Mit Salome ist Oscar Wilde ein bedeutendes Drama der französischen Decadence gelungen. Es handelt von der verwöhnten Prinzessin Salome, Tochter der Herodias die sich in den Propheten Jochanaan verliebt. Als dieser sie jedoch verschmäht, erklärt sich Salomne bereit den Tanz der sieben Schleier für König Herodes, den Mann ihrer Mutter zu tanzen, wenn dieser ihr dafür alles gewährt worum sie ihn bittet. Herodes, den Reizen der bildschönen Salome erlegen, willigt ein. Nach dem Salome ihren Teil der Abmachung eingehalten hat, verlangt sie den Kopf des Jochanaan. Herodes ist über Salomes Wunsch entsetzt, da er jedoch einen Eid geschworen hat, bleibt ihm nichts anderes übrig als der Prinzessin ihren Wunsch zu erfüllen.Obwohl Salome aus nur einem Akt besteht und sich sehr leicht und schnell lesen lässt, ist es eine sehr vielschichtige Tragödie, die verschiedene Elemente in sich vereint. So bekommt der Leser (oder auch Zuschauer) einen sehr genauen Einblick in das dekadente Leben des Herodes und der Prinzessin Salome. Die Prinzessin ist es gewohnt, dass ihre Wünsche sofort erfüllt werden. So verlangt sie den eingekerkerten Jochanaan zu sehen ohne sich darum zu kümmern, dass sie gegen den Willen des König handelt und ihre Diener in eine Situation stellt, bei der es um Ungehorsam gegen den Herscher und somit auch um ihr Leben geht. Als Salome dennoch ihren Willen durchsetzt und sich in Jochanaan verliebt, wird sie zum ersten Mal mit einem Menschen konfrontiert der höhere Ideale hat als Reichtum zu erlangen und anderen seinen Willen aufzudrängen. Jochanaan predigt von dem Messias, der sowohl Salome als auch Herodes und Herodias unbekannt ist, weigert sich jedoch den Schmeicheleien der Prinzessin nach zu geben.Besonders deutlich tritt der Aspekt der Dekadenz auf, als Salome Herodes ihren Wunsch mitteilt und dieser versucht sie von ihrem Vorhaben abzubringen. Herodes verspricht der Prinzessin alle Kostbarkeiten die er besitzt, von Edelsteinen und Schmuck bishin zu weißen Pfauen. Diese Beschreibungen sind sehr ausführlich und detailiert und zeigen den Überfluss und Luxus in dem der König lebt und der auch Salome offen steht.Auch die verschiedenen Darstellungsweisen der Salome während des Stücks sind sehr interessant zu verfolgen. Zunächst tritt sie als wunderschöne und verwöhnte Prinzessin auf, von der man nicht weiß in welche Richtung sie sich entwickeln wird. Dann mit Jochanaans Auftreten, wird das erste Mal das Gefühl des Begehrens in der Prinzessin geweckt. Nach dem ihr Stolz jedoch verletzt wurde, wird deutlich wie rachsüchtig und berechnend dieses junge Mädchen ist. In dem sie ihre Reize einsetzt um den König zu betören, besiegelt sie Jochanaans Todesurteil. Erst nach dem Tod des Propheten entläd sich das sexuelle Verlangen Salomes, auf eine Art und Weise die selbst den König erschreckt und schockiert.Salome ist wirklich eine beeindruckende Tragödie, die nicht schwer verständlich ist und sich sehr rasch lesen lässt. Die blumige Sprache, die vielen Metaphern und auch die Symbolik, die dem Stück zugrunde liegen, machen die Tragödie zu einem faszninierenden Leseerlebnis.