Als ich sechzehn war, gab es für mich eigentlich nur Stephen King als Schriftsteller. Ich habe kaum ein Buch von einem anderen gelesen. Das hat sich inzwischen natürlich geändert, aber es machte unfassbar Spaß, nach all den Jahren mal wieder zu einem (für mich) neuen King Roman zu greifen. Gleich am Anfang fühlte es sich wie heimkommen an, denn sofort war der Stil eingängig, flüssig und so dermaßen lebendig und bildhaft, wie es fast nur King kann. Kopfkino in der zehnfachen Potenz und auch die Charaktere faszinierten mich gleich, denn beinahe augenblicklich mit Jacobs Auftreten kommt die Ahnung, dass da noch einiges passieren wird.Es ist äußerst spannend, Jamie beim Älterwerden zu begleiten, vor allem, weil King die Gabe hat, seine Figuren gestochen scharf darzustellen, sodass man irgendwann das Gefühl hat von einem Bekannten zu lesen, den man über all die Jahre nur aus den Augen verloren hat, den man aber dennoch in- und auswendig kennt. Und ziemlich bald begreift man, dass es hier um so viel mehr als nur das Älterwerden geht. Man merkt, wie Jamie geprägt wird, wie er mit dem Glauben hadert und im selben Atemzug Stärke findet durch seinen Freund Charles Jacobs. Jacobs ist eine Figur, die auf Anhieb völlig normal und gleichzeitig mysteriös ist, unterschwellig fast sogar schon was Gefährliches ausstrahlt, während er wie der liebste Mann auf Erden wirkt. Dieser wandelnde Widerspruch ist typisch Stephen King, der einfach ein geniales Händchen für komplexe Charaktere hat.Das gemeine an King ist: er bringt den Leser oft schnell dazu, sich mit den Charakteren wohlzufühlen, doch wer King kennt weiß, dass früher oder später (meistens dann, wenn man sich so RICHTIG wohlfühlt) ein gnadenloser Schlag kommt. Und ebenso wissen King Leser, dass er seinen Protagonisten oft gerne ein Drogenproblem verpasst, so auch hier. Was mich wieder mal besonders faszinierte: für recht lange Zeit liest sich die Geschichte mehr wie eine Art Biografie ohne besonders nennenswerte Ereignisse - und trotzdem hat es sich so spannend lesen lassen wie ein nervenaufreibender Thriller. Das hat King mit seinen detaillierten, bildhaften und emotionalen Beschreibungen einfach drauf.Spätestens bei der zweiten Begegnung von Jamie und Jacobs kann man dann die latente Bedrohung spüren und man weiß genau, dass es auf einen grauenvollen Höhepunkt zusteuern wird. Bei Begegnung drei ist dann definitiv klar, welchen Lauf das ganze nehmen wird und man möchte den Kopf schütteln, man möchte schreien, man möchte heulen... und man möchte trotzdem unbedingt wissen, was Kings Hirn da wieder an Genialität ausgepuckt hat.Letzten Endes holt er tatsächlich zu einem Rundumschlag aus, vor allem, was die Nachwirkungen betrifft und gekonnt wie immer hat King alle Enden miteinander verknüpft, die verknüpft werden mussten. Das Finale ist eines King Buches würdig, greift ein Thema auf, das vermutlich die gesamte Menschheit beschäftigt und hinterlässt ein Gefühl von Panik, denn unwillkürlich spinnt man den Faden weiter und was man da sieht, gefällt einem nicht wirklich.Es gibt gewiss King Bücher, in denen es weitaus actionreicher zur Sache geht, aber Revival fällt in die Kategorie, die mir fast noch besser gefällt: der wahre Horror ist nur latent vorhanden, bedrohlich, lauernd, was bei mir weitaus mehr Spannung erzeugt hat als die Holzhammermethode, denn man wartet ständig auf den großen Knall - und man weiß nicht, ob man diesen Knall überhaupt will oder nicht. Subtil spielt King hier auf diese Weise mit der Psyche des Lesers und mir wird Revival noch eine ganze zeitlang im Gedächtnis bleiben. Sollte man gelesen haben!
Eine unglaublich kurzweilige und leicht zu lesende, unterhaltsame Gesichte.Stephen King erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen der im Laufe des Buchs erwachsen wird und auf einen Pastor trifft der mit Elektrizität experimentiert. Die Erzählung springt immer wieder zwischen diesen beiden Protagonisten hin und her und ab und an erleben beide auch etwas zusammen und verlieren sich dann aber auch mal wieder aus den Augen.Es gibt immer mal wieder Anspielungen auf andere King Romane. Alles in allem einer der am schönsten erzählten Geschichten von Stephen King, nur das Ende lässt wie bei King häufiger etwas zu wünschen übrig.Trotzdem ein absolutes Lesevergnügen das zu empfehlen ist.