Ich bin noch immer etwas sprachlos, habe den Roman erst vor ein paar Stunden beendet und bin immer noch gefangen in Walddorf, mit Vio, Mone, Konstantin, Robin, Jonas, Volker und allen anderen.Zuerst vorneweg, das hier ist nicht nur ein Jugendbuch, sondern sollte auch von Erwachsenen gelesen werden.Das Thema Rassismus ist so wichtig und gerade leider wieder unglaublich aktuell. Dabei gelingt es der Autorin wieder ganz wunderbar ein schweres Thema wieder mit einer Leichtigkeit zu vermitteln, was zu keinem Zeitpunkt belehrend klingt, aber keine Sorge, an Tiefe und Ernsthaftigkeit fehlt es dem Roman keinenfalls.Wir lernen Vio kennen, die als die Neue in ein Dorf zieht, kurz vor dem Abi und dort Anschluss finden soll. Das gelingt ihr auch tatsächlich, weil sowohl Konstantin, als auch Mone ihr den Einstieg leicht machen. Eigentlich läuft für Vio alles super, wäre da nur nicht dieser Schatten über allem. Ein Schatten, den man wohl am besten mit dem Wort Fremdenhass beschreiben kann. Und ausgerechnet Robin, Konstantins Bruder, scheint in der Clique der Rechten im Dorf zu sein.Aber ganz so einfach ist das dann doch nicht.Erschreckend echt beschreibt Popescu hier, wie schnell man Parolen nachquatscht, das Denken den anderen überlässt und fast zu spät merkt, wie weit man schon in die falsche Bahn gerutscht ist.Dabei sind es wieder einmal Popescus Figuren, ihre Lebendigkeit und die genialen Dialoge, die dem Roman den perfekten Ton verleihen.Ich habe mit Vio mitgefiebert, mich verliebt, habe geweint und war wütend, wenn ich Dinge gelesen habe, die genau so irgendwo da draußen passieren. Umso wichtiger ist es, dass es solche Bücher gibt, die aufrüttelnd und die Augen öffnen.Unbedingt das Nachwort lesen, da hatte ich Gänsehaut und kann Wie ein Schatten im Sommer wirklich nur jedem ans Herz legen. Ich hoffe so sehr, dass es dieser Roman in viele Klassenzimmer landet, weil es mMn die perfekte Schullektüre wäre, dabei auch noch bestens unterhält.Klare Leseempfehlung von mir!