Ich besorgte mir diesen kurzen Band aus drei Gründen. Anfangs wollte ich mich in das Thema “Inquiry” einarbeiten und mir wurde diese Lektüre von Frau Meibert empfohlen. Überdies interessieren mich die Methoden MBSR und MBCT, da ich selbst in der MBM tätig bin. Als dritten Punkt wollte ich für mich eine kurze Einführung in diese beiden Thematiken, um einen Vergleich mit der Feldenkrais Methode herzustellen. Alle drei Gründe konnte ich zu meiner Zufriedenheit befriedigen.Das Kapitel zum Thema Inquiry, mit Beispielen aus der Praxis durchzogen, gab mir einen sehr guten Einstieg in diese Thematik, welche ich bei Zeiten vertiefen möchte. Dieser achtsame Dialog, welchem die Haltung der Ergebnisoffenheit und des Nicht-Wissens zugrunde liegt, soll dem Dialogpartner ermöglichen Gedanken, Gefühle und Empfindungen differenzierter zu beschreiben, um dadurch eine klarere Selbstwahrnehmung herzustellen und persönliche Erfahrungen aus einem Kontext heraus zu sehen. Der Fokus liegt bei Inquiry nicht auf den entwicklungsbedingten verursachenden Faktoren, sondern vermehrt auf den Auslösern und aufrechterhaltenden Faktoren.Der Überblick zu MBSR und MBCT sowie der Unterbau, bzw. der geschichtliche Hintergrund mit samt verschiedenen Ausläufern in Gestaltherapie, Hypnotherapie und DBT, um nur drei zu nennen, gibt fundiertes Wissen welches zum Weiterlesen anregt. Ich finde insbesondere die Betonung des Prozesses als sehr wichtig, welcher mit der Verbindung von Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen einhergeht. Hier sehe ich eine wichtige Parallele zur Feldenkrais Arbeit, welche sich mit ähnlichen befasst, wenn auch in einer anderen Art und Weise. Als Feldenkrais Lehrer benutzen wir ähnliche Konzepte wie, Bewusstheit, Offenheit, Exploration und spielerische Neugierde. Somit können sich die beiden Methoden die Hände reichen, was nicht bedeuten mag, das sie identisch sind, sondern lediglich ähnlich.Was mir persönlich sehr gut gefallen hat, waren zwei Punkte. Zum einen wird das Wort Achtsamkeit heute fast inflationär benutzt, was eine gewisse Abneigung hervorruft. Hier wird explizit im Kapitel “Grenzen” darauf eingegangen. Achtsamkeit ist keine Wunderpille, die Dinge einfach mal so wegmacht. Das kann sie nicht und wird sie auch nie können. Dennoch hilft Achtsamkeit, dem Leben eine andere Farbe zu geben und aus dem Schwarz-Weiß-Tunnel auszubrechen. Der zweite Punkt wären die Kurzvorstellungen wichtiger Studien am Ende des Buches in beiden Bereichen (MBSR und MBCT), sowie aus der Mitgefühlsforschung und zu den Wirkfaktoren bezüglich Achtsamkeit. Auch hier lädt der Text zum vertiefenden Studieren der Forschung ein.Insgesamt ist Frau Meibert, eine Koryphäe im Bereich Achtsamkeit, ein sehr gelungener Einstieg in diese komplexe Thematik gelungen. Eine klare Leseempfehlung für all diejenigen, welche einen Überblick zu MBSR, MBCT, Achtsamkeit und evt. MBM suchen.