Ich habe alle Romane von Jane Austen gelesen, in Deutsch und in Englisch, so oft, dass ich sie mittlerweile fast selbst sprechen koennte. Jane Austen hat meine uneingeschraenkte Verehrung seit meiner fruehesten Jugend - und als ich dieses Buch hier entdeckte, dachte ich, das gibt es nicht, ein mir bislang verborgen gebliebener Schatz, dieses Buch muss ich haben !Und so kommt es mir fast wie Frevel vor, Heiligenschaendung gar, hier eine negative Rezension abzugeben.Die Kurzgeschichten im Buch sind meist in Briefform verfasst und zeigen so viel Oberflaechlichkeit, Berechnung, Dummheit und alberne Unsinnigkeit der handelnden Personen, dass es schon fast deprimierend zu lesen ist.Ausserdem tragen die in Rede stehenden Personen oft den gleichen Nachnamen und sind nur durch Ihre Anrede als Mr./Mrs. oder Ms. bzw. durch die Initialen ihrer Vornamen voneinander zu unterscheiden, was ich unheimlich verwirrend und damit nervig fand, weil ich immer nachsehen musste, wer nun eigentlich an wen über wen schreibt, furchtbar!Mag sein, dass Jane Austen die Menschen ihrer Zeit damit treffend karikiert, aber fuer mich ist es zu viel Sarkasmus, zu boese, regelrecht dreist, ein derartig überhebliches und vernichtendes Urteil ueber seine Mitmenschen abzugeben, ich kann es kaum glauben und all das ganz und gar ohne Augenzwinkern, ohne Witz, als eine pauschale Allgemeingueltigkeit (heute sagt man dazu Stammtischgeschwätz) - ich kann das nicht ertragen.Nach Seite 107 breche ich jetzt ab, ich will mir das Andenken an Jane Austen und ihre liebenswuerdige Warmherzigkeit nicht vermiesen. Es ist eben nichts als ein freches (fruehes) Jugendbuch der Autorin, eine fuer mich bedeutungslose Schreibuebung und dabei moechte ich es belassen.Ich bin sehr gespannt, ob es jemand wagt, sich meiner Meinung anzuschliessen, denn wie gesagt, einer Heiligenschaendung droht die Steinigung, mindestens..