Der Mensch verfügt über drei Grundbedürfnisse: Sicherheit, Zufriedenheit und Zugehörigkeit. Der Autor Rick Hanson hat jedem dieser drei Grundbedürfnisse ein Betriebssystem im Gehirn zugeteilt: Das Vermeidungssystem, das Belohnungssystem und das Bindungssystem. Wird eines der Grundbedürfnisse befriedigt, befinden wir uns im anpassungsfähigen Modus - dem Stoßdämpfer des Gehirns. In diesem Modus können wir unser inneres Gleichgewicht herstellen, zur Ruhe finden und Kraft tanken. Wir sind Zuhause, wie es der Autor so passend beschreibt.Erhält unser Salienz-Netzwerk aber ein Signal darüber, dass eines der Grundbedürfnisse in Gefahr ist, fallen wir in den reaktiven Modus und befinden uns in einem aufgeschreckten Zustand. Verweilen wir nur kurz in diesem aufgeschreckten Zustand und erholen uns danach, wie es unsere Vorfahren getan haben, hat das keinerlei negative Auswirkungen auf unsere innere Verfassung. Allerdings sind diese Erholungsphasen in unserer hochmodernen, schnelllebigen Welt nicht mehr möglich, denn wir erhalten innerhalb kürzester Zeit derart viele Signale von draußen, dass unser Gehirn keine Gelegenheit zum Ausruhen bekommt. Somit befinden wir uns in einem Kreislauf, der bei den meisten Menschen in Stress ausartet und sind wir erst einmal gestresst, reagiert unser Hypothalamus vorrangig auf Negatives. Wir sind nicht mehr Zuhause.Was können wir tun, um wieder ins Gleichgewicht, sprich wieder nach Hause zu kommen? Dieser Frage geht der Autor im zweiten Teil nach und erklärt, dass es wichtig ist, das Positive in sich aufzunehmen. In diesem Teil wird es dann auch spirituell, nachdem der erste Teil eher wissenschaftlich geschrieben ist. Rick Hanson zeigt an vielen Beispielen wie und wo wir im Alltag, in der Vergangenheit oder in der Zukunft das Positive entdecken können und wie wir es für unser Leben gewinnbringend einsetzen können. Und der Gewinn ist hoch – wir erhalten mehr Lebensfreude, mehr Selbstvertrauen, mehr Mut und mehr Liebe. In diesem Buch gibt es viele Übungen und Beispiele dafür, das Positive zu entdecken und es so einzusetzen, dass es uns wieder zurück nach Hause, in den anpassungsfähigen Modus bringt, wenn wir uns von einer negativen Situation überwältigt fühlen. Je mehr wir üben, umso stärker vertiefen wir unsere neuronalen Spuren für positive Befindlichkeiten. Unser Gehirn schaltet auf positiv, wenn wir es wollen.Der deutsche Titel „Denken wie ein Buddha“ irritiert meiner Meinung nach ein wenig, denn der Buddhismus spielt, wenn überhaupt, nur eine kleine Rolle. Das Buch ist im Grunde genommen einfach geschrieben. Hat man den Inhalt beim ersten Lesen nicht gleich verstanden, kann man getrost im Text fortfahren, weil der Autor seine Erkenntnisse grundsätzlich mehrmals zusammenfasst und manchmal sogar wortwörtlich an späterer Stelle wiederholt. Als E-Book ist dieses Buch nur bedingt zu empfehlen, da die Tabellen oft nicht dem Format angepasst und dadurch beschwerlich zu lesen sind.Fazit: Wer sich in unserer großen, bunten Gedankenwelt verlaufen hat und wieder zurück nach Hause finden will, der sollte dieses Buch lesen und sich inspirieren lassen. Es lohnt sich!