Anfang Februar 1781 reist Gotthold Ephraim Lessings Stieftochter Maria Amalia von Wolfenbüttel, wo die Familie lebt, nach Braunschweig zu Lessing, der schwer erkrankt ist. Es steht nicht gut um ihn. Amalia tut, was sie kann, um ihm beizustehen, doch kann sie kaum noch zu ihm durchdringen, verliert er sich doch zusehends im Fieberwahn, verwechselt Amalia mit ihrer Mutter, seiner verstorbenen Ehefrau Eva, und sinniert über Spinoza und seinen »Derwisch«, den er als letzten großen Wurf zu Papier bringen wolle . Was hat Lessing am Ende umgetrieben? Welche Gedanken gingen ihm kurz vor seinem Tod dur ch den Kopf? Christoph Hein erzählt eindringlich von den letzten Tagen des bedeutendsten Dichters der Aufklärung.
Bewertungen & Erfahrungen
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Redaktion27.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein interessanter Einblick in die Geschichte und die Verbindung von Lessing und Maria Amalia von Wolfenbüttel. Das Buch ist informativ und gut recherchiert, allerdings sind einige Details etwas dicht gepackt.
Endlich ein neues Buch von Christoph Hein! Fast zwei Jahre musste die Leser*innenschaft warten seit seinem letzten Roman „Verwirrnis“. Diesmal ist es eine kleine, kurze Erzählung geworden, gerade einmal 70 Seiten lang, in Ich-Perspektive erzählt, leicht und flüssig zu lesen, auf hochwertigem Papier in der Reihe der Insel Bücherei Band 1479.Wer ist dieses „Ich“, das da erzählt? Es ist Lessings Stieftocher Amalia, die Anfang Februar 1781 von Wolfenbüttel, wo die Familie lebt, nach Braunschweig zu Lessing reist, der schwer erkrankt ist. Es steht nicht gut um ihn. Amalia tut, was sie kann, um ihm beizustehen, doch kann sie kaum noch zu ihm durchdringen, verliert er sich doch zusehends im Fieberwahn, verwechselt Amalia mit ihrer Mutter, seiner verstorbenen Ehefrau Eva, und sinniert über Spinoza und seinen »Derwisch«, den er als letzten großen Wurf zu Papier bringen wolle. Immer aus der Perspektive Amalias nur unterbrochen durch einige eingeschobene offizielle und private Briefkorrespondenzen erlebt die Leser*in die letzten Stunden des großen deutschen Aufklärers mit. So wird das kleine Büchlein, das zurecht in der Insel-Bücherei und nicht bei Heins Hausverlag Suhrkamp erschienen ist, zugleich zu einem Sterbebericht, einem Bekenntnis, einer Offenbarung und einem Schlussstrich am Ende einer großen deutschen Epoche.Natürlich ist auch hier wie bei fast allen Bänden der Inselbücherei die bibliophile Aufmachung hervorzuheben. „Ein Wort allein für Amalia“ ist ein Schmuckstück von einem Büchlein. Geschmackvoll bedruckter Einband, Fadenheftung, edles Vorsatzblatt, Tiefdruck auf dem Buchdeckel, besondere Schrifttypen und hochwertige Illustrationen von Rotraut Susanne Berner auf edlem säurefreien Papier sind zusätzliche haptische Dinge, die dieses Kleinod ausmachen. Kurz und gut: Nicht nur als Geschenk ist „Ein Wort allein für Amalia“ eine klare Kaufempfehlung.Weitere Rezensionen auf ajum.de
Es ist eine Freude den Text zu lesen. Leicht hingeworfen werden die letzten Tage Lessings glaubhaft erzählt. Das Problem ist nur, dass es sich nach der sehr plausiblen Analyse eines Arztes (Dr. Gerd Reuther: Letzte Tage. Engelsdorfer Verlag) bei Lessings Symptomen nicht um eine natürliche Krankheit, sondern um eine Vergiftung handelte. Dies bleibt unerwähnt, obwohl die brutalen Angriffe mehrerer Kirchoberer auf Lessing nicht verschwiegen werden. Der Autor hätte da schon etwas kritischer und mutiger sein sollen. Eine schöne Darstellung eines falschen Endes ist aben auch falsch...
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.