Nach sehr langer Zeit habe ich mir das Buch von James Jones wieder einmal zu Gemüte geführt. Das Werk ist zweifellos brillant geschrieben. Weltliteratur eben. Es handelt von einer Garnison auf Hawaii im Jahr 1941 mit vielen Einzelschicksalen, vom einfachen Soldaten bis hinauf zu den oberen Rängen. Auf welcher Stufe auch immer: Es wird herumgehurt und herumgesoffen, dass die Balken krachen. Es wird gelogen, intrigiert und geschweinigelt, dass einem manchmal richtig schlecht wird (etwa dort, wo Feldwebel Henderson, die Hündin des Soldaten Bloom an ihren Hinterbeinen festhält, damit der Hund des Hauptmann Holmes sie begattet und alle Soldaten und Unteroffiziere dabei zusehen und sich aufgeilen). Und über allem dem schwebt die Frage nach dem Sinn des Lebens... Wäre das Buch nicht so herausragend geschrieben, man würde den Inhalt in die nächste Gosse kippen. Doch das Faszinierende an diesem Buch ist, dass es mit seinen Aussagen recht hat. Und genau so wird es in allen Armeen der Welt auch heute noch so sein: Der Soldat (auf welcher Rangstufe auch immer) ist ein Getriebener seiner Gier nach Anerkennung, Lust, Triebe und seiner Angst. Ein Verdammter in alle Ewigkeit... (Kein Buch für Zartbesaitete, aber es ist gut, sich nichts vorzumachen und der Realität ins Auge zu sehen).