»Freiheit geht uns gar nichts an« Sieben Reisende, konfrontiert mit der Exotik und Härte des chinesischen Regimes Sie kannten die Plätze, Kaiser und Pagoden aus den Nachrichten. Aber sie wollten alles sehen, hören und schmecken. Deshalb stehen sie nach einem langen Flug in Kirthan, vor ihnen der Reiseleiter, der Welterklärer. Er heißt Nime, ein junger Mann mit einer Stimme wie ein Märchenerzähler. Er wird ihnen den Tempel der ewigen Freundlichkeit zeigen, die schnurgeraden Prachtstraßen und das asiatische Essen. Doch plötzlich ist Nime nicht mehr da. Und es stellt sich die Frage nach sein em Verschwinden und der Wahrheit hinter dem, was ihre Blicke erfassen. »Alles was Sie sehen ist neu« kommt im Gewand des romantischen Reiseromans daher und zeigt die Begegnung mit dem Leben unter totalitärer Herrschaft, wie es westliche Reisende nicht erwarten. »Eine aufwühlende Anklage aller Formen der Diktatur.« MDR
Bewertungen & Erfahrungen
4,6 von 5
5 Bewertungen
5 ★3
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2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion05.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein absolutes Highlight und ich war begeistert von der spannenden Darstellung der sieben Reisenden und ihrer Konfrontation mit dem chinesischen Regime. Die Geschichte ist fesselnd und die Darstellung der Exotik und Härte ist sehr gelungen.
Redaktion05.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein sehr interessantes Buch, das einen tiefen Einblick in die Reiseerlebnisse der sieben Reisenden bietet, allerdings sind einige Passagen etwas dicht.
„Nichts wurde verschüttet, alle Bewegungen waren rasch und klar.“ Klar ist auch Annette Pehnts Sprache, die einen stillen, schönen Sog entfaltet. Auch wenn die Themen schwer sind, taucht man aus ihren Büchern auf wie aus einem Kurzurlaub. In diesem Roman geht es um eine Reise, um einen Vater und eine Tochter, um Paare, um ein störrisches Mädchen und den einheimischen Nime, der plötzlich weg ist. In diesem fremden Land, das für die Touristen Abenteuer ist, aber mit seinem doppeltem Boden eine Gefahr für seine Bevölkerung. Und ist es nicht so, dass wir immer nur eine Idee bekommen von einem Land, das wir bereisen, das so anders ist als unsere westliche, vermeintlich sichere Welt, einem Land, in dem Menschen einfach verschwinden?
„Alles was Sie sehen ist neu“ ist das aktuelle Werk von Annette Pehnt. Wie wir sie aus ihren letzten Büchern schon kennen, legt sie uns hier einen Roman vor, der sich als eine geschickte Mischung aus Reiseliteratur, Reisegruppensatire, lakonischer Sozialstudie und trockener Sozialkritik darstellt. Wir steigen in die Geschichte ein als Teil einer Reisegruppe, die – Tochter und Vater besonders im Visier – mit ihrem chinesischen Reiseleiter NIme in einem fiktiven asiatischen Land, sehr an China erinnernd, in Khirtan unterwegs ist. Die Tochter erzählt und beobachtet diesen Reisepart aus ihrer Sicht und oftmals fühlt man sich durch den humoristischen Stil und die ironischen Dialoge an die Reisesatire „Hummeldumm“ erinnert. Aber dann schwenkt die Geschichte um, wird mehrschichtig, gewährt einen Blick hinter die Kulissen und gewinnt dadurch an Tiefe. Nimes, der Reiseleiter, der vor seiner Gruppe selbstverständlich nur tadellos und politisch korrekt auftritt, hat verschiedene Facetten. Der Roman blendet über in seine Kindheit, sein Dorf, seine Schule, schlimme ausbeuterische Zustände unter den Arbeitern des Landes. Die mühsame Nahrungsmittelbeschaffung gerät in den Blick des Lesers, soziale Ungerechtigkeiten im Land , diktatorische Einschränkungen. Alles sind Facetten von Nimes Leben und werden jeweils aus unterschiedlichen Erzählperspektiven erzählt, niemals aber von NImes selbst. Er erscheint wie eine Art Prisma des Romans, in dem sich verschiedene Wirklichkeiten und Lichteinfälle brechen. Annette Pehnt schreibt nicht sentimental, man identifiziert sich nicht wirklich mit den Akteuren, bleibt eher objektiver und distanzierter Zuschauer einer weitgehend unschönen Welt. Auch die Touristengruppe lädt nicht wirklich zur Identifikation ein, im Gegenteil: eher evoziert sie noch ein Fremdschämen. Als plötzlich am Ende der Geschichte der Reiseleiter verschwindet, sind die Reisenden, alle wohlhabend, gebildet und behütet, - völlig desolat, hilflos wie kleine Kinder. „Wir sind nun quasi elternlos“, kommentiert einer der Reisenden.Stoff zum Lesen, Stoff zum Nachdenken für Leser, die den prägnanten und tuscheartigen Stil von Annette Pehnt schätzen. Ganz besonders aber sicherlich auch eine spannende Lektüre für China- oder Asienreisende und Teilnehmer von Gruppenreisen, die dieses Buch im Handgepäck haben sollten, vielleicht mit einem Schmunzeln auf den Lippen.Empfehlenswert!
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.