ZEIT FÜR MICH - ZEIT FÜR SIMENON »Der Kommissar der Kommissare.« Jean-Luc Bannalec Eigentlich will Kommissar Maigret mit seiner Frau in den Sommerurlaub fahren. Sein Arzt hat ihm Erholung verordnet. Doch die Reisepläne zerschlagen sich, und ohne Arbeit langweilt Maigret sich am heimischen Boulevard Richard-Lenoir - bis im Pariser Ärztemilieu ein aufsehenerregender Mord passiert. Maigret verfolgt die Ermittlungen seiner Kollegen am Quai des Orfèvres in der Zeitung. Schließlich kann er nicht widerstehen und widmet sich selbst der Lösung des Falls - indem er der Polizei und der Presse anonyme Hi nweise gibt. Bandnummer: M50
Bewertungen & Erfahrungen
4,3 von 5
4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion02.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein charmantes Buch, das die Atmosphäre von Maigret wunderbar einfängt, obwohl die Darstellung der Autofahrten etwas vereinfacht ist.
Redaktion02.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein wunderbares und sehr stimmungsvolles Buch, das mich sofort in die Welt von Maigret und Simenon entführt; die Geschichte ist packend und sehr unterhaltsam.
Nach einer längeren Krankheit beschließt Maigret, zum ersten Mal seit drei Jahren Urlaub zu machen. Zunächst plant er wegzufahren, hat dann aber keine Lust, auf überfüllte Ferienorte. Stattdessen überredet er seine Frau, im sommerlich leeren Paris zu bleiben. Endlich ist einmal Zeit, das zu tun, wozu man sonst nicht kommt: Spaziergänge machen, ins Restaurant und ins Kino gehen oder einfach nur aus dem Fenster gucken. (Der Wohnung der Maigrets am Boulevard Richard-Lenoir gegenüber liegt eine Spedition mit ständig ein- und ausfahrenden Lastwagen.)Eines Tages steht in der Zeitung, dass im Schrank einer Arztpraxis für feine Leute eine nackte Tote gefunden wurde. Gleich ist Maigrets Neugierde geweckt. Entgegen den Befürchtungen seiner Frau meldet er sich aber nicht beim Quai des Orfèvres, um die Ermittlungen zu übernehmen. Stattdessen verfolgt er den Fall weiter in den Zeitungen und bleibt Zuschauer, eine für ihn und den Leser ungewohnte Rolle. Maigret amüsiert sich dabei. Und der Leser?Einerseits bietet das Buch mit der Zuschauerrolle etwas Neues, wofür man nach 50 Maigret-Romanen ja durchaus dankbar sein kann. Außerdem rückt Madame Maigret etwas mehr als sonst in den Mittelpunkt, da sie ihren Mann durch Paris begleitet. Eigene Akzente setzt sie dabei allerdings nicht. Die beiden reden auch nicht viel miteinander, sondern verstehen sich auf eine schweigsame Art.Andererseits sorgt Maigrets überwiegend passives Verhalten dafür, dass noch weniger "Thrill" geboten wird als üblich. Auch überträgt sich auf den Leser, dass Maigret über den Fall "ohne Leidenschaft, mit einer gewissen Distanz" nachdenkt. Und schließlich wirkt das Ausmaß der Berichterstattung in den Zeitungen unglaubwürdig. So werden die Namen aller Verdächtigen, Zeugen und beteiligten Polizisten veröffentlicht, zu ersteren auch die Lebensgeschichten und ausführliche Interviews. Sogar eine genaue Beschreibung der Praxis und der angeschlossenen Wohnung des Arztes finden sich. Nach der Entscheidung des Autors, Maigret in den Urlaub zu schicken, ist ihm offenbar nur diese Möglichkeit eingefallen, ihn mit den notwendigen Informationen zu versorgen.Was zur Aufklärung des Falles in den Zeitungen steht, erfährt der Leser nicht mehr. Den entscheidenden Abend verbringt Maigret in einer Kneipe gegenüber dem Kommissariat. Aus seinen Beobachtungen des Geschehens auf der anderen Seite kann er schließen, dass er mit seiner Vermutung hinsichtlich der Identität des Mörders richtig liegt. Dessen genaue Motive und der genaue Tathergang bleiben jedoch leider im Dunkeln.Als zu dick aufgetragen empfinde ich es, dass wiederholt betont wird, wie berühmt Maigret ist, und wie viele aufsehenerregende Fälle er schon gelöst hat. Vergleichbares kenne ich nur von Karl May, der gerne regelmäßig darauf hinweist, was für ein berühmter Westmann Old Shatterhand ist. Zwei Reporter machen sich sogar auf, um Maigret in seinem Urlaub aufzustöbern. Später ist dann unter der Überschrift "Hat man sich an Maigret gewandt?" in der Zeitung zu lesen: "Wir hätten unseren Lesern gern die Meinung des berühmten Kommissars zu einem der verwirrendsten Fälle der letzten zehn Jahre mitgeteilt."Ich dachte schon, dass alle Maigret-Romane fast gleich gut sind - wie ja auch alle fast gleichviel Seiten haben -, aber diesen finde ich etwas schwächer.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 10:22 Uhr.