Der Inhalt des Romans gibt einen Tag im Leben der Protagonistin wieder und ich habe ihn an einem Tag, in einem Rutsch durchgelesen. Mir sind dabei keine Längen aufgefallen, sondern sehr genaue, diffizile Beobachtungen der Autorin, die ihre Figuren humorvoll und einfallsreich gezeichnet hat. Die lockere Art und die Leichtigkeit, mit der sie wichtige und ernste Themen streift hat mich beeindruckt. Die klassischen Musikstücke, die in der Geschichte eine Rolle spielen werde ich mir auch noch anhören. Das Finale fand ich etwas überzogen und unglaubwürdig. Mich ließ das Buch etwas nachdenklich und (im positiven Sinn) irritiert zurück.
Von einem anderen Buch der Autorin ("Die Tochter meines Vaters") war ich so sehr angetan, dass es für mich keine Frage war, ein anderes Werk zu bestellen. Auch die Leseprobe war sehr ansprechend. Aber das Gesamtwerk selbst hat mich mehr und mehr gelangweilt, es war zäh und hat sich gezogen und eigentlich gab es kaum Handlung außer einem 08/15-Alltag und dem Wühlen in alten Erinnerungen.Völlig unverständlich - und ich möchte behaupten - sehr konstruiert, dass jemand mit familiärer Vorgeschichte zum Thema Krebs nicht auf die Idee kommt, wenigstens eine Diagnose vom Arzt feststellen zu lassen.Schade eigentlich, denn der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausnehmend gut. Dafür auch zwei Punkte, nicht jedoch für den lähmend langweiligen Inhalt.
Der Beschreibung nach ein interessantes Büchlein. Auch die Seiten der Leseprobe machen noch neugierig. Danach aber verliert sich die Protagonistin in der Beschreibung endloser Erinnerungen und gerade stattfindender chaotischer, meist nichtssagender Ereignisse und es wird immer zäher.Katharina, verheiratet, Mutter von zwei Kindern hetzt durch ihren Alltag. Statt Emotionen hat sie Listen. Grenzen setzen kommt in ihrem Vokabular nicht vor und so versucht sie es allem und jedem Recht zu machen, insbesondere macht sie jede Eskapade ihrer 11-jährigen Tochter klaglos mit. Die Passagen in der sie die bisherige Entwicklung ihrer Tochter beschreibt, als eine ständige Abfolge von Wutausbrüchen, Katastrophen, Verletzungen, Zerstörungen, sozialen Ausgrenzungen aus allen denkbaren Gruppen und daraus folgender chronischer Überlastung ihrer selbst, ist kaum auszuhalten. Dass eine Mutter ihr Kind nicht schnellstens zum Arzt bringt, wenn es ständig während des Unterrichts willentlich eine Ader in der Nase aufreißt, um Nasenbluten zu bekommen ist genauso unverständlich wie die Tatsache, dass eine Frau nie zum Gynäkologen geht, obgleich ihre weiblichen Anverwandten, inklusive der eigenen Mutter an Brustkrebs erkrankt und letztendlich daran starben.Und es wird mit jeder weiteren Seite schließlich nur noch nervig, langweilig. Ohne wirkliche Einsichten und Erkenntnisse, ohne Dynamik. Die Charaktere, inklusive Protagonistin, bleiben verschwommen und blutleer und ganz offen gesagt, alle wirken ziemlich unsympathisch. Das ist aber auch die einzige Emotion, die man beim Lesen des Buches empfindet.Die Empfehlung durch den NDR ist mir völlig unverständlich.Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass das Buch doch noch interessant wird, dass irgendetwas die zähe Erzählung auf Trab bringt, wirkliche Emotionen vermittelt, aber nach ca. der Hälfte habe ich aufgegeben, obwohl ich 16 Euro dafür ausgegeben habe. Und das tue ich nicht oft.Schade, denn das Thema - eine Frau, die angesichts einer gesundheitlichen Bedrohung ein Resümee zieht, über nicht verwirklichte Träume und einen tagtäglichen Lebenskampf als fast Alleinerziehende hätte durchaus spannend sein können.