Auf den ersten Blick haben Heuschrecken wohl wirklich etwas mit „Schreck“ zu tun, denn ihre ruckartigen Bewegungen und ihr Aussehen mag nicht jeder. Doch, dass in ihrem zarten Körper ein wahres Wunder an Bewegungskoordination steckt, offenbart sich erst auf den zweiten Blick. Dazu muss man schon genau mit einer Lupe geduldig hinschauen. Dann erkennt man auch mit etwas Übung und Erfahrung die Körpermerkmale, deren Abgleich mit der Karten-Bestimmungshilfe ihre Unterscheidung sowie Artbezeichnung ermöglicht. Dazu gibt es die präzisen Detailfotos zu den anatomischen „Spezialitäten“. Nach dem Prinzip eines dichotomen Bestimmungsschlüssels kann man sich so bis zur Art durcharbeiten, eine Zentimeterskala ist als Hilfestellung auch gleich mit dabei. Dr. Christiane Högermann
Ich möchte zunächst den kurzen Hinweis auf der Rückseite dieses Faltblatts zitieren: "Der Bestimmungsschlüssel ermöglicht die Identifikation von Artengruppen und einigen charakteristischen Heuschreckenarten. Eine weitere Differenzierung ist nur mit Hilfe der Gattungs-Übersichten im zugrunde liegenden Buch möglich […]".Damit ist schon sehr viel über diesen Bestimmungsschlüssel gesagt:Es handelt sich also um ein Faltblatt, und nicht um ein Buch. Der darin enthaltene Bestimmungsschlüssel, unterteilt nach Langfühler- und Kurzfühlerschrecken, ermöglicht die Bestimmung von Artengruppen. Die Bestimmung erfolgt mit Hilfe eines dichotomen Schlüssels, der mit sehr guten und detaillierten Fotos der Bestimmungsmerkmale arbeitet. Obschon auch einige ausgewählte Arten damit bestimmt werden können, dient er nicht in erster Linie zur Artbestimmung (wie es in einer anderen Rezension fälschlicherweise behauptet wird), sondern zur Einstufung in die Familien oder Unterfamilien. Weitergehende Bestimmungen sind nur im Zusammenhang mit dem Buch "Die Heuschrecken Deutschlands und Nordtirols", ebenfalls aus dem Quelle & Meyer Verlag, möglich. Das Blatt enthält übrigens keinen Hinweis, auf welchen Bezugsraum es sich erstreckt. Ich nehme an: Deutschland und Nordtirol?!Wer also aufgrund der Produktbeschreibung meint, mit diesem Faltblatt alle heimischen Heuschreckenarten Deutschlands bestimmen zu können, liegt falsch. Das sei deutlich gesagt. Die Produktbeschreibung ist hier schlicht irreführend.Textliche Informationen zu Lebensraum, Lebensweise, Verbreitung usw. der Heuschrecken enthält das Faltblatt nicht.Ob sich das Faltblatt im Format DIN A5 wirklich "bei Wanderungen und Streifzügen durch die Natur problemlos mitführen" lässt, muss wohl jeder selbst ausprobieren. In meine Jackentasche passt es jedenfalls nicht so gut. Oder es ist schnell zerknickt.Kurz zusammengefasst: das Faltblatt ist gut geeignet für eine erste Einstufung von beobachteten Heuschrecken in eine Artengruppe. Genauere Artbestimmungen sind nur im Ausnahmefall möglich. Das Blatt ist aus dünnem Karton hergestellt. Es wird beim Geländeeinsatz also schnell knicken und es ist nicht gegen Nässe geschützt.Für den Preis ist das alles insgesamt etwas wenig. Ich kann das Heftchen also nur bedingt empfehlen.