Der Liebesbegriff bei Augustin: Versuch einer philosophischen Interpretation
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Philosophie EAN 9783492317061

Der Liebesbegriff bei Augustin: Versuch einer philosophischen Interpretation

Hersteller: Piper  ·  MPN: 1062103
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Produktbeschreibung

Die philosophische Deutung eines religiösen Denkers Hannah Arendts Der Liebesbegriff bei Augustin ist ihre erste veröffentlichte Schrift. Das 1929 erschienene Buch beruht auf ihrer im Jahr zuvor ­abgeschlossenen Dissertation bei Karl Jaspers. Darin greift sie bereits grundlegende Figuren ihres späteren Denkens auf: den Weltbegriff, die vita socialis, Ver­ant­wortung. ­Anhand des intersubjektiven Themas par excellence »Liebe« erörtert Arendt mit und ­gegen Augustinus die vielfältige »Doppeltheit« des Menschen zwischen Isolation und Gemeinschaft. Arendt prüft kritisch die Fundamente ethischen De

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Katharina Schmidt 16.06.2023 amazon.de
Die Neuausgabe der Dissertation von Hannah Arendt hält was sie verspricht. Sie ist dem längst überfälligen Anliegen gewidmet, Arendts Frühschrift nicht nur als Jugendwerk zu beachten und zugänglich zu machen, sondern auch kritisch in seiner Eigenständigkeit ernst zu nehmen.Das leistet vor allem der einführende Essay von Frauke A. Kurbacher, der in philosophisch anspruchsvoller Weise zwei zentrale Dinge klärt bzw. überhaupt zum ersten Mal zur Debatte stellt:Einerseits wird Arendts Schrift in einem weiten Bogen im philosophischen Liebesdiskurs systematisch verortet, was für den Leser den Vorteil mit sich bringt, die thematische Dimension ermessen zu können, in der Arendt sich bewegt. So wird Arendts prinzipielle Kritik an einem so wichtigen abendländischen Topos wie der Nächstenliebe als ebendieses Vorhaben gewürdigt, aber gleichzeitig zeichnen sich Schwierigkeiten bzw. die ambivalente Stellung, die der Liebesbegriff in ihrem eigenem System hat, ab.Andererseits wird anhand der analysierten Probleme die zentrale Stellung, die Arendts Frühschrift in Bezug auf ihre Subjektkonzeption hat, deutlich. Der Essay zeigt auf, wo Verbindungen zum Personenkonzept wie auch zum Weltbegriff vorhanden sind, die beide die Überlegungen Arendts zur Gemeinschaft gerade in ihrer Dissertation prägen.Bei all dem trägt die Übersetzungsleistung von Kirsten Groß-Albenhausen dazu bei, dass man endlich nicht mehr Latein und Griechisch lesen können muss, um sich Arendts spannendem Text zu nähern. (Dass in einem Faksimilie-Druck die Übersetzungen nicht in den Fließtext eingehen können, versteht sich von selbst). Diese Ausgabe ist also, solange noch keine kritische in Sicht ist, sicher die hilfreichste Variante, die man momentan erstehen kann.
Fred van Keulen 16.06.2023 amazon.de
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seltrisa 16.06.2023 amazon.de
Die bisher (11.02.2023) vorliegenden Rezensionen besprechen die vergriffene Ausgabe des Meiner-Verlages von 2018, nicht die hier angezeigte des Piper-Verlages. Seitens der Amazonredaktion sollte dies beachtet werden. - Zur Dissertation: Drei Phasen werden abgebildet: 1. Liebe als cupiditas, Verfallen an Welt, dispersio: Zerstreuung, damit Verlust des Selbst. "Da die Begierde als Angewiesenheit auf das extra me, das was ich gerade nicht bin, das eigene bonum prinzipiell verfehlt, so will sie heute dies und morgen jenes, das Vielerlei. Sie lebet in der sich und die Furcht zerstreuenden Verlorenheit des eigenen Selbst. Diese Zerstreuung ist die eigentliche Flucht vor dem Selbst. Die Flucht flieht das eigene Selbst, das sterben muss, und hängt sich an das, was Bestand hat." (S. 36) 2. Aufhebung in der vereinzelnden Einsamkeit: "Dieser Flucht vor sich selbst stellt Augustin das se quaerere entgegen: quaestio mihi factus sum" - Ich bin mir selbst zu einer Frage geworden - Hier liegt das wahre Motiv der Selbstverwirklichung, nicht etwa im Konsum. - "Das heißt aber, in dem Augenblick, da ich anfange, mich zu suchen, gehöre ich schon nicht mehr zur Welt [...], sondern zu Gott [...]. (37) 3. Rückgang in die Welt im "Spiel" des uti und frui, des Gebrauchens und Genießens: Realisation der Nächstenliebe in der vita socialis. - Die Assoziation zu Heideggers Trias "Verfallen", "Vereinzelung / Einsamkeit" und "Mitsein" in Sein und Zeit ist wohl nicht weit hergeholt. Fraglich ist bloß, ob beider Hintergrund nicht Augustinus ist. - Die Dissertation ist nicht einfach zu lesen. Lateinische, gelegentlich griechische Passagen werden nicht übersetzt. Es fehlt ein Sachregister, auch eine Konkordanz. Das Nachwort vom Herausgeber Thomas Meyer bietet einen Strauß von Informationen, hilft aber nicht wirklich weiter, wenn es um das Verstehen der Dissertation selbst gibt. Erfreulich ist der günstige Preis.
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