Ich habe die Buchreihe "Internat der bösen Tiere" meiner Nichte geschenkt und bin wirklich begeistert davon, wie sehr sie diese Bücher liebt. Die Geschichte ist gut geschrieben und hat genug Spannung, um die Aufmerksamkeit der Leser aufrechtzuerhalten. Ich mochte auch die Illustrationen im Buch, die die Tiere und ihre Umgebung sehr gut darstellen.
„Der Chor der Tierstimmen wurde immer lauter und erst jetzt wurde Noel sich bewusst, dass er mitsang. (…) Wir sind Tiere, dachte er. Das war die Botschaft der Pyramide. Die Menschen waren ein Teil des Ganzen. Jeder von ihnen war so wertvoll, so stark, so einzigartig wie ein Chamäleon, eine Spinne, ein Bär oder eine Taube. Und sie alle gehörten zusammen.“ (Seite 212)Nach wie vor ist Noel, 14, auf den Geheimen Inseln irgendwo am Äquator im Internat der bösen Tiere. Dort bemüht er sich, von und mit seinen menschlichen und tierischen Mitschüler:innen zu lernen, die verflixte telepathische Kommunikation in all ihren Feinheiten endlich in den Griff zu kriegen und es seinen – allesamt tierischen – Lehrer:innen möglichst recht zu machen.Noch immer weiß er nichts über den Aufenthaltsort seiner Mutter, der Internats-Mitbegründerin Sonya, die gleich nach seiner Geburt verschwunden ist. Und noch immer sind ihre mächtigen Feinde – deretwegen sie sich versteckt hält – auch hinter ihm her.Etwas Neues gibt’s allerdings: Nach dem Weggang der bisherigen Schulleiterin, der Würgeschlange Mrs. Moa, ist jetzt der majestätische Löwe Mr. Simbaroi der Chef des Internats. Und der zieht auch gleich ganz neue Saiten auf. Was bisher harmlos als „Projektwoche“ daherkam und ein Mix aus Schnitzeljagd und Bundesjugendspielen war, wird unter dem neuen Direktor zu einem Instrument der gnadenlosen Auslese: Die Zweierteams, die ihre Aufgaben nicht schaffen, müssen das Internat verlassen!Noch ist Noel zuversichtlich, was die Projekttage angeht. Schließlich haben sein zugeloster Partner Mikaere und er während ihrer bisherigen Internatszeit schon eine Menge gelernt. Doch schon am ersten Tag, kommen den beiden Jungs Zweifel: Kann das Spiel tatsächlich so weit gehen, dass man mit hinterhältigen Tricks an der Erfüllung seiner Aufgaben gehindert wird? Jemand hat die beiden mit Betäubungsgas außer Gefecht gesetzt um zu verhindern, dass sie es rechtzeitig zum Ausgangspunkt zurückschaffen. Kein anderes Team berichtet von ähnlichen Schikanen, und es hat den Anschein, als hätten alle deutlich einfachere Aufgaben zu bewältigen gehabt als Noel und sein Partner.Am zweiten Tag läuft es so ähnlich. Doch, doch, versichert man den Jungs, das habe alles seine Ordnung, das gehöre dazu. Noel bezweifelt das. Irgendjemand spielt hier falsch und will ihn mit aller Macht aus dem Internat vertreiben und in den sicheren Tod schicken! Haben Sonyas Feinde einen „Maulwurf“ – in welcher Gestalt auch immer – ins Internat eingeschleust? Und wenn ja: Wer ist es?Die Nachforschungen gestalten sich schwierig, wenn man nicht weiß, wem man trauen kann und wem nicht …Für die befreiende Komik sorgen hier Schulkameraden wie die hysterisch plappernde Tarantel Poison und das verschlafene Flusspferd Willy, das allerdings deutlich mehr vom Geschehen mitkriegt als man so meint. Und auch die schusselige Sekretärin Miss Flap gibt immer wieder Anlass zum Schmunzeln und zum Kichern. Ich habe mich allerdings gefragt, warum Direktor Simbaroi sie nicht längst gefressen hat, wenn sie so sensationell unfähig ist. Sie ist ja nur eine halbe Portion! - Das hat natürlich Gründe.Für die Suche nach seiner Mutter hat Noel in diesem Band keine Zeit. Er ist vollauf mit Überleben beschäftigt. Aber er kommt seinem Ziel wenigstens ein winziges Schrittchen näher.Ich habe schon bei den vorangegangenen drei Bänden – die man kennen sollte, um bei Band 4 mitzukommen – schon gesagt, dass ich diese Reihe liebe. Wenn Außenseiter:innen und „Ekeltiere“ die Helden sind, wenn sie gemeinsam haarsträubende Abenteuer erleben und die Kernbotschaft lautet, dass wir alle zusammengehören und aufeinander aufpassen sollten – was kann da noch schief gehen?Irgendwann aber möchten wir den zentralen Konflikt der Reihe schon gelöst sehen. Ewig kann man uns die verschwundene Mutter und den gefährlichen Todfeind, der kaum je persönlich in Erscheinung tritt, nicht vor die Nase halten wie dem Esel die Karotte. Andererseits macht es natürlich tierischen Spaß, die Internatschüler:innen bei weiteren aufregenden Erlebnissen zu begleiten.