Ich hatte ja keine Ahnung, was für ein toller Roman seit zwei Jahren in meinem Regal steht, ein Fan dieser Autorin bin ich ja schon lange. Früher waren es mehr die Mittelalterromane von Frau Weigand, aber die letzten beiden Romane handeln dann im 19. Jahrhundert bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts. Auch mit dieser Zeit hat sich Frau Weigand offensichtlich intensiv auseinander gesetzt und noch vieles mehr, denn scheinbar wurde von der Autorin auch ein Studium in Sachen Seifenproduktion absolviert.Toll erzählt wird der Aufstieg und Niedergang der Familie Ribot, mit wie viel Liebe und Fleiss wurde ein grosses Unternehmen fast aus dem nichts aufgebaut, Generationen stellen die Fabrik an erster Stelle, oft kommt die Familie zu kurz, Dramen spielen sich ab, Liebe und Leid, Hoffnung und Verluste, vor allem aber Erfolge mit Seife und anderen Hilfsmitteln zur Unterstützung der Hausfrauen.Nicht zu kurz kommt die damalige Rolle der Frauen, die Arbeiterbewegungen, die Politik dieser Zeit, aber auch andere Entwicklungen wie der Beginn des Fussballsports und vor allem die technischen Errungenschaften über rund 100 Jahre stehen im Mittelpunkt des Romans.Es tut sich einfach sehr viel in dieser Familie und im Unternehmen, vieles wird entwickelt und erfunden, eines bleibt aber gleich, das auf und ab in den Beziehungen der Familienmitglieder und die unüberwindbaren Schranken in der Gesellschaft zwischen arm und reich, Arbeiter und Unternehmer. Man spürt die Politikerin in dieser Autorin, welche die Klassenunterschiede aufzeigt, welche damals viel krasser waren, als heute, jedenfalls bei uns in Mitteleuropa.Es ist traurig, dass dieses Unternehmen so viele Erfolge gefeiert hat und es letztendlich ohne Eigenverschulden nicht geschafft hat weiter zu bestehen, zuerst der grosse Krieg, dann die Weltwirtschaftskrise und vieles mehr.Ich habe jedenfalls einiges über Seife gelernt und und viele spannende Lesestunden mit diesem Roman verbracht.Der Roman erzählt eine wahre Geschichte! Absolute Leseempfehlung!!
Wie immer in einem grandiosen Stil geschrieben, den man von Sabine Weigand gewohnt ist. Die Geschichte zieht sich über mehrere Generationen und betrachtet geschickt aus verschiedenen Blickwinkeln u. a. industrielles Aufstreben, Politik, Stadtgeschichte Schwabach, Gesellschaftsproblematiken der damaligen Zeit u. v. m. Größtenteils habe ich das Buch sehr verschlungen, nur an wenigen Stellen war es mir persönlich etwas trocken.