Bronsky, Alina: Baba Dunjas letzte Liebe
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Gegenwartsliteratur EAN 9783462050288

Bronsky, Alina: Baba Dunjas letzte Liebe

Hersteller: Kiepenheuer & Witsch Gmbh  ·  MPN: 1059755
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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 19:39 Uhr
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Produktfakten auf einen Blick

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Kiepenheuer & Witsch GmbH
EAN
9783462050288
Hersteller-Artikelnr.
1059755
Kategorie
Gegenwartsliteratur
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Produktbeschreibung

»Eine große Geschichte von Menschen und ihrem Mut, ihrer Kraft und ihrer Unbeugsamkeit« Christine Westermann Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sie sich mit Gleichgesinnten ein neues Leben auf. Mitten im Niemandsland, wo die Vögel so laut rufen wie nirgends sonst und manchmal ein Toter auf einen Plausch vorbeikommt. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe nach Deutsc

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Rosemarie 06.11.2024 amazon.de
Ein kleines Buch. Die Geschichte handelt von alten Menschen, die nach Tschernobyl nach der Katastrophe zurückkehrten. Sie hat mich sehr berührt!
Lesetante 06.11.2024 amazon.de
In diesem kleinen Roman erzählt die gebürtige Russin Alina Bronsky die Geschichte von Baba Dunja, die einige Jahre älter als 80 und eine Rückkehrerin ist. Als Betroffene des Reaktorunglücks von Tschernobyl brachte sie erst ihre Kinder und dann sich selbst in Sicherheit. Viele Jahre später kehrt sie zurück nach Tschernowo, findet ihr Haus verwildert vor, kümmert sich liebevoll darum und richtet sich ein. Sie ist die erste, die zurück kommt, andere - skurile - Personen folgen und es entsteht eine Gemeinschaft aus Einzelgängern, die als Selbstversorger ein zufriedenes Leben führen. Eines Tages wird diese Ruhe gestört, und die kleine - etwa 10-köpfige - Gemeinschaft droht auseinanderzubrechen. Selbst eine Hochzeit kann nicht mehr helfen.Es ist eine tolle Geschichte über eine Frau, die ihren Mann steht, die für andere einsteht, sich kümmert, Verantwortung übernimmt und auch nicht davor zurückschreckt, sich zu verteidigen. Sie richtet sich ein, egal, wo das Leben sie hin bringt. Mit weit über 80 Jahren lernt sie ein Gefängnis kennen, erfährt die Wahrheit über ihre Tochter und ihre einzige Enkelin und resümiert ihr eigenes Verhältnis zu ihrem verantwortungslosen Ehemann und ihrem Sohn, der vor der Familie bis nach Amerika geflüchtet ist. Die Rückkehrergemeinschaft ist speziell und doch alles, was Baba Dunja hat und braucht.Aus der Ich-Perpektive erleben wir den Kampf um ihr Haus und Dorf mit und drücken ihr voller Bewunderung ganz fest die Daumen.Ein tolles Buch mit einer hochinteressanten Hintergrundgeschichte, das mich berührt und als Perle in mein Regal einzieht.
parden 06.11.2024 amazon.de
Baba Dunja ist eine alte Frau, die keine 82 mehr ist, wie sie nicht müde wird zu betonen. Sie lebt in einem kleinen russischen Dorf mit wenigen Häusern, ein Bus ist die einzige Verbindung in die nächstgelegene Stadt, ein Telefon gibt es nicht, Strom nicht immer, dafür blüht und gedeiht das Obst und Gemüse im eigenen kleinen Garten, und im Sommer ist der Tisch immer reichlich gedeckt. Doch die Idylle trügt, denn Baba Dunja hat sich zu einer Ausgestoßenen erkoren - sie ist zurückgekehrt in ihr Heimatdorf nahe des explodierten Reaktors Tschernobyl. Das Dorf in der Todeszone ist ihre Heimat, ihr selbstbestimmtes Paradies."Das Gute am Altsein ist, dass man niemanden mehr um Erlaubnis fragen braucht - nicht, ob man in seinem alten Haus wohnen kann, und nicht, ob man die Spinnennetze hängen lassen darf." S. 14Baba Dunjas Leben scheint frei von Zwängen und größeren Sorgen. Sie genießt jeden Tag, der ihr bleibt, hat losen Kontakt zu den auch nicht mehr jungen Menschen, die nach ihr in das Dorf zurückgekehrt sind und hält gelegentlich einen kleinen Plausch mit den Geistern der Verstorbenen. Baba Dunja interessieren die Geigerzähler nicht oder die Jodtabletten oder ihre Blutwerte. Sie hat mit allem abgeschlossen und möchte den Rest ihres Lebens friedlich und selbstbestimmt dort verbringen, wo die Uhren noch anders gehen und die Hektik der Welt außen vor bleibt. Lebenserfahren und altersweise lebt Baba Dunja genauso, wie sie es für richtig hält und fühlt sich niemandem gegenüber mehr verpflichtet oder verantwortlich. Einzig der Briefwechsel mit ihrer inzwischen in Berlin lebenden Tocher ist ihr noch wichtig."Wir sind den Menschen unheimlich. Sie scheinen zu glauben, dass die Todeszone sich an die Grenzen hält, die Menschen auf der Landkarte einzeichnen." S. 45Alina Bronsky, die mit diesem schmalen Büchlein auf die diesjährige Longlist des Deutschen Buchpreises gelangt ist, skizziert hier eine Welt voller Widersprüchlichkeiten, Menschlichkeit, Pragmatismus und leisem Humor. Aus der Sicht Baba Dunjas erfährt der Leser Einblicke in das dörfliche Leben sowie in die Eigenheiten der teilweise recht wunderlichen Charaktere, die hier eine so seltsame Gemeinschaft bilden, in der doch irgendwie jeder für sich lebt. In wenigen, oft kurzen Sätzen skizziert die Autorin die Widersprüchlichkeit der nahezu idyllisch anmutenden einfachen Lebensweise: Selbstversorger mit eigenem Garten, viel frische Luft, die pure Natur - und dann die unsichtbare tödliche Bedrohung, die jeden vom Näherkommen abhält, der innerlich noch nicht mit dem Leben abgeschlossen hat. Dabei beschönigt die Erzählung nichts - sie macht nur kein Aufheben davon, es ist wie es ist."Wenn ich mich in meinem Alter noch über Menschen wundern würde, käme ich nicht einmal mehr zum Zähneputzen." S.62Neben dem interessanten Gedankenexperiment, wie es wohl wäre, mit einem Komplettverlust von Zukunftsgedanken zu leben oder aber auch neben der kulturellen Steinzeit, in die einen dieses Buch versetzt, waren es vor allem die leisen Töne und der von Humor durchsetzte Schreibstil, die mich für die Erzählung eingenommen haben. Ein wenig fehlte mir hier der Tiefgang, vieles blieb lediglich angerissen, kam über den angedeuteten Status nie hinaus. Das war schade, denn gerne hätte ich einige Charaktere oder Entwicklungen weiter verfolgt. Doch insgesamt konnte mir diese leise und nüchterne aber trotzdem liebevolle Geschichte gefallen.Alles in allem ein kleines, feines Buch - ebenso wie sein Hauptcharakter leise und ohne Sentimentalität, dennoch mit melancholischem Unterton und gleichzeitig durchsetzt von augenzwinkerndem Humor. Eine Mischung, die mir gefallen hat, der ich allerdings einige Seiten mehr gewünscht hätte.© Parden
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