Ich muss zugeben, dass ich lange überlegt habe, wie ich diesen Band bewerten soll. Der Fall ist durchaus spannend, hat zwischendurch allerdings leichte Längen. Stilistisch und vom Aufbau her bietet er eigentlich nichts weltbewegend Neues. Interessantes Ermittlerduo, bestehend aus zwei unterschiedlichen Charakteren, Schilderung im Perfekt aus Sicht des allwissenden Erzählers, also Ermittler, Opfer, Täter. Soweit, so bewährt, so bekannt.Warum ich dem Band trotzdem (noch) fünf Sterne gebe, hat seinen Grund vor allem in der Tiefgründigkeit der Geschichte, die sich erst „organisch“ nach und nach entfaltet. Sie wirkt im Gegensatz zu vielen anderen Thrillerreihen weder konstruiert, noch wird sie einem einfach, z.B. im Rahmen eines Geständnisses am Ende, hingeklatscht. Insofern wird der typisch minimalistische, nüchterne Stil der meisten deutschen Thrillerserien, durch fast „romanhafte“ Schilderungen ergänzt.Daneben ist zwar der Wechsel zwischen den Perspektiven wie gesagt alles andere als neu, jedoch erfolgt der jeweilige Wechsel nicht einfach nach einem Schema (z.B. abwechselnd Ermittler, Täter, Opfer), sondern erfolgt vielmehr in den Kapiteln auf höchst unterschiedlicher Weise, mal als kurzer, mal als längerer Einschub, wobei diese manchmal auch aus Rückblenden oder Träumen bestehen. Diese plötzlichen, überraschenden Perspektivwechsel werten den Thriller im Gegensatz zur Konkurrenz deutlich auf. Daneben verzichtet das Buch zum Glück auch dem typischen Unwesen deutscher Thrillerserien, dass die Ermittler oder deren Familie persönlich involviert werden und dadurch in Todesgefahr geraten u.ä.Insgesamt kann man vielleicht den Band im Vergleich zur Konkurrenz am besten mit einem Filmprojekt vergleichen: Während viele deutsche Thrillerserien häufig einer vertexteten Fernsehserie (z.B. CSI etc). ähnelt, gleicht der Band übertragen eher einem gut gemachten Thriller-Spielfilm.Bei den künftigen Bänden würde ich mir noch wünschen, dass auch das Privatleben der Ermittler mehr berücksichtigt wird.Ich bin jedenfalls auf den zweiten Band gespannt!
Gute Geschichte, spannend erzählt.Gefallen haben mir die beiden Ermittler, etwas verschroben und eigensinnig, aber damit erhalten Sie ein Gesicht, was ich in vielen anderen Krimis vermisse, in denen viele, viele Akteure auftauchen und so schlecht beschrieben sind, dass ich sie nicht unterscheiden kann.Das ist hier nicht der Fall.
Franka Erdmann und ihr junger Kollege Alpay Eloglu bekommen es in ihrem ersten gemeinsamen Fall mit einem Killer zu tun, der es auf Influencer abgesehen hat.Die Charakterentwicklung der beiden sehr unterschiedlichen Ermittler ist äußerst gelungen und überzeugend dargestellt. Durch die häufigen Perspektivwechsel erhält der Leser zudem einen Einblicke in die Gedanken und die Hintergrundgeschichte des Mörders, wodurch der Geschichte eine zusätzliche Dimension verliehen wird.Für alle Fans von spannenden Krimis und Thrillern ist „Das Profil“ eine absolut empfehlenswerte Lektüre. Die fesselnde Handlung, der mitreißende Schreibstil und die interessante Charakterentwicklung machen das Buch zu einem packenden Leseerlebnis.