Sein Name ist Bartimäus, er ist 5000 Jahre alt und er ist ein Dschinn! Ein Dschinn? Dschinns sind Dämonen, die den Menschen Schaden und Schrecken zufügen…..allerdings gehören Dschinns in der Dämonenwelt nicht zu den ranghöchsten Wesen, sie dümpeln mehr so im Mittelfeld herum.Nun ja, das ist Bartimäus aber ziemlich schnuppe, denn er ist rücksichtslos, selbstsüchtig, mehr als dreist und so was von sich überzeugt, dass es gar kein Wort gibt um es zu umschreiben.Wie heftig muss es ihn da treffen von einem kleinen Jungen namens Nathanael beschworen zu werden?Nathanael ist ein Zaubergehilfe, der Rache an einem mächtigen Zauberer nehmen will. Und eben drum hat er Bartimäus aus der Dämonenwelt heraufbeschworden.Ha, wenn Ihr nun denkt ich schreibe nun was in diesem Buch alles passiert, dann muss ich Euch leider enttäuschen, denn lesen sollt Ihr es schon allein. Und ich verspreche Euch, Ihr werdet nicht enttäuscht.So übel wie ich zu Anfang den Dschinn umschrieben habe, so erfrischend sarkastisch ist er. Anfangs für mich irritierend, dafür im Verlauf des Buches umso spannender, war die ständig wechselnde Erzähl-Perspektive. Das Buch unterteilt sich in mehrere Kapitel mit den Titeln Nathanael und Bartimäus. Nathanaels Kapitel werden aus der dritten Person geschildert und jene die von Bartimäus handeln, wie kann anders es sein, erzählt der dreiste Dämon selbst! Die Art und Weise wie Bartimäus seine Geschichte erzählt, wie er in Fußnoten noch das ein oder andere erklärt, zieht den Leser in seinen Bann und läßt den frechen Dschinn richtig sympathisch wirken.Ich habe in den letzten Jahren selten ein Buch in Händen gehalten, das mich so in seinen gefesselt hat und dazu nötigte, es in kürzester Zeit zu verschlingen. Vergleiche mit Harry Potter sind meines Erachtens an den Haaren herbeigezogen, da der eigentliche Hauptdarsteller, wie der Buchtitel ja auch zeigt, der Dschinn und nicht der Zauberschüler ist.
Mir hat Bartimäus sehr gut gefallen. Der Junge Nathanael ist vom bösen Zauberer Lovelace geärgert worden und möchte dessen Amulett erhalten. Damit beauftragt er den über 500 Jahre alten Dschinn Bartimäus. Davon ist dieser uralte Geist, der schon König Salomo und den ägyptischen Pharaonen diente, gar nicht begeistert...Anklänge an Harry Potter sind zu finden. Was bei Rowling die "Muggles" sind, sind bei Stroud "Gewöhnliche". Doch Bartimäus ist anders als Harry Potter. Nathanael ist - zumindest in diesem Band - keine sympathische Identifikationsfigur, sondern ein Ekel - obwohl er aus der Sicht des ambivalenten - meines Erachtens durchaus nicht bösartigen, allerdings auch nicht guten Dschinn - gezeichnet wird. Die Erzählperspektiven wechseln sich ab: sie werden einerseits aus Sicht Nathanaels erzählt, dessen Lebensgeschichte auktorial dargestellt wird, andererseits - und diese Episoden finde ich faszinierend, plastisch dargestellt und wunderbar gezeichnet - berichtet Bartimäus, der eigentliche "Star" der Geschichte, in Ich-Form seine Abenteuer bei der Suche nach dem Amulett von Samarkand, welches sich zunächst ganz harmlos anlässt...Natürlich muss sich jede Neuerscheinung, in der ein jugendlicher Zauberlehrling auftritt, mit Harry Potter vergleichen lassen. Doch der Vergleich ist nur an der Oberfläche hilfreich. Von der Erzählperspektive und Technik ist dieses Buch anders - für mich durchaus anspruchsvoller. Eine "Parteinahme" des Erzählers für die Guten - wie dies bei Harry Potter eindeutig der Fall ist - ist nicht erkennbar. Nun darf nicht vergessen werden, dass es sich hier um den ersten Teil einer Trilogie handelt. Ein endgültiges Urteil ist sicherlich erst zu fällen (wie bei Harry Potter auch), wenn alle Bände vorgelegt worden sind.Fazit: Witzig, spritzig, spannend bis zum Schluss und sehr einfallsreich. Mir hat das Buch sehr gut gefallen (besonders die Kapitel, in denen Bartimäus von sich erzählt, in seine Welt der Geister, Afrite, Kobolde etc. einführt und den Menschen ein "Spiegelbild" ihrer Eitelkeiten vorhält). Ich kann es daher nur wärmstens weiterempfehlen.