Kafka ist sicher einer derjenige Schriftsteller über dessen Schriften, am meisten disskutiert wurde und wird, und das aus gutem grund.Kafka schafft es seine Botschaften so zu verstecken, dass er sie nicht einmal selbst wieder findet, gleichzeitig, bieten seine Geschichten, ganz verschiedene und vielfältige Ansatzmöglichkeiten.Bei der "Verwandlung" zum Beispiel, kann vom recht einfach ersichtlichen Familien Drama tiefer hineindringen zur Ohnmächtigkeit der Sprache und Vernunft, da sich Gregor Smasa nicht mehr mitteilen kann, oder man betrachtet die Beziehung von Gregor und seiner Schwester und beleuchtet dieses Verhältnis, oder...Man hat tausend Ansatzpunkte um die Werke Kafkas zu verstehen, sie bieten für jeden (der sich vorher nicht verschließt) etwas und gerade die "Verwandlung" nimmt indiesem Punkt eine herrausragende Stellung ein.Generell ist dies mit die beste, sicherlich aber die bekanteste Geschichet Kafkas und das mit Recht, allein sie hätte schon 5 Sterneverdient."Das Urteil" wiederum bietet sicher auch (außer der Vater- Sohn Beziehung)viele Ansatzmöglichkeiten, doch diese hat selbst Kafka nicht mehr erkannt, für mich ist diese geschichte deshalb mehr oder weniger aussagelos und wirkt einfach nur noch seltsam, sie finde ich ist genau das Gegenteil zur großartigen Verwandlung, sie ist ein negativer Höhepunkt. Dieses allzu frühe Urteil über das Urteil wiederufe ich mittlerweile, und wer sich schwer tut diese Geschichte zu verstehen - so wie ich einst - dem empfehle ich den von Oliver Jahraus herausgegebenen Band zum Urteil, erschienen bei Reclam.Deshalb gebe ich insgesamt 4 Sterne für die beiden Geschichten.