sie eine erfolgreiche Romanautorin und weiterhin mit dem Buchhändler befreundet. Doch ihre geplante Lesereise findet auf Camino Island ein abruptes Ende, als sich der Hurrikan Leo ändert und alles zu zerstören droht.Bruce Cable führt derweil sein gewohntes Leben auf der Insel und freut sich über den Besuch seiner alten Freundin, mit der er vor drei Jahren einen heißen Flirt hatte. Doch mit Hurrikan Leo sollte sich alles ändern.Nachdem der Hurrikan über Camino Island hinweggezogen ist, finden Bruce und seine Freunde Bob und Nick den gemeinsamen Freund und Schriftsteller Nelson Kerr tot auf einer Mauer in dessen Garten. Für die Polizei, die mit den Aufräumarbeiten und dem Chaos nach dem Hurrikan schier überfordert ist, steht schnell fest, dass es ein Unfall war. Doch Bruce‘ Mitarbeiter und Freund Nick, ein begeisterter Fan von Kriminalromanen, vertritt sofort die Theorie, dass es kein Unfall im Rahmen des Hurrikans war, sondern Mord. Bruce ermittelt daraufhin auf eigene Faust und muss erkennen, dass die Realität sehr viel grausamer sein kann als die Phantasie der besten Schriftsteller …●●●●●●●●●● MEINE MEINUNG ZUM BUCH ●●●●●●●●●●Viele Grisham-Fans konnten mit dem direkten Vorgänger-Roman »Das Original« nicht viel anfangen, da er sich doch so sehr von den üblichen Grisham-Romanen unterschied.Wenn man sich einen Roman von John Grisham zulegt, dann erwartet man zumeist einen knallharten Gerichts-Thriller, für die der Bestseller-Autor über die Jahrzehnte hinweg berühmt geworden ist, und von denen es einige gar in die Kinos geschafft haben – darunter Klassiker wie »Die Jury«, »Die Firma«, »Der Klient« und noch einige mehr.Mit »Das Original« ist John Grisham 2017 bereits einen etwas anderen Weg gegangen, der mir sehr gut gefallen hat. Ich bin selbst Autor, und für mich war es einfach faszinierend, wie bildlich John Grisham die Welt der amerikanischen Autoren, Verlage und Schriftsteller dargestellt und um einen dreisten Kunstraub herumgebastelt hatte.Jetzt, drei Jahre später, erscheint mit »Das Manuskript« ein weiteres Abenteuer auf Camino Island, bei dem der Buchhändler Bruce Cable die zentrale Hauptrolle spielt. Hier hatte ich diesmal eine thematische Fortsetzung von »Das Original« erwartet, doch die Themen »Autoren«, »Verlage« und »Schriftsteller« sowie die ganzen Intrigen drum herum geraten hier absolut ins Hintertreffen und werden bloß noch kurz am Rand erwähnt. Lediglich die Nebencharaktere der Insel, die bereits in »Das Original« eine Rolle gespielt hatten, sind diesmal wieder kurz mit von der Partie.Auffallend ist auch bei »Das Manuskript« wieder, wie lange es dauert, bis der Spannungsbogen endlich so richtig an Fahrt aufnimmt. Die erste Hälfte des Romans handelt primär von Bruce Cable, seinen Freunden und dem Hurrikan Leo, wobei es schon mitreißend ist, wie John Grisham den Hurrikan mit seinen Vorläufern, dem großen Paukenschlag, dem Zentrum und schließlich dem brachialen Abzug beschreibt und schildert, wie viel Verwüstung, Leid und Tod er letzten Endes allein auf Camino Island hinterlassen hat.Ab der zweiten Hälfte des Buches geht es dann gemächlich zur Sache. Jetzt beginnen die eigentlichen Ermittlungen, wobei immer wieder klargemacht wird, wie wenig die Polizei – lokale Einheit, State Police und FBI – eigentlich an der Aufklärung der Todesumstände von Bruce Cables Freund gelegen zu sein scheint. Ist es doch so viel angenehmer, den Tod als Unglück während des Hurrikans zu den Akten zu legen.Die Handlungen mit den privaten Ermittlungen durch Bruce und seine Freunde sind angenehm zu lesen und auch spannend, doch ein richtiger »Thrill« stellt sich beim Lesen nicht wirklich ein. Somit ist »Das Manuskript« für mich ein wirklich guter, unterhaltsamer Roman mit Kriminalromanelementen – Fans von Thrillern wird er jedoch weniger hinter dem Ofen hervorlocken. Mich haben hingegen sehr viel mehr die wahren Gründe für Nelson Kerrs Tod bewegt, zumal diese thematisch sogar schon in den sozialen Medien immer wieder aufgetaucht sind. Hierbei findet man wieder das klassische Motiv »David gegen Goliath« wieder, das vor allem in den früheren Grisham-Romanen Anwendung gefunden hatte.Sehr schön fand ich auf jeden Fall auch noch, dass sich John Grisham gegen Ende einen Seitenhieb gegen US-Präsident Donald Trump nicht verkneifen konnte.Alles in allem gefällt mir »Das Manuskript« gut, wenn auch nicht ganz so gut wie der Vorgänger »Das Original« oder die klassischen Grisham-Romane. Empfehlenswert ist das Buch aus meiner Sicht aber auf jeden Fall.●●●●●●●●●● MEIN FAZIT ●●●●●●●●●●Mit »Das Manuskript« hat John Grisham eine gute Fortsetzung von »Das Original« geschrieben, die einen erneut nach Camino Island entführt und sich gut lesen lässt. Vor allem der Hintergrund für den Mord ist letzten Endes erschütternd.