Kaufmann, Claudia: Das Fräulein mit dem karierten Koffer
Sozialwissenschaften EAN 9783596700493

Kaufmann, Claudia: Das Fräulein mit dem karierten Koffer

Hersteller: Fischerverlage  ·  MPN: 1173938
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

1964: Sabine wird in der Firma von ihrem Chef und daheim von ihrer Mutter und dem Stiefvater Heinz gegängelt. Mit 19 Jahren ist sie noch längst nicht volljährig. Heinz und ihre Mutter sorgen sich ständig um ihren guten Ruf. Wie soll Sabine sonst einen ordentlichen Mann finden? Als Sabine sich in Michael verliebt, scheint ihr Traum von der Freiheit zum Greifen nah. Durch den Sohn einer reichen Industriellenfamilie öffnen sich die Türen zu einer Welt voller Verheißungen. Doch dann wird Sabine ungewollt schwanger - und von Michael verlassen. Ihre Eltern setzen sie vor die Tür. Für Sabine beginnt

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 24.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Ein interessantes und nostalgisches Buch, das eine gute Einblicke in die Jugend der 60er Jahre bietet, allerdings finde ich die Handlung etwas zu sehr auf die jugendlichen Auseinandersetzungen fokussiert.
FP 18.03.2024 amazon.de
die man am Wochenende oder im Urlaub lesen sollte, weil man das Buch nicht zur Seite legen kann.Für mich als Nachgeborene war es sehr spannend zu lesen Sie ein früherer SS- Mann, der im KZ Verbrechen begangen hatte, doch wieder als Vormund beim Jugendamt bzw. damals bei der Fürsorge arbeiten konnte und dass er dabei genauso dreist und verbrecherisch weitermachen konnte.Aber auch die persönliche Geschichte von Sabine, die ein uneheliches Kind bekam und es nicht weggeben wollte, war mitreissend und zum Mitfiebern gut erzählt.Ich habe an den Seiten geklebt und bin froh im Heute zu leben.Bitte liebe Frau Kaufmann schreiben Sie doch ein weiteres Buch. Ich würde mich freuen und es sofort auf meinen Kindle laden.
Jutta 18.03.2024 amazon.de
Das Buch erzählt die Lebensgeschichte von Sabine, die als Jugendliche in den 1960er Jahren ein uneheliches Kind erwartet und aus diesem Grund von ihrer Familie verstoßen wird. Man wird auf eine packende Reise mitgenommen, wie diese junge Frau ihr Leben als Alleinerziehende in der damaligen Zeit meistert. Dabei erfährt man sehr viel über die verkrusteten gesellschaftlichen Strukturen, die im Nachkriegs-Deutschland herrschten und auch, weshalb die damalige Elterngeneration so hart handelte.Ich fand den Roman von der ersten bis zur letzten Seite sehr fesselnd und berührend, konnte das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung der Geschichte, in der man erfährt, wie es mit Sabine, Andrea und Lilly weitergeht.
Sophie 18.03.2024 amazon.de
„Aber sich gegen ihre Eltern aufzulehnen hatte Sabine nie geschafft. Vor ihrem Vater hatte sie Angst gehabt, und als er tot war, wurde Brigitte [ihre Mutter] nach strenger, fürchtete noch mehr, durch das gesellschaftliche Raster zu fallen. Was die Leute dazu sagen würden, war für viele ihrer Verbote entscheidend, und anständig war ihr Lieblingswort. Sie war eine anständige Frau, hatte Sabine anständig erzogen, und dass Sabine ein anständiges Mädchen blieb, war ihr eine Herzensangelegenheit.“ (S.29)Handlung1964, München: Die 19 Jahre junge Sabine aus einfachen Verhältnissen verliebt sich in den Sohn einer Unternehmersfamilie. Ein glücklicher, intensiver Sommer erwartet Sabine. Sie beginnt, die Welt neu wahrzunehmen zwischen Partys in der Diskothek, studentischen Streitgesprächen über die Nazivergangenheit der Elterngeneration und den Forderungen der Eltern nach geregelten „anständigen“ Verhältnissen. Doch jeder Sommer endet. Sabine wird ungewollt schwanger und die konservative Welt stellt sich gegen sie. Kann sie gegen das Frauen- und Familienbild der damaligen Zeit revoltieren? Welche Hindernisse werden ihr in den Weg gelegt?Setting„Er zog sie vom Barhocker auf die Tanzfläche. I Want To Hold Your Hand sangen die Beatles, und Sabine ahmte einfach die Bewegungen der anderen auf der Tanzfläche nach.“ (S. 26)Dieser Roman glänzt mit interessanten informativen Fakten. Fun-Fakt an dieser Stelle: In den 60ern war es mit 1,5 Promille noch erlaubt Auto zu fahren. Gut, es gab weniger Autos als heute, aber die Vorstellung betrunkenes Fahren ganz legal zu praktizieren ist schon erschreckend. Darüber hinaus wartet der Roman noch mit weiteren Fakten, insbesondere zur Frauenrechtsbewegung, auf. Neben der gesellschaftlichen Ächtung hatten die Mütter unehelicher Kinder noch mit staatlichen Hindernissen zu kämpfen. Der Vater/Erzeuger eines unehelichen Kindes galt zu damaligem Recht nicht einmal als blutsverwandt mit seinem Kind!Die 60er Jahre formen sich praktisch vor der Nase des Lesers, als würde man eingekuschelt mit einem Tee in den Händen der Mutti oder Omi lauschen, die aus ihrem Leben erzählt. Der Leser begibt sich in diesem kurzweiligen Buch auf eine emotionale Reise, wird von Lebensschicksalen ergriffen und in die Story hineingesogen.Claudia Kaufmann wählte als Schauplatz für ihren emotional mitreißenden Roman ihre Wahlheimat München aus, aber das Buch könnte genauso gut in Hamburg, Köln oder Stuttgart spielen. Dem Leser sollte klar sein, dass er hier die Perspektive der Bundesrepublik im geteilten Deutschland erfährt, ein Vergleich zu den Verhältnissen in der DDR findet keine Erwähnung. Ich hätte mir ein kurzes Statement dazu gewünscht. In der DDR waren sie ja in diesem Punkt fortschrittlicher, was die Frauenrechte anging- Hilfen für Alleinerziehende, für jedes Kind einen Kitaplatz, usw. Das nur so am Rande, vielleicht bin ich da aber auch zu kritisch.ProtagonistenSabine, das Fräulein mit dem karierten Koffer macht eine erstklassige Figurenentwicklung durch, vom naiven jungen Mädchen zur selbstbewussten Frau. Sie ist authentisch und handelt nachvollziehbar. Der Leser fiebert die ganze Zeit mit.SchreibstilDer Schreibstil an sich ist kurzweilig, Spannung wird an den richtigen Stellen erzeugt, Langeweile kommt nie auf. Die Autorin arbeitet ohne Kapitel (was dem Lesefluss eindeutig zugutekommt), mit je einem Prolog und Epilog (gut) und kurzen Zeitwechseln in der Handlung (weniger gut). Mein Hauptkritikpunkt an dem Roman ist die fehlende Strukturierung mittels Zeitangaben. Zwar wird im Fließtext das Alter der Personen erwähnt, aber wenn man das Buch mal ein paar Tage zur Seite legt verliert sich die ungefähre Zeitvorstellung etwas, gerade in der zweiten Hälfte, in der sich die Zeit staucht. Öfters habe ich mich gefragt: Sind wir jetzt noch in den Sechzigern oder schon Ende der Siebziger? Diese Manko schadet, meiner Meinung nach, dem Leseverständnis.AutorinClaudia Kaufmann ist seit Jahren erfolgreiche Drehbuchautorin für ZDF und ARD-Produktionen. Sie schreibt hauptsächlich Krimi- und Drama-Filme und sicherlich hat der eine oder andere auch schon eine von ihr geschriebene Folge von „Der Bergdoktor“ gesehen. Mit DAS FRÄULEIN MIT DEM KARIERTEN KOFFER knüpft die Autorin an ihre frühere Leidenschaft fürs Romanschreiben an. Dass ihr die Geschichte von Sabine sehr am Herzen liegt, merkt man dem Roman an.FazitDAS FRÄULEIN MIT DEM KARIERTEN KOFFER von Claudia Kaufmann liest sich wie ein emotional berührender und lebendiger Erfahrungsbericht über die Frauenbewegung in den 60ern und 70ern. Die Autorin hat beeindruckend gut recherchiert. Die Story ist kurzweilig und mitreißend, voller Mutterliebe und Freiheitsstreben. Einzig: Bei einen Roman im historischen Setting erwarte ich eine genauere zeitliche Einteilung, hier besteht Verbesserungspotential, daher 4 Sterne von mir.Ich kann den Roman uneingeschränkt empfehlen, sowohl für jeden, der die 60er mitgemacht hat, zum Erinnern; als auch für die Generationen, die folgten, zum Erfahren & Lernen. Um sich heutzutage für Menschenrechte, im besonderem für die Rechte von Frauen stark zu machen, muss man die Anfänge der Bewegung kennen. Mit diesem Roman ist dafür ein solider Grundstein für weitere Recherchen gelegt!Das Fräulein mit dem karierten Koffer| Claudia Kaufmann| Fischer Taschenbuch Verlag| Februar 2021| 319 Seiten| 11,00€
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