»DeLillo ist zweifellos einer der Meister des politischen Romans unserer Epoche. Vor allem aber ist er ein begnadeter Erzähler.« Uwe Wittstock, Die Welt. Jack Gladney ist Professor für Hitler-Studien an einem amerikanischen College. Er und seine fünfte Frau Babette leben gemeinsam mit ihren vier Kindern aus verschiedenen Ehen in einem sympathischen Chaos. Doch als sich in einer nahen Chemiefabrik ein Giftgasunfall ereignet, nimmt ihr ganzes Leben eine jähe Wendung ...
Bewertungen & Erfahrungen
4,2 von 5
6 Bewertungen
5 ★3
4 ★2
3 ★0
2 ★1
1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion18.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein absolut großartiges Buch, das mich tief in die Welt von DeLillo entführt; der Roman ist meisterhaft geschrieben und der Erzählstil ist einfach bezaubernd.
Redaktion18.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieser Roman ist ein Meisterwerk und eine wahre Freude für alle Leser, besonders für Liebhaber politischer Literatur. Die Erzählkunst von Delillo ist einfach außergewöhnlich und fesselnd.
Voll des Lobes bin ich für Don DeLillos 1984 erschienenen Roman "Weißes Rauschen". Jack Gladney,College-Professor für "Hitlerforschung" und seine Familie leben in der Kleinstadt Blacksmith inmitten materiellen Überflusses und Konsums ein ganz normales nordamerikanisches Leben. Als sich über Blacksmith aufgrund eines Chemieunfalls eine toxische Wolke ausbreitet und die Bewohner fliehen müssen, scheint in der Stadt nichts wie vorher. Nach der Rückkehr der Bewohner in ihre Häuser vertiefen sich die insgeheim schon seit längerem gehegten Todesgedanken Gladneys. Aber auch das Leben seiner Frau Babette verändert sich drastisch. Als er herausfindet, dass sie im Rahmen eines Geheimexperiments als Probandin das Medikament Dylar einnimmt, um sich von ihrer eigenen Todesangst zu kurieren, nimmt ihr Leben eine tragische Wendung. DeLillo zeichnet das Porträt einer vom Fernsehen, von Werbung und unerschöpflichem Warenangebot geprägten Gesellschaft, in der der Mensch angepasst und scheinbar sorglos lebt, ihren Widersprüchen und Katastrophen aber hilflos ausgeliefert ist. Interessant dabei ist, dass DeLillo dem Durchschnittsamerikaner bescheinigt, sich in seinem heimischen Einkaufszentrum mit seinem vorgegebenen Warenangebot perfekt zurechtzufinden, ihm jedoch den Umgang mit der eigenen Sterblichkeit überhaupt nicht zutraut. DeLillo macht den Tod als letzte Urangst des Menschen aus und geriert sich als pessimistisch-zynischer Stimmenimitator des nordamerikanischen Konsum- und Werbesounds, des sorgenvertreibenden Fernseh-Rumorens. Ein beklemmendes und von Helga Pfetsch in sehr gutes Deutsch übersetztes Gesellschafts-Szenario, das mich gleich von Beginn an begeistert hat.
Wer viel liest und sich nebenbei auch noch mit der Biografie verschiedener Autoren befasst, landet immer wieder bei Hinweisen zu Büchern, die man „unbedingt gelesen haben sollte.“ Das kann Kerouacs -Unterwegs-, -Salingers Fänger im Roggen- oder Burroughs -Naked Lunch- sein. Die Liste ist schier endlos. Eines dieser Bücher, jedenfalls in meinem Leben, war das Weiße Rauschen von Dom De Lillo. Jetzt habe ich es mir „angetan.“Jack lebt mit seiner fünften Frau Babette und vier Kindern in einer Kleinstadt. Er ist an der Universität Professor und leitet die „Hitlerforschung.“ Eines Tages, nach einem Unfall, breitet sich eine giftige Chemiewolke über der Stadt aus. Jack glaubt, dass er kontaminiert wurde und bald sterben wird. Seine Angst vor dem Tod hält ihn im Bann. Als er feststellt, dass seine Frau an einem geheimen Medikamentenexperiment teilnimmt, das Menschen die Angst vor dem Tod nehmen soll, will Jack mehr wissen. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht…Eigentlich ist De Lillos Kultbuch kein Roman, sondern eher eine Psychoanalyse mit schmaler Story. Letztendlich geht es um das Innenleben von Jack Gladney, und dass extrem detailliert. Hier und da findet sich jeder Leser in Ängsten, Hoffnungen und Erlebnissen wieder. An einigen Stellen jedoch ist der Stoff so surreal wie ein Science Fiction. De Lillos Schreibe hat mich vom Handwerklichen komplett überzeugt. Die Geschichte war eher Beiwerk mit jeder Menge Luft nach oben. Am Ende ist es so wie fast immer bei „Kultbüchern“: Sie müssen es selbst ausprobieren. Nur sie können entscheiden, ob dieses Buch hier etwas für sie ist oder nicht.
Gehört habe ich von diesem Buch auf DLF. Die dortige Rezession war positiv, und das Thema anspechend. Jedoch bleibe ich enttäuscht zurück, die Lobeshymnen kann ich nicht nachvollziehen. Der Roman verspricht Konsumkritik, Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben und Tod. Ersteres kann ich auf den über 400 Seiten nicht entdecken. Letzteres mutet eher einer Farce an, so dass man sich zeitweilig fragt, ob es wirklich Menschen gibt, die geistig so flach sind? Dazu der unerträgliche Schreibstil, der mehr an einen entnervten Oberschüler erinnert, der für Deutsch einen Aufsatz rauswürgen muss, als an einen Schriftsteller. Für mich ein flacher Roman, mit noch flacheren Figuren. Nichts was mir in guter Erinnerung bleiben wird. Wobei, die deplazierten, erotisch gedachten, aber doch nur vulgär wirkenden kurzen Einschübe, die sich mir so gar nicht erschlossen haben (was sollen die im Kontext des Textes aussagen?), bleiben wohl leider länger haften. Auch nur ihrer Absurdität wegen.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 10:22 Uhr.