Der Wert der Geschichte: Freiheit, Gleichheit, Teilhabe: Was wir aus den Kämpfen der Vergangenheit für die Zukunft lernen können
Soziologie-Referenz EAN 9783570554517

Der Wert der Geschichte: Freiheit, Gleichheit, Teilhabe: Was wir aus den Kämpfen der Vergangenheit für die Zukunft lernen können

Hersteller: Pantheon  ·  MPN: 1151764
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Pantheon
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Produktbeschreibung

Aus der Geschichte lernen: Was sie uns für unsere Zukunft lehrt! Einer der führenden deutschen Historiker öffnet uns die Augen: In seiner fulminanten Tour durch die Geschichte zeigt Bestsellerautor Magnus Brechtken an vielen Beispielen, wie Freiheit und Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und Teilhabe erkämpft wurden - und warum diese Errungenschaften, die wir oft allzu selbstverständlich nehmen, heute auf dem Spiel stehen, durch Verschwörungstheorien, Nationalisten und Populisten von rechts wie links. Dabei zeigt sich, dass wir die Zukunft nur gestalten können, wenn wir die richtigen Lehre

Bewertungen & Erfahrungen

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Redaktion 06.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Tolle Lektüre
Marcin Lupa 22.05.2024 amazon.de
Kennen Sie das Gefühl, auf Sie wartet zu Hause ein Berg von Büchern, in den Regalen warten sie gelesen zu werden, tolle Bücher allesamt und sie gehen in eine Buchhandlung oder eine Bibliothek – lesende Menschen tun das mit Vorliebe gern – und da sehen sie wieder ein neues Buch, dass sie unbedingt lesen wollen?Ich habe solche Eingebungen ständig. Die Welt ist mir ein freundlicher Hindernißparkur aus Büchern und Texten. Am liebsten würde ich gerne in einer schönen Zelle mit Lesetisch, Leselampe und einer Liege Urlaub machen, ein paar Wochen Lesezeit. Ein kleines Restaurant müsste an der Ecke sein und ein Bad bräuchte ich natürlich auch, die Liege sollte zu einem Bett für möglichst kurze Schlafensphasen umfunktionierbar sein.Desweiteren müsste es auch eine stille und natürliche Gegend sein, in der man bisweilen ein paar Spaziergänge machen kann.Und natürlich sollte der Abend bei einer Tasse Tee im Lokal mit einem Gespräch mit dem einem oder anderen an Themen Interessierten, nicht fehlen. Schon wäre ich glücklich und zufrieden.Die Realität sieht anders aus, ich habe recht wenig Zeit zum Lesen und eine große Lust. Der Zeitmangel, der mich schier wahnsinnig werden läßt, führt mich zu verschiedenen Strategien. So lese ich mitlerweile in den Arbeitspausen mitgebrachte Bücher und jede Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln gestaltet sich mit Schallschutzkopfhörern und Buch.Am liebsten lese ich aber im Stillen zu Hause.Nun habe ich das hier erwähnte Buch in der Bibliothek entdeckt und mir gleich ausgeliehen. Und es hat sich wahrlich gelohnt.Magnus Brechtken ist ein Professor an der Universität München und Geschichtswissenschaftler. In seinem jüngsten Buch beschreibt er zehn Lektionen für die Gegenwart, um die Entstehung von philosophischen und politischen Trends und Haltungen aus der Geschichte unserer Welt zu beschreiben. Er fängt mit der Religion und Göttergeschichten an, bei denen er stets bemüht ist zu konstatieren, dass der Mensch die Götter schuf, und nicht umgekehrt. Er tat es aus Grüdnen, die in diesem Buch abgehandelt werden.Es gibt Kapitel über die Geschlechterverhältnisse, das Ringen der freien Märkte, die Ordnung der Macht und auch eines über den Nationalismus mit Deutschland im Fokus.Dabei streift der Autor diese Themen nicht nur, sondern liefert eine wenn auch nur gerafft, so doch profunde Analyse. Jedenfalls aus der Sicht eines Laien, wie mir, der wie oben angeführt, recht wenig Zeit zum Lesen hat und dafür bei weitem mehr von ihr sehr gerne hätte. Ein Dilemma aus dem es bestimmt einen Ausweg gibt. Noch habe ich ihn nicht entdeckt.Im Kapitel über den Nationalismus spricht Brechtken die Wesensart der Deutschen an. Es gäbe zwei miteinander im Konflikt stehende Wesenszüge: das friedliche, feinsinnige und intelligente Kulturvolk, interessiert an Geschichte und Entwicklung auch seiner Nachbarn oder gänzlich entfernter Regionen auf der Welt. Dieser Wesenszug bringt Spitzenleistungen in Musik, Literatur, Philosophie und vielen weiteren Geistes- und Kunstgebieten hervor. Auf der anderen Seite gibt es das obrigkeitshörige, militaristische und aggressive Deutschland.Die Gemeinschaftsimaginationen der Nationalisten, mit ihrer aggressiven Vorstellung der eigenen Überlegenheit führte als „deutscher Sonderweg“ schließlich in der NS Zeit in den Abgrund. Später musste jede Wiederholung ein für alle Mal ausgeschlossen werden. Nach der Interpretation von Analytikern besteht durchaus Hoffnung. Denn das „andere Deutschland“ existiert ja weiterhin: die Tradition der Aufklärung, des politischen Liberalismus, des humanistischen Bürgertums, der Sozialdemokratie, des Rechts- und Verfassungsstaats und der parlamentarischen Demokratie. Dieses Deutschland gilt es zu verteidigen. So das Resümee von Brechtken. Mit seinen Vertretern und Anhängern lassen sich, wenn nötig unter schützender Aufsicht, die Wurzeln der Gewaltgeschichte kappen.In der Politik der „Westbindung“ mit einer klaren Präferenz der „Freiheit vor Einheit“ löste sich das nationale Interesse dann vom Nationalismus. Auf Dauer gesehen, bleibt zu hoffen, dass es sich weiterhin so verhalten wird.Habe ich Ihnen jetzt Appetit gemacht, auf ein neues Buch, eines unter dutzenden, die gelesen werden wollen/müssen/dürfen?Sicherlich nicht jedem unter Ihnen – viele Menschen setzen sich mit diesen Tehmen seit Jahren viel tiefgründiger auseinander als dass es Brechtken in seinem kurzen Buch vermitteln könnte -, doch wer gerade ohnehin innehalten wollte, um sich kurz zu orientieren, dem sei dieses eine Buch noch, als Schmankerl, als eine kleine Essenz des bisher Gesagten, empfohlen.Ich genieße es jedenfalls, sichtlich sehr.
Timo & Lynn 22.05.2024 amazon.de
„Merkwürdig ist, dass das Lernen aus der Vergangenheit in der harten Welt der Medizin oder des Ingenieurwesens für uns ganz selbstverständlich und alltäglich ist, während wir in der weichen Welt des menschlichen Zusammenlebens – in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – immer wieder feststellen, dass Menschen in Haltungen und Handlungsweisen zurückfallen, die einer Blinddarmoperation mit dem Küchenmesser gleichen. […] An vielen Beispielen werde ich in diesem Buch zeigen, wie sich bestimmte Errungenschaften, Regeln und Werte im Verlauf der Geschichte entwickelt haben, die heute die Grundlagen unserer freiheitlichen Ordnung bilden. Es geht um zentrale Bereiche der weichen Welt: die Frage nach dem Menschenbild, das unseren Vorstellungen zugrunde liegt; en Einfluss von Religionen; die Bedeutung der Geschlechterverhältnisse; den Wert politischer Partizipation; […] Dies ist kein Fachbuch der Geschichtswissenschaft. Es wendet sich an Menschen, die nicht notwendigerweise Geschichte, Politik, Philosophie und Soziologie studiert haben müssen. Und die dennoch wissen wollen, warum die Erkenntnisse aus all diesen Disziplinen Bedeutung für ihr Leben und ihren Alltag haben können.“(aus dem Vorwort)Gleich vorweg: wer in Magnus Brechtkens Buch auf etwas Neues hofft, der wird enttäuscht werden. Das Buch deshalb schlecht oder misslungen zu nennen, würde weit daneben greifen, denn es war nie die Absicht des Autors, wie er im Vorwort auch darlegt, ganz neue Erkenntnisse zu präsentieren. Vielmehr geht es ihm darum, Bekanntes – oder zumindest: Vorhandenes – wieder in Erinnerung zu rufen und aufzuzeigen, inwieweit es für uns heute relevant ist. Nicht nur als Geschichte, sondern als Erbe und als Perspektive, als Warte über den Dingen.Bei jedem Thema (seien es: Geschlechter, Religion, politische Agitation) startet er zunächst mit einer Nacherzählung, einem „so sind wir in die Gegenwart gekommen“; dann zeigt er auf, warum die Gegenwart, obgleich sie das Produkt der Entwicklungen ist, immer noch dem Hochhalten der Erkenntnisse bedarf, die diese Entwicklungen bedingten und in Gang hielten. Wenn wir uns auf die ursprünglichen Transformationen und Gedanken dahinter besinnen, so meint Brechtken, dann erkennen wir die heutigen Zustände in vielerlei Hinsicht als die Errungenschaften, die sie sind.Der Gedanke hinter diese Unterfangen, dass Fortschritt etwas ist, das sich auch in Disziplinen wie Politik oder Gesellschaft feststellen lässt, ist natürlich gewagt (wenn auch nicht ganz von der Hand zu weisen). Philipp Blom hat in seinem Buch „Das große Welttheater“ stimmig argumentiert, dass Errungenschaften auf diesen Feldern fragiler und anfälliger sind als auf den Gebieten der Naturwissenschaften, meist gesteuert, manipuliert und zusammengehalten werden von Narrativen, nicht von sauberen Ausschlussverfahren und Belegen.Das stellt Brechtken natürlich auch nicht in Abrede. Und ihm gelingen einige vortreffliche Kondensate, er bringt manches wunderbar auf den Punkt, bspw. wie man vom Menschenbild auf andere ideologische Aspekte einer Bewegung schließen kann und warum das Menschenbild sowieso der zentrale Aspekt aller Weltanschauungen ist. Sein Buch „Der Wert der Geschichte“ ist vor allem für Menschen zu empfehlen, die einen schnellen, unkomplizierten Zugang suchen und sich mit vielfältigen historischen Prozessen auseinandersetzen wollen. Am Ende gibt es dann auch noch 10 handfeste Lektionen/Ideen, die helfen können, politisch wach und aufmerksam zu bleiben.
karin1910 22.05.2024 amazon.de
Der Autor zeigt in diesem Buch auf, dass viele der Rechte und Freiheiten, die für uns heute selbstverständlich sind (oder zumindest zu sein scheinen) historisch betrachtet relativ neue Errungenschaften darstellen.Er untersucht dazu, wie sich die Ansichten bezüglich der Bedeutung von Religionen, der Rechte der Frauen, Wahlrecht, Nationalismus, Krieg und Marktwirtschaft in den letzten Jahrhunderten gewandelt haben.Seine Ausführungen sind zwar eher trocken, dennoch ist es interessant, den diversen Entwicklungslinien zu folgen. Dabei werden auch einige populäre Annahmen relativiert, etwa, dass die Aufklärung oder die französische Revolution automatisch zu mehr Freiheiten geführt hätten.So ist dies ein gelungenes Plädoyer sowohl für eine intensivere Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit als auch dafür, Gefährdungen unserer demokratischen und rechtsstaatlichen Ordnung gegenüber wachsam zu sein.Mich hat nur ein bisschen gestört, dass der Autor über weite Strecken von der Prämisse ausgeht, dass die im heutigen Deutschland vorherrschenden Meinungen die einzig richtigen sind, wir gewissermaßen in der "besten aller Zeiten" leben. (Die einzige echte Ausnahme stellt das Wirtschaftssystem dar, wobei er hier einen Weg hin zu einer gerechteren Vermögensverteilung skizziert, der es wohl wert wäre, weiter verfolgt zu werden.)Wenngleich ich ihm in den allermeisten Fällen zustimmen kann, wäre doch eine etwas differenziertere bzw "offiziell" objektive Betrachtung einem wissenschaftlichen Werk angemessener gewesen.
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