„Love is bold“ von Kathinka Engel ist der zweite Band der Love-is Reihe, welche im Piper Taschenbuch Verlag erschienen ist.Inhalt: Bonnie ist seit einer Ewigkeit in ihren Bandkollegen und Freund Jasper verliebt. Doch diese Liebe darf nicht sein, da Jasper mit ihrer besten Freundin verheiratet gewesen war. Diese starb viel zu früh und hinterließ einen untröstlichen Mann und zwei Kinder. Bonnie unterdrückt ihre Gefühle und hält sich von Jasper fern. Doch Jasper bemerkt immer öfter, dass er Bonnie mit anderen Augen sieht, doch das mit ihnen darf nicht sein...Wie schon der erste Teil spielt die Geschichte im unglaublichen New Orleans. Man fühlt sich regelrecht in die Stadt mit ihrer besonderen Atmosphäre versetzt. Auch das Bandleben wird thematisiert und verdeutlicht die Gemeinschaft der Bandmitglieder. Grade Bonnie ist der Kleber der Gruppe. Sie ist selbstbewusst, offen, hat ihre Spleens und sagt, was sie will (außer über ihre Gefühle zu Jasper). Sie ist eine gute Freundin und immer für die anderen da. Sie muss den Verlust ihrer besten Freundin verarbeiten, die für sie wie eine Schwester war. Und ihre Gefühle zu Jasper in Schach halten.Auch Jasper ist eine gute Seele. Und man fühlt seinen Verlust mit ihm mit. Trotzdem ist er für seine Kinder da und versucht weiter zu machen. Er ist so ein guter Kerl, der das große Glück gefunden hatte und welches ihm wieder entrissen wurde.Der Schreibstil ist so bildlich und detailliert, dass man sofort in der Geschichte ist. Dazu die Rückblicke und die beiden Sichtweisen von Bonnie und Jasper vermitteln eine tiefe Sicht in die Geschehnisse und Gefühle der Protagonisten.Das Cover überzeugt durch die glitzernde Farbgebung und den abgesetzten Glitzer.Love is bold befasst sich mit einem berührenden Thema. Die Geschichte ist dabei so gefühlvoll und emotionsgeladen, ohne kitschig zu sein. Die Charaktere sind so stark, haben ihre Fehler und Stärken. Die Beziehung entwickelt sich innerhalb der Geschichte so unglaublich schön. So ruhig und gefühlvoll!
Im 2. Band der Love-is-Reihe geht es um Bonnie und Jasper. Zwei Protagonisten, die sich schon seit Kindstagen kennen und die beide einen bitteren, schrecklich schmerzhaften Verlust verkraften müssen. Nämlich den von Blythe, Bonnies bester Freundin, Links Schwester und Jaspers erster großer Liebe, seiner Ehefrau und Mutter seiner Kinder. Sie ist vor vier Jahren gestorben und hat im Leben all ihrer Freunde, ihrer Familie und allem voran ihres Ehemanns Jasper ein klaffendes Loch hinterlassen.Bei diesen Ausgangsbedingungen ist es vorprogrammiert, dass im Buch ein tiefer, ständig präsenter Schmerz steckt. Er wird gut vermittelt. So gut, dass es mir wehgetan hat, diesen Roman zu lesen. Und trotzdem konnte ich es nicht lassen.Denn da steht dieses eine Geheimnis zwischen Bonnie und Jasper, das eine zerreißende Spannung aufbaut. Eines, das Bonnies ganzes Leben bestimmt: Sie ist unsterblich in Jasper verliebt. In den Mann ihrer besten Freundin. Jedes Buch, das ich bisher über dieses "Thema" gelesen habe, war insofern anders, als die Protagonisten in anderen Geschichten oft hinter dem Rücken der besten Freundin ausbrechen und etwas tun, das die Karten auf den Tisch legt.Hier ist das nicht so. In "Love is Bold" wehrt sich Bonnie vehement gegen ihre eigenen Gefühle. Sie bleibt Blythe treu, loyal. Und das sogar noch vier Jahre nach deren Tod. Selbst dann noch, als Jasper und sie sich näher kommen, ohne dass sie es will oder verhindern könnte.Jasper ahnt von alldem nichts. Er hat alle Hände voll damit zu tun, ein guter Vater zu sein, seinen Schuldenberg abzubezahlen, Musik zu machen, um über die Runden zu kommen und nebenbei noch so etwas wie ein annehmbares Leben zu führen. Nur dass darin seit Blythe Tod keine Frau mehr vorgekommen ist.Jetzt, nach vier Jahren, beginnt er langsam, aber sicher, zu verstehen, dass er sich wieder nach Zweisamkeit sehnt. Dass es okay ist, wieder nach vorne zu blicken und für sich selbst etwas zu tun. Und die Erfüllung dieses Wunsches findet er ausgerechnet in Bonnies Gesellschaft.Bonnie, die es seit Jahren vehement vermeidet, mit Jasper allein zu sein, um ja nicht in Versuchung zu geraten. Bonnie, die ihn so bedingungslos liebt und sich selbst nicht erlaubt, auch nur daran zu denken. Bonnie, die sich dadurch seit Jahren ihre Chance auf Glück verwehrt.Leider haben an dieser Stelle für mich die Probleme mit diesem Buch angefangen. Zwar finde ich es bewundernswert, wie sehr Bonnie ihrer besten Freundin auch nach deren Tod an der Seite zu stehen versucht, aber es begann ziemlich schnell, mich zu nerven. Denn jede einzelne Begegnung zwischen ihr und Jasper, jedes Wort, jede Berührung, wird von Bonnie auf die Goldwaage gelegt. Es gab keine einzige Szene, die Bonnie einfach nur genießen konnte. Immer war alles verbunden mit der drückenden Gewissheit, dass sie nicht schwärmen, nicht reden, nicht berühren dürfe, und wenn es doch geschah, dann war das schlechte Gewissen so allumfassend, dass es mir beim Lesen keinen Spaß gemacht hat.Für mich hat sich der Roman ziemlich gezogen. Denn die sich ständig kreisenden Gedanken wurden immer wiederholt. Bonnie und Jasper machten einen Schritt nach vorne und dann zwei wieder zurück. Wobei der größte Störfaktor hierbei Bonnie war. Jasper dagegen macht Fortschritte. Für sich, für seine Persönlichkeit, für sein eigenes Seelenheil. Er versteht, dass er Bonnie gern hat. Versteht, dass er dabei ist, sich zu verlieben. Für Bonnie steht von Anfang bis Ende eines fest: Sie liebt ihn abgöttisch, aber sie kann ihn nicht haben.Es ist wohl keine Überraschung, wenn ich sage, dass diese Situation irgendwann aufgebrochen wird. Und wie das geschieht, ist zum Glück nachvollziehbar und Blythe würdig. Ich war froh, als Bonnie endlich einsah, dass sie das Recht auf Glück hat. Glück mit Jasper. Und dass es dann das Happy End gibt, das noch einmal richtig süß wird.Leider trübt der Schmerz, der bis dahin auf dem Weg liegt, jede noch so annähernd schöne Szene. Die Lebensfreude, die in Band 1 des Romans vermittelt wurde, wird in Band 2 durch den vielen Schmerz richtiggehend aufgezehrt. New Orleans wirkt auf einmal gar nicht mehr so bunt. Nicht mehr so fröhlich. Da ist fast ausschließlich Trauer, Schmerz und Zurückhaltung. Keine große Spannung, weder sexuell noch emotional. Und als sich all das irgendwann auflöst, ist da dann grenzenloses Glück. Für mich fehlte irgendwie etwas dazwischen.Fazit:Ich habe lange überlegt, ob ich diesem Roman drei oder vier Sterne gebe. Drei, weil mich die drückende Stimmung, wie oben beschrieben, schon sehr gestört hat. Aber vier, weil das Buch als solches immer noch gut ist. Es ist echt. Es ist wunderbar gefühlvoll geschrieben, tief ergreifend und authentisch. Und es ist etwas völlig anderes als alles, was ich bisher in diese Richtung gelesen habe. Der Schreibstil ist flüssig und toll. Und natürlich ist der Freundschaftskreis aus Band 1 ebenfalls der Hammer! Also sage ich: Lesen. Es lohnt sich, wenn auch aus anderen Gründen als bei Band 1.