Gegen eine verzagte Demokratie - wir müssen für unsere Republik streiten! Neuauflage 2018 mit einem 50-seitigen aktuellen Nachwort über das politische Jahr 2017, über persönliche Erfahrungen in den Jamaika-Sondierungen - und über Robert Habecks Vorstellungen einer anderen Politik Die sogenannte Politik- und Parteienverdrossenheit begleitet uns seit vielen Jahren, das öffentliche Ansehen von Politikern ist erbarmungswürdig. Der Schriftsteller und engagierte Familienmensch Robert Habeck erzählt in seiner brillanten politischen Autobiografie, warum er sich als Quereinsteiger dennoch seit fünfzeh n Jahren bei den Grünen engagiert und seit 2012 als stellvertretender Ministerpräsident von Schleswig-Holstein mit großer Leidenschaft das Land mitgestaltet. Persönlich und mit großer Ehrlichkeit schildert Habeck, was ihn politisch antreibt, wie ihn das Leben in öffentlichen Ämtern verändert hat, wie er mit Niederlagen umgeht und warum er darum kämpft, auch in der Politik wieder Visionen und eine Kultur des Zweifels zuzulassen. Ein Buch wie eine frische Brise durch die Hinterzimmer der Politik - und ein leidenschaftliches Plädoyer für politisches Engagement. Denn, so Habeck: Nichts ist durch Weggucken je besser geworden. Vielmehr müssen wir angesichts der Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung, Neo-Nationalismus wieder gemeinsam Antworten finden auf die ganz großen Fragen: Welche Gesellschaft wollen wir sein? In welcher Zukunft wollen wir leben?
Bewertungen & Erfahrungen
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5 Bewertungen
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Redaktion01.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein absolut spannendes und wichtiges Werk, das zum Nachdenken anregt und die aktuelle politische Situation hervorragend beleuchtet. Die Neuauflage mit dem aktuellen Nachwort macht das Buch zu einem unverzichtbaren Bestandteil jeder politischen Bildung.
So ein wunderbares Buch! Ich habe es mir gekauft, da 1.Der Titel so ungemein optimistisch klingt, 2. ich hier in meiner Heimatstadt von anderen erfahren habe, wie positiv berührt sie waren von Robert Habeck bei einem seiner öffentlichen Auftritte als möglicher Kandidat für die Grünen auf Bundesebene. Ich wollte mehr davon wissen und bin nach der Lektüre des Buches sicher: sobald sich eine live Begegnung ergibt, bin ich vor Ort. In diesem Buch entdecke ich jenen Politikertyp, der mir aus dem Herzen spricht. Den ich mir ersehne in unserer Welt. Eine Person, welche es schafft, unrealistische Vorstellungen an politische Supermänner oder Superfrauen in Schranken zu weisen und kluge, sensible und menschliche Perspektiven für Zusammenleben, Engagement und Übernahme von Verantwortung zeichnet. Irgendwie bedauere ich, dass ich nicht den ehemals einsamen Weg der philosophischen Studien betrieben habe, wie Robert Habeck es für sich beschreibt. Der Blick auf seine Biografie, seine Entscheidungen in der Jugend und später als Familienvater, sich einzubringen, berühren mich. Eben deshalb, weil sie jenseits üblicher Politikdarstellung hinausgeht. Sondern vielmehr in Richtung einer offenen und engagierten Demokratie für und von Menschen, die im Leben stehen. Es ist auch ein Ruf, die "Macht des Faktischen" zu erkennen und ihr zu entkommen, welche suggeriert, dass wir Gegebenes ungebremst als Denkrahmen nutzen und nicht mehr aussteigen daraus für Neues. Wie schade! Und wie wunderbar, dass dieses Buch ermuntert, wirklich einmal neu zu denken, wie Demokratie lebendig und artgerecht gelebt werden könnte, in welcher ganz konkreten Welt wir unsere Kinder aufgehoben fühlen, wie Alltag an Schule, im Unternehmen, in der Nachbarschaft lebendig gestaltet sein könnte. Nämlich bedacht und proaktiv gestaltet, menschlich, ethisch und nachhaltig. Dafür gibt es keinen Masterplan. Ideen helfen. Und - wer wagt. beginnt. auf diese Weise gelebt, wird wirklich das Fundament des Autors als Philosoph und Schriftsteller eben zu dem erdenden Schwarzbrot seiner Arbeit, wie er selbst es formuliert. Danke für dieses tolle Buch, in der die Einladung zum Engagement nicht "mit einem Waschlappen um die Ohren gehauen wird", sondern wie ein wärmender und liebenswerter Mantel angereicht ist.
Hier ist der große politische (Ent-)Wurf in Form eines Buchs, das nicht nur verständlich geschrieben ist, sondern auch - ich kann es bezeugen - eine enorme Wirkung auf die Leserschaft ausübt. Ich kaufte das Taschenbuch mit dem schwungvollen Cover, las es sofort, kaufte ein weiteres Exemplar, verschenkte dieses und erhielt die Nachricht, dass das Schneeballsystem bei jungen und älteren Leserinnen und Lesern funktioniert.Wie erklärt sich das? Der sympathische Ich-Erzähler stellt sich nicht als monomaner Politiker dar, sondern kann auch Kritik an seiner Philosophie ertragen, ja selbst vortragen, diese mutige Selbstkritik, die nun einmal jeder gute Ich-Erzähler hervorruft. Und, was er grundsätzlich mitteilt, ist philosophisch begründet. Ein seltenes Exemplar: der Philosoph als Politiker! Dabei hebt Habeck sich von dem Grau der langweiligen Ideologien des 20. Jahrhunderts wohltuend ab. Ich lese immer weiter: "Wir sind die Matrix - Nachwort 2018" (S. 289, bis zum Schluß):"Alles kann passieren. Und alles kann schief gehen. Aber es ist ein großes Privileg und Glück, dabei zu sein. Und immer wieder wagen, zu beginnen."
Ich habe das Buch zusammen mit "Worauf wir uns verlassen wollen" von Winfried Kretschmann gekauft und hintereinander gelesen. Kretschmanns Buch kann man als Kampfansage an die CDU verstehen, dass die Grünen die besseren Konservativen seien. Den Erfolg dieser Strategie sieht man im Dezember 2018, wo die Grünen bis auf 6% an die Umfrageergebnisse der CDU herangekommen sind. Und das war noch bevor Friedrich Merz knapp das Rennen um den CDU Parteivorsitz verloren hat, was zu einem weiteren Mitgliederschwund der CDU führen kann.Habeck verfolgt einen ganz anderen Ansatz als Kretschmann. Für Habeck gehören die Grünen immer noch zum linken Lager, aber ohne ideologische Scheuklappen und mit der Bereitschaft, Kompromisse einzugehen, wenn diese zur Bildung einer Koalitionsmehrheit nötig sind. Habeck beschreibt seinen Aufstieg vom eher unpolitischen Studenten zum Führer der Partei Die Grünen. Beim Lesen wird klar, dass auch bei den Grünen die Nachwuchsgewinnung ins Stocken gekommen ist, so dass Habeck die Ochsentour vom Ortsvorsitzenden zum Landesvorsitzenden in Schleswig-Holstein so schnell absolvieren konnte, weil außer ihm oft keiner den Finger gehoben hat, wenn es um einen dieser arbeitsintensiven Posten ging. Man kennt das ja aus Eigentümerversammlungen bei Mehrfamilienhäusern, wenn alle froh sind, wenn zwei sich freiwillig melden für den Job der beiden Beisitzer. Erst als es um den Posten des Bundesvorsitzenden ging, hat es Habeck im ersten Anlauf nicht geschafft, hat aber nicht resigniert, weil ihm nur 75 Stimmen gefehlt haben. Wenn es mit der CDU weiter bergab geht, droht Habeck womöglich der Job des Bundeskanzlers. Man kann nur hoffen, dass diesem jungen Mann dann seine philosophischen Grundüberzeugungen weiter helfen, die Bodenhaftung nicht zu verlieren und sich im politischen Ränkespiel zu behaupten.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.