Was war der für mich inspirierendste Gedanke?Der L-Faktor ist definitiv der inspirierende Inhalt gewesen.Konkret geht es darum, dass jede Ausgabe in Bezug auf die Lebensfreude, die sie bringen wird hinterfragt werden sollte. Macht ein neues Auto wirklich glücklich? Oder haben wir uns nach 6 Monaten daran gewöhnt und werden durch die Raten, die wir zahlen müssen jeden Monat am Fortkommen gehindert? Diesen Gedankengang in jungen Jahren zu bekommen, hat mir auf das Leben gerechnet eine Menge Geld gespart.Was hat mich dieses Buch gelehrt?Da ich damals noch keine nennenswerte wirtschaftliche Grundbildung hatte, konnte ich sehr viel aus dem Buch lernen. Wer sich mit wirtschaftlichen Themen schon umfassend befasst hat, zieht natürlich entsprechend weniger Informationen aus Investment Punk.Einer der Grundgedanken, der aber für alle Altersklassen wichtig ist lautet aber:Die meisten Angestellten kümmern sich nur um die Angelegenheiten anderer Leute und machen diese permanent reicher. Reiche Menschen kümmern sich um ihre eigenen Angelegenheiten und machen sich selbst reicher.Wem empfehle ich das Buch?Du liest diese Rezension und hast noch keinen zufriedenstellenden Job oder eine erfolgreiche Selbstständigkeit? Dann empfehle ich es dir definitiv. Durch das Buch bekommst du zwar weder das eine noch das andere. Es werden aber viele wichtige Gedanken angestoßen.Außerdem empfehle ich das Buch jedem, bei dem auch nur ein negativer Glaubenssatz zum Thema Geld im Kopf herumgeistert.ReviewSklavendienst funktionierte mit Ketten. Frondienst mit Abhängigkeit. Schuldendienst funktioniert durch mangelnde ökonomische Bildung.Was für ein Einstieg! Gerald Hörhan nimmt in diesem Buch wirklich kein Blatt vor den Mund. Er zeigt dem durchschnittlichen Arbeiter und mittelständigen selbstständigen ganz genau auf, dass er sich von seinen Lesern abgrenzt. Das macht er indem er das ganze Buch über die “Ihr Form “ verwendet. Gerade nach der Finanzkrise, als das Buch erschienen ist und Investmentbanker das aktuelle Feindbild waren, war ein unglaublich erfrischendes Timing für ein solches Buch, dessen Kernaussage ist, dass eben nicht die Bänker, sondern die ökonomisch ungebildete Mittelschicht der Auslöser von Finanzkrisen sind.Ich habe dieses Buch mit Anfang 20 gelesen, das beste Timing für solche Literatur, das man sich vorstellen kann. Sicherlich, wer zumindest durchschnittlich intelligent ist weiß, dass es keine schnellere Möglichkeit gibt, Geld zu verbrennen, als durch die Anschaffung eines Neuwagens. Doch in einer Umgebung, in der ein Mensch sein großes Auto als Status verkaufen kann, war dieses Buch definitiv ein Weckruf. Auch heute noch würde ich es jedem jungen Menschen empfehlen.Mit Sätzen wie „Das System lässt euch strampeln und wenn es vorbei ist, seid ihr hilflos, weil ihr außer strampeln nichts gelernt habt." zeigt er auf, auf welche Falle viele Menschen in der heutigen Zeit zurasen.Sicherlich, der Lebensstil viele reicher, welchen er in diesem Buch beschreibt, ist nicht unbedingt das, was viele als sympathisch erachten. Political-Correctness sucht man hier auf jeden Fall vergebens.Doch genau die hat hier auch nichts verloren, denn Hörhan kritisiert schließlich eine Art Mensch, welche wahlweise verschiedene Gruppen von Menschen für das eigene wirtschaftliche Versagen und die eigene schlechte Bildung verantwortlich macht.Damals waren es eben die Bänker und die Griechen, zwischendurch die Konzerne und zu dem Zeitpunkt, zu dem die Rezension entsteht sind es Flüchtlinge. Mal schauen wer als nächstes Schuld an den Folgen der mangelhaften wirtschaftlichen Bildung von breiten Teilen der Bevölkerung ist.Denn die meisten jungen Leute stellen sich leider nicht die Fragen, die am Anfang einer jeden Karriere wichtig wären:Wo liegen meine Talente? Wie verdiene ich damit Geld? Was muss ich lernen um möglichst viel Geld damit zu verdienen?Die meisten Fragen sich einfach nur:Welchem Lehrer muss ich wie tief in den Allerwertesten kriechen um gute Noten zu bekommen? Wo finde ich einen sicheren Job? Was muss ich tun um diesen möglichst lange zu behalten?Durch diese Fragen wird man aber am Ende zu der Art Mensch, die durch Veränderungen, die niemand aufhalten kann, bedroht wird. Schöner wäre es doch, Veränderungen zum eigenen Vorteil nutzen zu können, ohne vorher beim Chef lieb bitte gesagt zu haben.Die Irrtümer der Mittelschicht, welche Hörhan in diese Buch aufzeigt sind in einem auf YouTube erhältlichen Vortrag, welchen der Autor selbst hält, verfügbar.Einfach "Die vier größten Finanzirrtümer // Gerald Hörhan" eintippen.
Als ich das Buch in Händen hielt dachte ich ehrlicher Weise zunächst auch: 10€ für gut 150 Seiten Text, den man sicher auch auf maximal 30 DIN A4 Seiten bekommen hätte?Aber nachdem ich es jetzt gelesen habe muss ich zugeben: Es ist sogar noch besser, als ich es nach den doch sehr gemischten Bewertungen erwartet hätte!Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, dass der Autor ständig "Ihr, die Mittelschicht" und "Selbst Schuld" oder ähnliches schreibt, was auf mich persönlich schon recht ruppig gewirkt hat und den Ein- oder Anderen sicher dazu bewegen wird, sich gegenüber den Inhalten zu versperren, fand ich die Schreib- und Erzählweise durchaus ansprechend und das Buch las sich sehr flüssig.Wie schon einige Vorredner sagten: Hier wird kein wissenschaftlicher Aufsatz geschrieben und es werden sicher auch keine Thesen für Nobelpreisträger erörtert. Der Inhalt ist bewusst einfach und verständlich gehalten und die "Regeln", die Herr Hörhan aufstellt, sind wohl eigentlich vielen von uns bewusst. Wie er aber in der Folge auch richtig darlegt, werden diese einfachen Grundregeln aber immer wieder verletzt und teilweise sogar bewusst missachtet -oder zumindest redet sie sich jeder von uns in bestimmten Situationen schön-.Auch ich selbst habe eine gute Schulausbildung, ein ordentliches Studium inkl. Auslandssemester und Praktia absolviert und arbeite nun schon einige Jahre in einem gut bezahlten Job. Dennoch konnte ich mein eigenes Verhalten bei vielen der im Buch beschriebenen Fehler und Denkweisen wiederfinden und war teilweise wirklich erschreckt darüber, dass selbst ich mit meinem wirtschaftlichen Ausbildungshintergrund immer wieder bereit bin, mir bestimmte Dinge in Finanzfragen schön zu rechnen.Ein Beispiel:Eine Wohnung/Haus kostet 200T€ und die Bank rechnet uns vor, dass wir ob der niedrigen Zinsen jetzt ja für 600€ im Monat direkt einziehen könnten. Ok werden jetzt viele denken, das man nicht nur 1% Tilgung annehmen soll, weiß doch jeder. Prima, denn bei 2% erhöht sich die Rate schon auf fast 800€ im Monat.Was die Bank uns aber nicht sagt: Selbst dann zahlen wir noch 30 bis 35 Jahre an dem Haus ab und zahlen in dieser Zeit gut und gerne 120T€ an Zinsen. Hinzu kommen die Nebenkosten von mindestens 8% (je nach Region und ohne Makler) bis hin zu 16%, d.h. noch einmal 16-32T€. UND: Jetzt gehört das gute Stück ja uns, d.h. wir müssen vom tropfenden Wasserhahn bis zum neuen Dach alles selbst bezahlen und -da in über 30 Jahren an einem Haus so ziemlich alles einmal kaputt gehen kann- folglich eine entsprechende Rücklage für Reparaturen bilden. Für 100qm Wohnfläche rechne ich hier mal grob mit 10€/qm pro Jahr (wenn ein großes Dach und die Elektrik etc. fällig werden, reicht das sicher nicht), was sich also in 30-35 Jahren auf 30-35T€ summiert.Am Ende des Tages haben wir für das Haus also nicht 200T€, sondern bis zu 200+120+32+35 = 387T€ bezahlt! Und in den wenigsten Städten wird eine entsprechende Wertentwicklung des Hauses daneben stehen...!Jetzt sollte sich also jeder selbst überlegen, ob er die auf den 1. Blick günstigen 800€ im Monat wirklich über 35 Jahre zuzüglich der Nebenkosten und der Unwägbarkeiten über weitere Kosten Monat für Monat aufbringen kann und es den Stress wert ist, oder ob man nicht mit deutlich weniger Risiko für 800€ Kaltmiete auch eine wunderschöne Mietwohnung bezahlen kann, die man bei finanzieller Schieflage, beruflicher oder familiärer Veränderung, einem Umzug etc. sogar jederzeit wieder kündigen kann...!Das Buch gibt dabei zwar nur ganz selten solche oder ähnlich konkrete Tipps und es ist schon gar kein Lebensratgeber nach dem Motto "Tu dies oder lasse das, dann wird xyz geschehen". Man muss sich einfach bewusst machen, dass hier ein -ob der Ausbildung offensichtlich- "cleveres Kerlchen" der Gesellschaft einen Spiegel vorhält, etablierte Ausbildungen und Denkmuster in Frage stellt und die Menschen damit -vor allem in finanziellen Fragen- zum Nachdenken anregen will.Wer dazu nicht bereit ist findet sicher auf fast jeder Seite im Buch Beispiele aus dem (angeblichen) Erfahrungsschatz des Autors, die man zumindest ein mal kritisch hinterfragen kann; und wer sich dann noch in seiner persönlichen Lebensweise angegriffen fühlt, nur weil das ein oder andere Statement eventuell etwas überspitzt dargestellt wird, der sollte das Buch vermutlich erst gar nicht lesen.Bei mir jedenfalls hat das Buch aber an vielen Stellen einen "Hallo-wach-Effekt" bewirkt und am Ende des Tages definitiv seinen Zweck erfüllt: Ich reflektiere meine Entscheidungen im Bereich meiner persönlichen Finanzen nun deutlich kritischer und versuche auch mal bewusst, die etablierten Denk- und Verhaltensmuster zu durchbrechen - und genau dafür haben sich die 10€ in meinen Augen schon mehrfach gelohnt!