Warum Liebe weh tut: Eine soziologische Erklärung. Geschenkausgabe (suhrkamp pocket)
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Soziologie der Ehe & Familie EAN 9783518467077

Warum Liebe weh tut: Eine soziologische Erklärung. Geschenkausgabe (suhrkamp pocket)

Hersteller: Suhrkamp Verlag Ag  ·  MPN: 1145099
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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 19:39 Uhr
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Produktfakten auf einen Blick

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Suhrkamp Verlag AG
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9783518467077
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Kategorie
Soziologie der Ehe & Familie
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Produktbeschreibung

»Über Liebe wird man nicht mehr diskutieren können, ohne sich auf dieses Buch zu beziehen.« Die Zeit Warum tut Liebe weh, jedenfalls gelegentlich? Was fasziniert uns noch heute an Figuren wie Emma Bovary oder den unglücklich Liebenden aus Emily Brontës Sturmhöhe? Aber vor allem: Was unterscheidet uns von ihnen? Gibt es einen Unterschied zwischen dem Liebeskummer zu Zeiten Jane Austens und der Art und Weise, wie wir ihn heute erfahren und damit umgehen? Wie fühlt sie sich an, die Liebe in Zeiten des Internet? »Der Kerl ist weg, und Ihre Freundin leidet wie ein Tier. Vielleicht lindert Verstehen

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 03.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Tiefgründig!
Teresia 19.04.2024 amazon.de
Die Autorin, die Soziologin Eva Illouz, ist in den vorigen Rezensionen hier schon ausgezeichnet vorgestellt worden, so dass ich mich hier darauf konzentrieren kann, die Erkenntnis wieder zu geben, die ich aus dieser wertvollen soziologischen Abhandlung bislang gezogen habe.Das erst 2011 erschienene Buch ist meiner Lesart nach eine Vervollkommnung ihres Buches : Der Konsum der Romantik.Es ist ein soziologisches Sachbuch; anders als das persönlicher gehaltene Buch von Christiane Rösinger zu dem ähnlichen Themenkreis " Liebe wird oft überbewertet", die es -ein Sachbuch- nennt, meiner Ansicht nach jedoch, ohne das wörtlich zu meinen.Illouz ist daher nicht zu konsumieren wie ein Roman.Ich habe mir Zeit genommen und werde es auch künftig immer einmal wieder zur Hand nehmen, was bei Sachbüchern anzuraten ist.Wer eine leichtere Kost möchte, ist bei Frau Rösinger besser bedient.Meine neue, durch dieses Buch gewonnene Erkenntnis ist, dass die Liebe in der Moderne eine andere Aufgabe hat als in früheren Zeiten, eine umfassendere und eine so schwierige- nämlich die, ein zuverlässiges SelbstwertGEFÜHL zu verschaffen - dass sie darin versagen muss, weshalb sie meistens eben WEH TUT.Sie ist eine APORIE geworden ( Ausweglosigkeit und Unmöglichkeit, eine Frage oder ein Problem zu lösen, da in der Sache selbst oder in den Begriffen Widersprüche enthalten sind ) die ständig über ihre eigenen Füße stolpert.Früher hatte die romantische Liebe auch schon die Funktion, dem Menschen als sozialem Wesen Wohlgefühl und Sicherheit zu geben, aber da konnte sie das sogar dann tun, wenn sie nicht erwidert, nicht erfüllt wurde. Der Mensch sah sich selbst in der Zurückweisung noch veredelt, und stellte nicht gleich seinen gesamten Selbstwert in Frage.Das Selbstwertgefühl hing früher noch von vielen weiteren Quellen ab, von denen die meisten sogar wichtiger waren als die Liebe, besser gesagt : das Sich-Geliebt-Wissen.In den heutigen Zeiten haben die Kriterien zur Beurteilung des Menschen aufgehört, objektiv zu sein, unterliegen also nicht länger der Prüfung durch verschiedene soziale Aspekte mit gemeinsamen sozialen Kodes, sondern sind zum Resultat einer privaten und subjektiven Geschmacksdynamik verkommen.Hierzu mag ICH eben mal die Juroren der immer mehr werdenden Castingshows erwähnen, von denen sich Heerscharen besonders junger Menschen ebenfalls eine Aufwertung ihres Egos erhoffen, oder wenigstens einmal eine Zeitlang SICHTBAR werden zu können glauben.Wer nicht Superstar wird, bleibt auf die romantische Liebe angewiesen.Denn diese ist heutzutage fast die einzige Produzentin von umfassendem Selbstwertgefühl.Vor allen Dingen für Frauen, die immer noch mehr an ihrem dokumentierten Geliebtsein gemessen werden, als an ihren Fähigkeiten, ihrem Status, ihrer Geisteskraft, ihrer Kreativität.Und leider definieren sie sich auch meist selber noch mehr über ihre Sichtbarkeit als Frau, als z.B. über ihre beruflichen Erfolge oder ihr jenseits der romantischen Liebe erfolgreiches Sozialleben.Nach Illouz ( Seite 224) ist " die Liebe ein zentrales Bindeglied- für manche vielleicht DAS zentrale Bindeglied - in der langen Kette der Interaktionsrituale. Das heißt, die romantische Liebe nimmt eine Schlüsselstellung in der Anerkennungsordnung ein, durch die in der Moderne einer Person in Ketten von Interaktionsritualen soziale Geltung zuwächst. Der Grund hierfür ist, dass die Liebe die intensivste und totalste Weise ist, emotionale Energie zu erzeugen, eine Folge der durch sie bedingten Aufwertung des Ich."Gegen alles das wäre ja nichts zu sagen, wenn jede/r spürbar geliebt würde, und wenn die Liebe nicht eine Schimäre wäre, hinter der mensch täglich erneut 24 Stunden lang her jagen - oder, schlimmer noch, daran ARBEITEN - muss, da sie nie ein zuverlässiger Dauerzustand ist. Nicht nur bei der seriellen Monogamie nicht, sondern ebenso so wenig in den Ehen, die hohen Scheidungsraten unterliegen.Denn: sie ist nur ein Gefühl.Also Sand, auf dem nun mal keine Häuser gebaut werden können.Was heute Anerkennung durch das Geliebtwerden ist - vermeintlich oder tatsächlich - kann sich schon morgen ins Gegenteil verwandeln, und jede/r kennt den Song "Yesterday", oder "Don`t let me down" von den Beatles.Der Totalverlust des von der Liebe abhängenden Selbstwertes hängt wie ein Damoklesschwert über allen gegenwärtigen Häuptern; die Verlustangst ( Angst vor dem Entzug der Aufwertung des Ich) ist auch in Honeymoonphasen schon immer mit dabei.Ewig währen kann nur die Liebe von und zu einer Gottheit, die physisch nie präsent ist und für positive Unterstellungen mehr Raum lässt als Männer und Frauen aus Fleisch und Blut.Hinzu kommt - so Illouz- dass die Liebe in Konkurrenz zu einem zweiten menschlichen Grundbedürfnis liegt, das in der Moderne ebenfalls sehr stark ist : das Bedürfnis nach Autonomie.Die romantische Liebe ist also, selbst wenn sie - schon oder noch - DA ist, Quelle eines permanenten Konflikts.Und so kann sie halt nicht anders als hauptsächlich WEH ZU TUN.Denen, die sich ihrer Unzuverlässigkeit fast immer bewusst sind, schon während der Beziehungen, und den narzisstischen Träumer/innen nach ihrem Entzug; dann um so heftiger.Das alles schließt natürlich nicht aus, dass die romantische Liebe phasenweise auch sehr gut tut, das Gegenteil von weh.Das alles wurde mir in diesem Buch erklärt und leuchtet mir ein.Ein herzliches Dankeschön an Frau Illouz.Ich kann die Lektüre dieses Werkes nun dringendst empfehlen.Also, 5 Sterne von mir.
Virginie Storm 19.04.2024 amazon.de
Die Autorin Eva Illouz ist Soziologieprofessorin und erforscht das soziale Verhalten und das Zusammenleben von Menschen."Letztlich geht es mir darum, mit der Liebe zu machen, was Marx mit den Waren gemacht hat: zu zeigen, daß sie von konkreten gesellschaftlichen Verhältnissen geformt und hervorgebracht wird; zu zeigen, daß die Liebe auf einem Markt ungleicher konkurrierender Akteure zirkuliert; und die These aufzustellen, daß manche Menschen über größere Kapazitäten als andere verfügen, um die Bedingungen zu definieren, unter denen sie geliebt werden."Die Autorin entzaubert die Liebe und zeigt das Dilemma der Moderne auf. Einerseits wünschen wir uns Liebe als Anerkennung unseres individualisierten Selbsts. Andererseits streben wir nach Autonomie.Klappt es mit der Partnerschaft nicht, geben wir uns selbst die Schuld.“Wenn ich es wert wäre, geliebt zu werden, stünde dann nicht jetzt hier ein Mann neben mir?”Kennzeichen der Moderne sei die romantische Wahl. So wie wir heute frei unseren Beruf wählen könnten, könnten wir auch den Partner frei wählen. Damit entstünden verschiedene Probleme wie ungleich verteilte Macht und Bindungsangst.Sie zitiert aus Bridget Jones “Schokolade zum Frühstück”“Kann offiziell bestätigen, daß der Weg zum Herzen eines Mannes heutzutage nicht über Schönheit, Essen, Sex oder ein anziehendes Wesen führt, sondern einzig und allein über die Fähigkeit, nicht besonders interessiert an ihm zu wirken.”Dagegen stellt sie die Souveränität der austenschen Heldinnen:“Warum nimmt Elizabeth Bennett, die Heldin von Stolz und Vorurteil, Darcys arrogante und abschätzige Kommentare über ihr »ganz passables« Aussehen nicht niedergeschlagen und mit einem Gefühl der Demütigung auf, sondern mit Witz und Geist? Weil Darcys Verächtlichkeit ihr Selbst- und Selbstwertgefühl weder prägt noch beeinträchtigt. Obwohl Darcy der mit Abstand attraktivste Heiratskandidat in ihrer unmittelbaren Umgebung ist, behält Elizabeth ihre Gefühle völlig unter Kontrolle und läßt sie erst zum Ausdruck kommen, als Darcy sich in ihre Vision und Definition der Liebe fügt.”Die damalige Brautwerbung lief ganz anders ab als im Internetzeitalter. Zurückweisung habe nicht am Selbst der Person, sondern der Stellung in der Gesellschaft und dem Charakter gelegen.In der Konsumkultur dagegen gehe es überwiegend um Begehren und Sexyness. Schönheit sei vom Charakter abgetrennt worden. Und es seien neue Definitionen von Männlichkeit und Weiblichkeit entstanden. Die Medien schürten große Erwartungen von romantischen Erlebnissen, auf die unweigerlich Enttäuschungen folgen würden.Und welches Problem entsteht, wenn ich als Single die Liebe durch die viel gepredigte Eigenliebe ersetzen will?Fazit: Ich habe das Buch vor über einem halben Jahr angefangen und hatte Schwierigkeiten es zu Ende zu lesen. Es lag aber nicht an der Schreibweise, sondern allein an der Informationsdichte und dem desillusionierenden Inhalt. Ich musste das Buch immer wieder beiseite legen und über das Gelesene nachdenken.Sehr gut gefallen haben mir, die vielen psychologischen Interviews sowie die Zitate aus Jane Austens Romanen.Absolute Leseempfehlung! Die größeren Zusammenhänge von Liebe und Kultur werden verständlich dargestellt.Als emotional aufbauende Anschlusslektüre empfehle ich "Weiblich, ledig, glücklich - sucht nicht” von Gunda Windmüller.
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