Ja, bestimmt muss nach dem ersten und speziell noch nach diesem zweiten Teil die Anzahl der Übernachtungsmöglichkeiten auf Amrum drastisch erhöht werden. :-) Jeder der dieses Buch gelesen hat verspürt den unwiederstehlichen Drang den Zauber und die Eigenheit dieser Nordseeinsel spüren zu wollen... Nein, aber mal im Ernst. Frau Koelle ist es wieder mal gelungen einen bis ins Detail perfekten Roman zu gestalten. Nach dem ersten, doch im Vergleich zur Ostsee Trilogie, etwas gewöhnungsbedürftigem Teil, findet sie hier wieder noch spürbarer zu ihrer für den Leser bezaubernden alten Stärke zurück.Sie versteht es wie nur wenige Autoren dem Leser sowohl die Personen als auch Situationen, Gefühle und das Lebensumfeld zu vermitteln.Es wird auf Grund der doch mittlerweile sechs Bücher ( man muß " Die eine große Geschichte " ja mitzählen ) für einen neu " einsteigenden " Leser freilich immer schwerer, der doch oftmals recht komplexen Handlung, sowie den beteiligten Personen über verschiedene Zeitebenen, folgen zu können. Aber warum auch nicht. Ein jeder sollte alle ihrer Bücher gelesen haben. Es lohnt sich in jedem Falle !Zur Handlung von mir hier wie immer keine Einzelheiten. Das ist schon zur Genüge von Anderen getan wurden und es sollte bitte auch jeder für sich selbst rausfinden. Schließlich ist solch ein Buch doch immer wie eine Reise bei der man ja auch nicht immer weiß was einen erwartet...Von mir auf jeden Fall wieder einen klare Leseempfehlung ! Und danke Frau Koelle, wieder einmal, für die Ihnen zu verdankenden wunderbaren Lesestunden.
Inhalt:Jessieanna lebt in Kalifornien und hat seit Kindertagen gesundheitlich zu kämpfen. Seit einer überstandenen Leukämie in frühen Jahren hat sie mit chronischer Bronchitis zu kämpfen. Nach einer erneuten schweren Erkältung und Lungenentzündung wird sie von Vater Pinswin überredet, sich für längere Zeit auf seiner Heimatinsel Amrum an der Nordseeküste zu erholen. Schweren Herzens verschiebt sie ihre Hochzeit und tritt die Reise zu ihren ihr fremden Verwandten an. Nicht nur das Reizklima tut ihrer Lunge gut, auch die Menschen der Insel erobern bald ihr Herz. Jessieanna geht Geheimnissen auf den Grund, denen ihr Vater schon hinterherjagte und erfährt zum Beispiel mehr über den sagenumwobenen Töveree Fisk. Sie löst das Rätsel um die unheimlich wirkende Familienpension Alriks Kwaas und um Skems „grünen Daumen“ für seine Zitronen. Und ganz nebenbei findet sie auf Amrum auch die fehlende Zutat zu ihrer Wohlfühl-Lotion, mit der sie Freunden und Familie helfen möchte, die körperliche, gesundheitliche und auch seelische Beschwerden haben.Schreibstil:Der 2. Teil der Nordsee-Trilogie beginnt in etwa in dem Jahr, in dem man beim 1. Teil mit Rhea endet. Nun steht Filines Zwillingsbruder im Zentrum des Geschehens und wie er seine Kindheit und Jugend erlebte. Zudem lernt man seine Tochter kennen, die wiederum nochmal andere Geheimnisse der Familie auf Amrum lüftet und dabei alle bekannten Gesichter aus Teil 1 trifft. Es gibt wieder Zeitsprünge, die recht durcheinander sind, aber gefühlt nicht so sprunghaft wie in Teil 1. Zudem hat die Protagonistin Jessieanna selbst nur 1 Jahr im Buch erlebt und nicht wie Rhea zuvor etwa 30 Jahre. Daher bekommt man letztlich nur Pinswins Zeitsprünge.Meine Einschätzung:Die neuen Erkenntnisse über den Töveree Fisk fand ich sehr spannend. Diese wurden sehr wissenschaftlich entdeckt und erklärt, was wiederum perfekt zu Pinswin passte, aber dennoch für Laien voll verständlich. Manche Szenen wurden aus Teil 1 wiederholt, aber nun aus der Perspektive des Bruders, was einen neuen Blickwinkel ergibt. Ein geringeres Durcheinander an Jahreszahlen hat mit besonders gut gefallen, denn man erlebt nur Pinswins Geschichte und Vergangenheit, nicht aber einen sehr langen Abschnitt aus dem Leben seiner Tochter.Ich muss zugeben, dass ich den Namen der Protagonistin zum Lesen furchtbar fand. „Jessieanna“ ließ sich für mich im Text immer schlecht lesen, weshalb ich immer versuchte nur „Jessie“ daraus zu machen. Unabhängig davon, dass mir der Name generell überhaupt nicht gefällt, so hat er mich beim Lesen immer ausgebremst, weil er zu lang und unmelodisch war.Ein paar Personen in der Handlung tauchten zu plötzlich auf und verschwanden wieder. Ihnen wurde eine immens wichtige Rolle zuteil, da sie der Handlung und Auflösung mancher Geheimnisse dienten, aber sie verschwanden zu unbedeutend wieder. So zum Beispiel war Carly viel zu schnell viel zu vertraut mit Jessieanna – es wirkte gestellt und unwirklich. Leni war eigentlich viel zu wichtig, um nur wegen eines Gegenstandes mal schnell auf die Insel zu kommen. Dennoch hätte eine Begegnung oder Zusammenführung mit Pinswin den Verlauf der Geschichte irgendwie gestört.Insgesamt hat mir das Buch auch sehr gut gefallen.