Alles wird gut: Chronik eines vermeidbaren Todes
Gegenwartsliteratur EAN 9783455015843

Alles wird gut: Chronik eines vermeidbaren Todes

Hersteller: Hoffmann Und Campe  ·  MPN: 1345881
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Hoffmann und Campe
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Gegenwartsliteratur
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Produktbeschreibung

"Eine echte, Atem verschlagende literarische Erfahrung - da samma d'accord!" Denis Scheck, SWR lesenswert Matthias Politycki ist zurück, mit einem grandios erzählten Roman über die Macht der Liebe, die jede kulturelle Grenze überwindet, und über uralte Traditionen, an denen am Ende alles zerbricht. Äthiopien 2020, am Vorabend des Krieges: Josef Trattner, Ausgrabungsleiter im Norden des Landes, verschlägt es an die Grenze zum Südsudan. In der winzigen Siedlung Surma Kibish begegnet er Natu, einer Frau mit abgerissenem Ohrläppchen - und einer Aura von Schönheit, Stärke und Gefahr, die ihn sogle

Bewertungen & Erfahrungen

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Gerhard Günther 21.06.2024 amazon.de
Ein außergewöhnlicher Roman, wobei die Lektüre der 400 Seiten mühsam werden kann. Falls man sich neben einer dramatischen Liebesgeschichte auch weitere Informationen über Land, Geschichte und aktuelle Konflikte von Äthiopien erhofft, wird man eher enttäuscht. Zwar werden die Konflikte zwischen den Stämmen/Ethnien und der sich anbahnende Krieg in Äthiopien angedeutet, doch bietet der Roman keine weiteren historisch-gesellschaftlichen Erklärungen. Es braut sich was zusammen, das zeichnet sich im Roman, der im Jahr 2020 spielt, bereits ab.Wie auf den Karten der Umschlagseiten zu sehen, beschränkt sich die sprachlich gekonnte und sehr präzise Beschreibung Polityckis auf einige Ethnien im Südwesten, dass teilweise fast der Eindruck einer ethnologischen Studie entsteht. Zwar signalisiert der Untertitel „Chronik eines vermeidbaren Todes“ (vgl. Gabriel Garcia Márques) bereits den Ausgang, trotzdem gelingt es dem Autor Spannung zu erzeugen, aber insgesamt ist der epische Roman eher handlungsarm. Politycki konzentriert sich auf die genaue Beschreibung der Rituale, Bräuche und Konflikte der besuchten Stämme, mit realistischer und durchaus kritischer Sicht, was ihm vielleicht sogar den Vorwurf einbringen könnte, kultureller Aneignung zu betreiben und gegen politische Korrektheit zu verstoßen.Das Schaubild zeigt die Figurenkonstellation, mehr zur Handlung möchte ich nicht vorwegnehmen.Die Erlebnisse und Beobachtungen auf der Reiseroute Trattners, seiner Abschiedsrunde durchs Land, werden durch Passagen ergänzt, in denen die Lebensgeschichten von ihm bzw. Natu geschildert werden. Der Chronist, der zumeist als auktorialer Erzähler nicht bewusst (Ausnahme Seiten 395-399 am Schluss) in Erscheinung tritt, konzentriert sich vorwiegend auf die Perspektive von Trattner.Der reiseerfahrene Autor Politycki (siehe sein Buch „Warum wir reisen“) will am Fall Trattners etwas anderes zeigen: Joe Trattner ist sicherlich kein normaler „Tourist“, er hat einige Jahre im Land gearbeitet und hat mit Weraxa und Mulu ihm vertraute Begleiter. Trotz dieser besten Voraussetzungen ist Trattner auf lokale Führer und Übersetzer angewiesen. Zunehmend zweifelt er an deren Erklärungen und weiß nicht mehr, was wirkliche Tradition und was bloß Inszenierung für Touristen ist. „Je mehr er von diesem Land und seinen Bewohnern gesehen hatte, umso weniger kam er noch zu klaren Urteilen.“ (S. 57) Wie soll er sich angesichts der gewaltsamen Rituale, dem Hass unter den Ethnien und in seiner modernen westlich geprägten Rolle als Mann gegenüber der Nähe suchenden Natu verhalten?Umgekehrt sieht sich der Tourist Trattner Vorwürfen der Einheimischen ausgesetzt, dass Besucher AIDs und Corona ins Land bringen und die heimischen Traditionen und sozialen Regeln bedrohen und bei der Jugend und manchen Frauen falsche Erwartungen erzeugen.Noch einige Hinweise, wobei ich mir nicht sicher bin,ob man diese vor oder erst nach der Lektüre beachten sollte:(aber vielleicht helfen sie, Probleme zu vermeiden)- 16 eindrückliche Farbfotos sind auf der Homepage von M. Politycki von seiner Reise in Äthiopien zu finden, die auch den Anstoß zu diesem Roman gab. Wäre es für die Leserschaft hilfreich und motivierend gewesen, wenn der Verlag diese Fotos in das Buch aufgenommen hätte? Oder hat der Schriftsteller dem widersprochen, weil er den Anspruch hat mit rein sprachlichen Mitteln zu arbeiten?- Den Wiener „Schaumstoffkünstler“ Trattner und dessen Sofafahrten.com gibt es wirklich. (siehe Biografie Tratters auf Wikipedia u.a.)- Mehr über das Volk der Surma, auch Suri genannt, kann man auch bei wikipedia nachlesen.- und zu finden sind auch ergänzende Interviews mit Politycki, z.B. auf hr2 vom 23.4.2023- M. Politycki ist vor einiger Zeit nach Wien umgezogen, seine Gründe lassen sich in der kleinen Schrift „Mein Abschied von Deutschland“ nachlesen. Daher wohl der Wien-Bezug im Buch.
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