Ein Mann seiner Klasse: SPIEGEL-Bestseller | Deutscher Fernsehpreis für die Verfilmung
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Sozialwissenschaften EAN 9783548064673

Ein Mann seiner Klasse: SPIEGEL-Bestseller | Deutscher Fernsehpreis für die Verfilmung

Hersteller: Ullstein Taschenbuch  ·  MPN: 1066330
4,7/5 (6 Bewertungen)
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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 19:39 Uhr
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Produktfakten auf einen Blick

Hersteller
ULLSTEIN TASCHENBUCH
EAN
9783548064673
Hersteller-Artikelnr.
1066330
Kategorie
Sozialwissenschaften
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Produktbeschreibung

Christian Baron erzählt die Geschichte seiner Kindheit, seines prügelnden Vaters und seiner depressiven Mutter. Er beschreibt, was es bedeutet, in diesem reichen Land in Armut aufzuwachsen. Wie es sich anfühlt, als kleiner Junge männliche Gewalt zu erfahren. Was es heißt, als Jugendlicher zum Klassenflüchtling zu werden. Was von all den Erinnerungen bleibt. Und wie es ihm gelang, seinen eigenen Weg zu finden. Ein Buch über das Leben und Sterben, das Nacheifern und Abnabeln, das Verdammen und Verzeihen.

Bewertungen & Erfahrungen

4,7 von 5
6 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 10.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Eine wirklich bewegende und tiefgründige Geschichte, die mich packt und zum Nachdenken anregt. Die Art und Weise, wie Christian Baron seine Kindheit und seine Erfahrungen darstellt, ist meisterhaft und sehr eindringlich.
Redaktion 10.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Eine wirklich bewegende und tiefgründige Geschichte, die mich packt und zum Nachdenken anregt. Die Darstellung von Christian Barons Erfahrungen ist unglaublich eindringlich.
Redaktion 10.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Gut!
Faidit Gabrielle 08.11.2024 amazon.de
Was dieses Buch ausmacht, ist die unverblümte Selbstehrlichkeit des Autors, die ungeschönte Wahrheit über das Aufwachsen ohne Perspektive und in Mangel sowie die erschreckende Realität der Stigmatisierung einer deutschen Unterschicht.Gleich zu Beginn des Buches hat mich die vergebende Haltung des Autors Christian Baron tief berührt. Durch seinen ehrlichen Umgang mit seiner eigenen Wut ist er ebenso während der gesamten Schilderung seiner Kindheitsgeschichte relativ objektiv mit dem Charakter seines Vaters und seiner gesamten Familie umgegangen. Baron zeigt seinen Vater, der seine Hauptfigur in seiner Erinnerung ist, nicht nur von seiner lauten brutalen Seite, sondern auch die leisen Zeichen seiner unter der Krankheit des Alkoholismus schlummernden Liebe, wenn der Vater z. B. die kleine Schwester auf seinem Arm hält oder dem schwerkranken Christian im Krankenhaus beisteht. Der Autor schildert die Täter auch als Opfer, indem er die Ursachen für deren Sucht benennt, gegen die sie ihr ganzes Leben mit ihrer von Scham belasteten schwachen Psyche kämpfen müssen.Beim Lesen habe ich schließlich über das Wort „asozial“ nachgedacht, das als Titel für in unserer Gesellschaft gemiedene Menschen benutzt wird, welcher keinen gehobenen Status verleiht, sondern tatsächlich als Schimpfwort gemeint ist. Das Wörterbuch definiert „asozial“ als unfähig zum Leben in der Gemeinschaft, sich nicht in die Gemeinschaft einfügend; am Rand der Gesellschaft lebend. Doch das ist falsch, denn es setzt eine fehlende Eigenschaft und eigenes Verschulden eines Menschen ohne Geld, Bildung und Selbstbewusstsein voraus, die ihn alleine an den Rand der Gesellschaft gebracht haben. Aber es ist genauso wenig eigenes Verschulden in unserem Land in Armut geboren zu sein und aufwachsen zu müssen, wie mit einem goldenen Löffel im Mund zur Welt zu kommen. Der Autor hält dem Leser seines biografischen Romans jedoch frei von Anklage den Spiegel vor. Denn er will aufklären und sensibel für die Respekt und Lieblosigkeit gegenüber der Arbeiterklasse und den Sozialhilfeempfängern machen. Baron kämpft für Chancengleichheit und die Aufklärung, um der Armut die Scham zu nehmen. Immer wird Alkoholismus als die größte Ursache für diesen sozialen Abstieg gesehen. Aber familiäre Gewalt und Drogensucht findet in gleichem Ausmaß hinter teuren Häuserfassaden, in schicken Autos und Klamotten und mit dickem Geldbeutel in der Tasche statt. Mangelnde Intelligenz der Mittellosen wird außerdem als Grund vorgeschoben. Doch für eine gute Bildung und Ausbildung werden von denen, die die Chancen vergeben könnten, stattdessen oft Steine in den Weg gerollt. Wer Geld hat, kann sich Bildung in unserem Land erkaufen. Aber Reiche sind nicht unbedingt belesener als Arme. Und Intelligenz beweist sich nicht alleine durch Geld. Dies macht einen Menschen nicht wertvoll, sondern seine Fähigkeit zu lieben und zu vergeben. Und diese Fähigkeit, welche die einzige ist, die soziales Miteinander fördert, haben im gleichen Maße auch sogenannte Asoziale.Und darum gibt es sie, diejenigen, die den Aufstieg aus der untersten Etage unserer Gesellschaftspyramide dennoch entgegen allen Widerständen schaffen. Tatsächlich kommen diese Widerstände auch aus den eigenen Reihen, weil der Mensch egoistisch und von Neid erfüllt ist und keinem gönnt, weiter als er selbst den Kopf aus der Gruppe recken zu können. Heimlich, still und leise kämpfen sich die Klassenflüchtlinge darum Stück für Stück heraus aus dem Morast in ein angenehmeres Leben und sind am Ende die sozialsten und stärksten von allen – weil sie das untere Ende der ökonomischen Nahrungskette kennen und wissen, dass sie nicht von minderem Wert als andere sind. Christian Baron rüttelt die Gesellschaft wach, gibt mit seiner Lebensgeschichte Hoffnung aus der Aussichtslosigkeit und befreit von der Scham.
Peter Kneiß 08.11.2024 amazon.de
Das Buch, und damit die Lebensgeschichte des Autors, bleiben auf einer sehr persönlichen Ebene. Meine Erwartungshaltung war, entsprechend dem Titel, dass ich etwas über die Klasse erfahre aus der der Mann (der Vater oder der Autor selbst?) kommt. In welcher Klasse wurde er sozialisiert und welches Verhalten ergibt sich daraus. Gelesen habe ich einen aufrüttelnden, persönlichen Bericht einer Befreiung aus untragbaren sozialen Verhältnissen (für die deutsche Gesellschaft). Diese Befreiung kann ich persönlich nachvollziehen, da mein Aufstieg ebenfalls über eine ähnliche Schiene verlaufen ist (nach der Hauptschule eine Ausbildung als Kaufmann; Bundeswehrzeit; zweiter Bildungsweg bis zu einem doppelten akademischen Abschluss). Ebenso wie den Autor lässt auch mich meine Vergangenheit nicht immer in Ruhe; angekommen in der bildungsbürgerlichen Schicht (Klasse) nur partiell.Was mir im Buch fehlt, sind eher analytische Aspekte von Klassen, insbesondere der Klasse welcher der Autor entstammt. Es wird immer mal wieder auf die "feinen Unterschiede" angespielt. Das kann aus meiner Sicht nur eine Anspielung auf Bourdieu sein. Dann fehlt mir aber der analytische Aspekt von Bourdieu. Er muss ja nicht so ausgeprägt wie bei Bourdieu sein, der aus soziologischer Sicht die Klassenverhältnisse beschreibt. Es könnte etwas wie bei Anni Ernaux sein, die ebenfalls ihren persönlichen Aufstieg (und ihre damit einhergehende persönliche Veränderung) aus der Unterklasse beschreibt, dabei aber gleichzeitig analytische Aspekte einer Klassenanalyse beisteuert. Einfach ab und zu mal zwei, drei Schritte zurück treten und mit einem sozialwissenschaflich geschulten Blick auf die Verhältnisse schauen. Das war sicherlich nicht die Intention des Autors für dieses Buch, sondern eher die persönliche Aufarbeitung seiner schwierigen Kindheit und Jugend. Wobei der FCK (der auch mein Verein ist und nicht der Waldhof Mannheim) immer hilft.
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