Vom Leben an der Seite eines todkranken Genies Jane Hawking lebt 25 Jahre lang an der Seite eines Mannes, den man »Einsteins Erben« nennt. Während Stephen Hawkings Denken ungeahnte Höhen erreicht, richtet eine tückische Krankheit seinen Körper mehr und mehr zugrunde. Seine Frau berichtet in aller Offenheit von einer Ehe, in der Begabung und Krankheit, Glück und Trauer, Treue und Grausamkeit nah beieinanderliegen. »Großartige Lektüre!« Gala
Bewertungen & Erfahrungen
4,3 von 5
3 Bewertungen
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Redaktion17.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch ist eine faszinierende und tiefgründige Betrachtung der menschlichen Erfahrung und der komplexen Beziehungen, obwohl es für manche Leser aufgrund der wissenschaftlichen Tiefe etwas anspruchsvoll sein kann.
Durch den wirklich gelungenen Film "Die Entdeckung der Unendlichkeit", der neuesten Produktion von Working Title ("Notting Hill", "Love Actually") wurde ich auf Jane Hawking aufmerksam.Seit Rose Kennedys Autobiografie "Alles hat seine Stunde" habe ich kein Buch mehr derart verschlungen. In meinen Augen ist Jane Hawking eine starke Frau, eine Heldin. Zwar hat sie keine international diskutierte wissenschaftliche Theorie entwickelt und war nie Inhaberin eines Lehrstuhls. Dafür aber hat sie anhand ihrer Lebensgeschichte bewiesen, dass Liebe viel mehr ist als körperliche Anziehungskraft. Man kann auch von dem Geist bzw. der Seele eines Menschen komplett fasziniert und angezogen sein. Diese Tatsache ist meiner Meinung nach mindestens so bedeutungsvoll wie die Erforschung schwarzer Löcher. Außerdem hat sie außergewöhnlich viel Mut, Aufopferungsbereitschaft und Durchhaltevermögen bewiesen. Mag sein, dass sie ihrem Gatten intellektuell unterlegen ist, mein Eindruck ist aber eher, dass sie einfach andere Prioritäten in ihrem Leben gesetzt hat. Abgelehnt im maskulin dominierten Oxford, wo damals zehn Männer auf eine Frau kamen, versuchte sie einen eigenen Weg zu finden. Statt sich bei der britischen Botschaft zu bewerben oder hartnäckig an einer Hochschulkarriere zu arbeiten, setzte sie auf Liebe und Familie. Sie wagte sich hinein in ein Leben mit einem Mann, der von Anfang an todgeweiht zu sein schien, tippte seine Doktorarbeit, stützte ihn auf allen Wegen, nahm hin, dass er tagelang nicht ansprechbar war oder sie überging, wenn er eine Rede hielt. Diese Hingabefähigkeit verdient den höchsten Respekt. Jane Hawking war wie ein guter Engel, der hinter ihrem Mann stand. Um geistig nicht zu verkümmern, hat sie bei all ihren Aufgaben (ein pflegebedürftiger Mann plus drei Kinder) eine Doktorarbeit zuwege gebracht.Das Buch schildert sehr ehrlich und nachvollziehbar, warum Jane sich von dem "exzentrischen", geistig brillanten Stephen angezogen fühlte. Sie folgt ihm in ein Wissenschaftlerleben, das geprägt ist von Reisen um die ganze Welt und hitzigen Diskussionen um schwer fassbare Phänomene. Interessant, wie Jane ihre Aufenthalte in Polen, Russland und den USA während des Kalten Krieges beschreibt. Was Stephen Hawking angeht: Er ist auf ganzer Linie ein Phänomen. Bis jetzt kann kein Mediziner erklären, warum er trotz Motoneuronenkrankheit (ALS) mittlerweile über 70 Jahre alt werden konnte. Die Krankheit ist normalerweise ein sicheres Todesurteil. Stephen Hawking ist auf ganzer Linie ein Triumph des Geistes über den Körper. Er ist mutig, witzig, geistig brillant und ehrgeizig. Immer wieder schimmert bei ihm allerdings im Buch eine gewisse Rücksichtslosigkeit durch. Kein Pflegepersonal zu akzeptieren, obwohl die eigene zierliche Frau überlastet ist, ist schon ignorant. Dass seine zweite und dritte Frau beide Krankenschwestern waren, zeigt m.E., dass Stephen Hawking einfach nahm, was ihm guttat und nie eine Frau gesucht hat, die ihm ebenbürtig war. Das ist verständlich, aber hat die geduldige Jane auf Dauer emotional verhungern lassen. Dass Jane sich nach 25 Jahren einem anderen Mann zugewendet hat (mit Billigung ihres Gatten) kann ich ihr nicht verdenken.
Mit großem Interesse habe ich das Buch "Die Liebe hat elf Dimensionen: Mein Leben mit Stephen Hawking" gelesen. Geschildert werden mehrere Jahrzehnte einer Frau an der Seite eines genialen und leider auch hochgradig körperbehinderten Wissenschaftlers. Voller Zuversicht und Liebe geht Jane Hawking in diese Ehe und die Liebe hält sehr lange noch an, die Zuversicht schwindet. Jane stellt irgendwann fest, dass sie mit einem Mann verheiratet ist, der sich immer mehr zum Soziopathen entwickelt hat, zu einem Menschen, der sich nicht um die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen kümmert, der nur für die Wissenschaft lebt und seine Frau als selbstverständliches und eher lästiges Anhängsel sieht. Interessant fand ich auch die erstaunliche Rückständigkeit des Universitätsbetriebes in der hochgelobten Universitätsstadt Cambridge. Dort kamen Frauen in der Wissenschaft so gut wie überhaupt nicht vor, wurden missachtet und haben sich das offenbar auch über Jahrzehnte lang gefallen lassen, ohne nennenswert aufzumucken. Teilweise hat das Buch Längen, teilweise werden meinem Empfinden nach zu viele Personen namentlich genannt, die nur Eingeweihte der britische-amerikanischen Universitätsszene kennen können. Trotzdem ist es insgesamt ein gut geschriebenes Buch, dessen Lektüre sich lohnt.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 10:22 Uhr.