Die 21: Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer
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Die 21: Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer

Hersteller: Rowohlt  ·  MPN: 1063186
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Rowohlt
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Produktbeschreibung

Im Frühjahr 2017 reiste Martin Mosebach nach Ägypten. Er besuchte im Dorf El-Or die Familien der 21 koptischen Männer, die zwei Jahre zuvor von IS-Terroristen an einem Strand in Libyen ermordet worden waren. Er saß in Empfangszimmern, durch die die Schwalben flogen, und machte sich ein Bild: von den Madonnenbildern und Jesus-Porträts an den Wänden, den grob geschreinerten Reliquienschränken, von einer Lebenswelt, in der alles die Spiegelung oder Erfüllung biblischer Vorgänge ist. Immer wieder wurde ihm, umgeben von Kindern, Ziegen, Kälbern, auf einem iPad das grausame Propagandavideo des IS vo

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 11.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Ein unglaublich faszinierendes Buch, das mich tief in die Geschichte und die Kultur Ägyptens entführt. Die Darstellung der Reise und der Begegnungen ist sehr lebendig und fesselnd.
Redaktion 11.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Super!
Stefan Bück 29.11.2024 amazon.de
Eines der besten Bücher, das ich gelesen habe, es gibt einen sehr guten Einblick in die Ägyptische und die Koptische Kultur. Es berichtet auch, was Menschen bereit sind zu erleiden, für ihren Glauben an Jesus.
Dr. Maria Anna Maier 29.11.2024 amazon.de
Ich musste an manchen Stellen Unterbrechungen einlegen weil die Gedanken zur bedingungslosen Opferbereitschaft der im Glauben stehenden koptischen Kleinbauern und Wanderarbeitern sehr tief gingen. Ich fragte mich selbst, wie weit es gelingen kann, diesen gelebten Glauben der 21 ermordeten Kopten und den ihrer Angehörigen, die keine Rachegelüste aufkeimen lassen, sondern Stolz und Verehrungswürdigkeit empfinden, nicht für verrückt sondern für wahr und richtig zu halten in aller Konsequenz.Ich fragte mich, wie weit ich in unserer hier sehr zivilisierten Welt bereit wäre zu gehen. Wie leicht ich Haus, Familie loslassen könnte und wieviel Bekenntnis ich noch über die Lippen bekäme in dem Moment, in dem der Tod in zu erwartender Grausamkeit nur noch einen Augenblick entfernt ist. Wieviel Zorn und Rachegelüste wohl aufkeimen würden angesichts des Verlustes eines lieben Mensches anstelle von Stolz, einen Martyrer, einen Heiligen gewonnen zu haben. Für uns im Westen - so scheint mir - sind diese christlichen Traditionen der Martyrer-Verehrung sehr viel weniger greifbar. Wir werden fast überrumpelt, wenn die Thematik plötzlich durch den IS an Aktualität und Nähe gewinnt.Angesichts der im Kopf omnipräsenten Bilder aus dem IS-Propaganda-Video gewinnt das Buch eine zusätzliche Anschaulichkeit. Auch in unserer Welt ist es nicht immer leicht den Christen nach außen zu kehren. Ich stehe fassungslos vor dieser ins Detail Video-inszinierten Abschlachtung und doch will mein Inneres diese Greueltat aus unserer Welt, in der wir uns bei all den vergangenen terroristischen Verbrechen seit 9/11/2001 noch relativ sicher fühlen, sehr weit verbannen und in "diese andere Welt" projezieren. Der Autor schafft einen realen Bezug zu dem, was wir eher in Geschichtsbücher alter Zeit verfrachten oder als Einzelfälle abtun wollen: Dramen von Christenverfolgung, die sich in Wirklichkeit zeitgleich abspielen.Mich berührt die Darstellung des Schicksals der 21 Märtyrer, die sich vermutlich ohne Aufbegehren in dieses ergaben - eine schlichte heldenhafte Tat einfacher Menschen, die die Gedanken politischer Auseinandersetzungen bis dahin vermutlich wenig beschäftigt hatten. Menschen, die ihrem einfachen Tagwerk nachgegangen sind um die Familie zu ernähren, werden durch ihr Schicksal und die mediale Inszinierung zu bekannten Opfern und Helden unserer Zeit." Wir wollen heute hinter jedem Konflikt zwischen den Religionen vor allem politische und wirtschaftliche Motive vermuten, weil wir es für ausgeschlossen halten, daß der Glaube eines Menschen tatsächlich zur letzten und höchsten Wirklichkeit seines Lebens wird. " Der Autor greift den Gedanken auf, daß für diese 21 koptischen Christen mit der Zugehörigkeit zum Glauben in ihrer Welt schon über Generationen Nachteile verbunden waren, die sie aber in Kauf nehmen wollten um des Glaubens willen, auch wenn es bedeuten könnte, einmal ein Zeugnis abzulegen, was den Tod bedeuten kann."Von Tawadros wußte die Witwe noch zu berichten: man habe ihm in Libyen nahe gelegt, seinen christlichen Namen Theodor zu ändern, der könnte ihm Ärger machen. Er habe gesagt:`Wer damit anfängt, seinen Namen zu ändern, der ändert zum Schluß auch seinen Glauben`" Das Heldenhafte spielt sich also nicht rein in der Zeit der Gefangenschaft und dem letzten Moment der Ermordung ab. Man kann annehmen, daß es diese ganze Lebenseinstellung beinhaltet mit einer selbstverständlichen Opferbereitschaft - wenn es sein muss, auch zu sterben. Diese Lebenseinstellung teilen auch die Hinterbliebenen, "sie blickten mit ruhigem Stolz" auf ihre 21, die jetzt Heilige sind. In unserer Welt, so würde ich es empfinden, ist eine so klare Auffassung des Glaubens in weite Ferne gerückt, obwohl wir die Bibel und das neue Testament und den Kreuzestod von Jesus kennen. "Das Christentum hat heilige Bücher, die Evangelien, die man auch bewundern kann, wenn man mit dem Christentum nichts zu tun hat, aber diese Bücher erklären nicht die schnelle Ausbreitung der christlichen Religion. Das Geheimnis dieser Ausbreitung sind die Menschen, die vom ersten Augenblick bereit waren, für ihre Liebe zur Person Jesu in den Tod zu gehen: die Martyrer"So sehr mich diese anfangs sehr geballten Gedanken zur Opferbereitschaft und die Analyse des IS-Szenarios fesselte, atmete ich doch auf in den folgenden Kapiteln, die etwas leichtere Kost darstellten. Reisebeschreibungen, die es schaffen, den Leser in diese fremde Welt eintauchen zu lassen. Sehr interessiant fand ich die Beschreibung der Häuser und Bauweisen, die den Wunsch nach einer moderneren Lebensweise aufzeigen. Diese Sehnsucht nach Fortschritt ist aber offenbar auch zu hinterfragen, weil bei aller Fortschrittlichkeit Rückschritte zu verzeichnen sind, die sich nicht gerade vorteilhaft auf das moderne Leben auswirkten und Rückschlüsse auf politische und gesellschaftliche Veränderungen zulassen.In die Berichte über Begegnungen vorort läßt der Autor immer wieder Reflexionen einfließen, Mutmaßungen über das vergangene Leben der 21, worüber die Angehörigen selbst nur sehr spärlich berichten. Es ist eine interessante und plausible Herleitung von Eindrücken und Aussagen, die, wie es scheint, von wachsamen Sinnen eingefangen und verknüpft wurden- insgesamt eine sehr authentisch anmutende Beschreibung, die sehr kurzweilig und interessant zu lesen ist. Der Autor gibt sich nicht mit der Aussage des Pfarrers zufrieden, es seien "eben ganz normale Jungs.... niemals hätte ich gedacht, daß sie einmal Heilige werden" und trägt sehr sorgfältig einzelne Puzzleteile zu einem anschaulichem authentischen Bild dieser jungen Persönlichkeiten zusammen, ohne daß man den Eindruck gewinnen müßte, es würde das Leben Heiliger hochstilisiert oder konfabuliert.Martin Mosebach hat meines Erachtens mehr als ein wunderbares Reisebuch geschrieben. In den Reisebuch-Elementen darf der Leser selbst eintauchen in die Begegnung einer fremden Gesellschaft und einer Kirche, die die frühe Christenheit noch stark in sich birgt – der "Kirche der Martyrer", auf die die Familien der 21 stolz sind und deren Glaubenskraft wir in unserer modernen Welt offenen Herzens bewundern dürfen. In Zeiten, in denen Kopten als Minderheit im muslimischen Ägypten in den Fokus politischer Auseinandersetzungen gerückt sind, dürfen wir unsere Augen nicht davor verschließen. Einfühlsam kann dieses Buch dazu beitragen, den Heldenmut ganzheitlich zu erkennen und diese tief verwurzelten Glaubenstraditionen selbst als Anreiz zu sehen, für den Glauben mutig einzustehen." Die Wahrheit der Christen ist keine Formel und keine Doktrin - sie ist eine Person, Jesus Christus, der von sich gesagt hat, daß er selbst die Wahrheit sei. Wem er sich offenbart hat, der darf und will ihn niemals verraten, sondern dieses Gottesmenschentum bezeugen." Dem Autor möchte ich sehr herzlich danken für diesen wunderbaren literarischen Reisebericht auf den Spuren christlicher Traditionen, die es wieder neu zu achten und liebzugewinnen gilt.
Andreas 29.11.2024 amazon.de
Er sei eben kein Reporter, entschuldigt sich Martin Mosebach an einer Selle seines Buches. Denn er scheue sich, seinen Gesprächspartnern bestimmte, sie möglicherweise kränkende Fragen zu stellen. Diese Selbstkritik aber trifft nur zu, wenn man den Reporter - wie heute allerdings üblich - als rücksichtslosen Tabubrecher, Entlarver und Ankläger sieht. Wer indes von einer Reisereportage erwartet, dass sie ihm fremde Länder, Kulturen und Menschen, ihr Denken und Empfinden, aufschließt und näherbringt, wer sich nicht Anklage, sondern Deutung, Erklärung und Erzählung wünscht, der kommt in diesem faszinierenden Buch auf seine Kosten. Leisten aber kann all dies wohl nur ein Berichterstatter, der auf den besserwisserischen Gestus des Aufklärers und Enthüllers verzichtet.Was weiß der durchschnittliche Deutsche heute noch von der urchristlichen Gemeinde der Kopten im überwiegend islamischen Ägypten? Wenn überhaupt etwas, sieht er sie als Opfer und Spielball politischer Mächte. Dieses Bild rückt Mosebach zurecht: er zeichnet die Kopten als innerlich starke, vitale und wachsende Gemeinschaft, die ihre Unterdrückung durch die Mehrheitsgesellschaft mit unerschütterlichem Optimismus beantwortet. Er schildert ihre Dörfer, ihre Familien, ihre Kirchen und Klöster in einer unaufgeregten, kultivierten Sprache, die aber dennoch so eindringlich wirkt, dass der Leser glauben könnte, er sei selbst vor Ort gewesen. Hier merkt man, was für ein genauer und aufmerksamer Beobachter, was für ein begnaderter "Reporter" Martin Mosebach wirklich ist. Er lässt die geistigen Kräfte ahnen, aus denen die 21 koptischen Arbeiter, die 2015 vom IS in Libyen ermordet wurden, lebten und starben. Und er leistet damit einen Beitrag zur Wertedebatte, indem er dem rationalistischen, materialistischen "Diskurs" des Westens ein spirituelles Wertesystem entgegenstellt, ohne Polemik und Agression, aber mit Sympathie und zugleich leisem, beinah ungläubigem Staunen, dass "so etwas" heute noch möglich ist.Der "Punktabzug" in dieser Rezension hat mit einem Aspekt zu tun, den Mosebach selbst anspricht: Das Thema "Islam" bleibt in seinenm Buch, das es immerhin mit den Opfern islami(sti)scher Gewalt zu tun hat, ausgespart. Damit verhält sich der Autor freilich ähnlich wie jene Politiker, die die potenzielle Sprengkraft der koranischen Religion in ihren Visionen einer multikulturellen Menschheitsfamilie konsequent aussparen. Für die Kopten besteht die Antwort auf diese Herausforderung in der jahrhundertelang bewiesenen Bereitschaft zum Martyrium. Wer darin keine Alternative sieht, den wird die Lektüre dieses gleichwohl tief berührenden Buches dennoch nicht ganz zufriedenstellen.
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