Römische Tage
Gegenwartsliteratur EAN 9783608504903

Römische Tage

Hersteller: Tropen  ·  MPN: 1070743
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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 10:22 Uhr
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Produktfakten auf einen Blick

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Tropen
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9783608504903
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Gegenwartsliteratur
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Produktbeschreibung

»Die Stimme einer Generation.« Anna Wallner, Die Presse Ein junger Mann kommt in die Ewige Stadt, um die Gegenwart abzuschütteln. Er sucht einen eigenen Weg, fühlt fremde Zeiten in sich leben. In Rom erinnert er sich. In Rom verliebt er sich. In Rom trauert er. Er trifft auf außergewöhnliche Menschen und findet seine Aufgabe: alles wahrnehmen, nichts auslassen. Römische Tage führt zu den vielen Anfängen und Enden unserer Welt und fragt, was wir morgen daraus machen. Der Erzähler zieht in eine Wohnung schräg gegenüber der Casa di Goethe und die Stadt wird ihm zur Geliebten. Ihre Geschichten

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Das Buch ist sehr spannend und bietet eine interessante Perspektive auf die römische Zeit, allerdings finde ich die Handlung an einigen Stellen etwas zu stark auf die Romantik fokussiert.
Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Ein interessantes Buch, das eine spannende Atmosphäre bietet, allerdings finde ich die Darstellung der römischen Zeit etwas zu oberflächlich.
Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Super!
Bahn 2016 23.05.2024 amazon.de
Der Autor hat zwei Monate in der „Sehnsuchtsstadt“ vieler Menschen, Rom, verbracht. In leichter und lockerer Sprache verfaßt, nimmt er uns mit auf seine Wanderungen durch die Stadt, in der und von der so viele so vieles erwarten.Seine tiefe Kenntnis der Stadt und vor allem der Gebildeten bekannten Örtlichkeiten macht dieses Buch schon fast zu einem Reiseführer.Die Stadt wirft den Autor aber auch auf sich selbst zurück. Er ist allein in seinem Zimmer. Die Betrachtungen zu der Stadt und ihren Menschen und seinen Begegnungen werden immer wieder unterbrochen von Reflexionen über sich selbst, seine Ängste und Sorgen. Damit eröffnet das Buch eine Dimension, die weit über die Stadt Rom hinausreicht. Auf wenigen Seiten wird sehr tief in die „condition humaine“ eingetaucht.Die Sprache hat manchmal Anklänge an Ernst Jünger, auch finden sich dort Erlebnisse, die „kempowsiesk“ erscheinen; manchmal scheint auch Curzio Malaparte um die Ecke zu kommen, gerade in den surrealistisch anmutenden Passagen.Lesen! Hoffentlich kommt von diesem Autor noch mehr.
Matthias Spindler 23.05.2024 amazon.de
Ich habe es schon dreimal gelesen. Strauss schreibt sehr interessant.
SH 23.05.2024 amazon.de
Römische Tage ist ein kurzer Roman von Simon Strauß, in dem dieser einen mittelalten Mann nach Italien reisen lässt, wo der zufällig mit lauter Konservativen, Reaktionären und weiter Rechten zusammentrifft. Es ist eine dieser besonderen Unsitten deutschsprachiger Literatur, dass diese in Massen mittelalte bis alte Männer nach Italien reisen lässt, um dort irgendwelche Epiphanien zu erleben oder auch nicht (ich schrieb zuletzt zufällig gerade davon). Bodo Kirchhoff gründet sein ganzes Schreiben darauf, Hanns-Josef Ortheil einen Gutteil; das Italien Eugen Ruges ist mal Spanien, mal Mexiko, doch das Schema bleibt. Könnte es sein, dass den Reisenden deutschen Schriftsteller-Charakteren auch deshalb die lebensverändernde Erfahrung versagt bleibt, weil man in Italien auf nichts anderes mehr trifft, als auf reisende deutsche Schriftsteller-Charaktere?Ein didaktisches Buch mit AbsicherungNun also auch noch der junge Strauß. Der gefällt sich bekanntlich als Provokateur, und deshalb braucht seine italienische Reise, die ansonsten grob dem Schema folgt „Typ liest Goethe und wandelt auf dessen Spuren, ohne dass ihn Goethe oder dessen Spuren allzu sehr sehr interessieren würden“, noch ein mehr Salz in der Suppe. Was wäre für einen Autor, von dem uns nach seinem letzten Roman Sieben Nächte zahlreiche literarische Weggefährten versucht haben zu versichern, er sei jeglicher rechter Tendenzen unverdächtig, naheliegender, als ein Potpourri anti-europäischer, national-nostalgischer, katholisch-konservativer, antipluralistischer Gesprächspartner?Und so trifft das Strauß Alter-Ego diesmal unter anderem: Eine Restaurantbesitzerin, die den Faschismus quasi zur italienischen Natur erklärt, Zirkusdirektoren, die sich von der EU die Lebensgrundlage zerstört sehen, Wissenschaftler, die darüber jammern, dass junge Forscher sich nicht für Rom interessieren, weil man da keine Genderforschung betreiben kann, einen alten Kardinal, dem der jetzige Papst zu lasch ist, eine emanzipierte Kamerafrau, die selbstverständlich die EU hasst, einen jungen Kellner, der von der Bekanntschaft seines Großvaters mit Borchardt und Mussolini schwärmt, und einen Philosophen, der es wagt, sich auf einer liberalen Party gegen Abtreibung auszusprechen, und dafür von der gesamten Versammlung beinahe gewaltsam zur Entschuldigung genötigt wird.Nun bin ich kein Leser, der in seinen Büchern das eigene Weltbild bestätigt sehen möchte. Die Weltanschauung eines Autors ist keine Vorbedingung für das Gelingen eines Werkes. Ernst Jünger etwa stand sicherlich deutlich weiter rechts als FAZ-Autor Strauß, doch seine Romane Auf den Marmorklippen, Heliopolis, und Gläserne Bienen werde ich noch häufiger lesen. Die Straußsche Sentenzenparade dagegen ist vor allem auch ästhetisch eine ziemliche Zumutung, weil man ihr durchgehend anmerkt, dass sie einerseits durchweg auf die Botschaft getrimmt ist und nicht auf das Erzählen einer Geschichte, und andererseits der Autor die Botschaft immer gegen Kritik in Schutz zu nehmen versucht. Literarische Verfahrensweisen werden gerade so weit angewandt, dass man sich im Zweifelsfall noch zurückziehen kann: Das sage doch nicht ich, das sagen meine Figuren.Wenn alle das Gleiche sagen: Schein-PolyphonieSo entsteht bei Strauß dann eben auch keine echte Polyphonie, der man unterstellen könnte, die ja tatsächlich weit nach rechts gedriftete italienische Stimmung einfach einzufangen und zu ästhetisieren. Alle Gesprächspartner, auf die der Protagonist trifft, beten eine Variante des gleichen Sermons herunter. Was derweil als Gegenrede angeführt werden könnte, wird höchstens kurz referiert, und dann eigentlich immer mit leicht lächerlichem Einschlag: „Tag der offenen Tür bei den Maltesern: Ein paar Militärs stehen in der Sonne, eine italienische Gewerkschaftsführerin bleibt dicht am Buffet, der deutsche Fernsehkorrespondent fällt seiner aufgeregten Frau dauernd ins Wort und zupft nervös an seinem Einstecktuch. Zusammenhalt, Europa, offene Zukunft, sagen die Diplomaten und kratzen sich am Kopf. Hin- und hergerissen wenden sie den Hals unschlüssig von rechts nach links wie bei einem Tennismatch.“Und auch die wahrgenommene Wirklichkeit, etwa vor dem Parlament, bestätigt das Bild einer internationalen Politikerkaste, die das eigene Volk nach Strich und Faden verarscht: „Vor dem Parlament zeigen sich die Abgeordneten gegenseitig ihre Prada-Einkäufe. Die Sonnenbrillen verspiegelt, das Jackett über die Schulter gehängt. Schlendernder Gang in Mokassins, barfuß natürlich, frohen Mutes wirken sie, diese Landesvertreter, so gelassen, wie sie in ihre Kammer hineinspazieren. (…) Nur der Parlamentspräsident hört müde zu, all die anderen schauen auf ihre Aktienkurse. Später wird über Subventionen für Erdbebenregionen abgestimmt. Die Debatte interessiert niemanden, nur wenn das Wort votazione fällt, also Abstimmung, wird es plötzlich ganz still, schauen alle von ihren Bildschirmen auf und lassen sich von ihrem Fraktionschef das gewünschte Wahlverhalten anzeigen (…)“Und all das bestätigt zudem auch noch zufällig die Haltung, die der Protagonist selbst in nachdenklichen Momenten an den Tag legt: „Und Deutschland dagegen? Atmet durch zwei unterschiedliche Masken. Herzrhythmusstörungen auch hier. Ost und West sind nach wie vor wegweisende Kategorien, die Steuer schreibt die Geschichte. Vor der Nation zucken die Verwalter zusammen, reden lieber von Menschen als von Bürgern und halten bei Auschwitz den Atem nicht mehr an. Strategien machen die Ordnung, Beratung ersetzt das Gespräch, behauptete Eigenheit übertrumpft kritische Empfindung.“Wie schon über den ersten Roman des jungen Strauß lässt sich über den zweiten immerhin sagen, dass der Autor sich kurz fassen kann, und auf die heideggereske Neologistik der Jünger-Jünger Strauß Senior, Mosebach, Lewitscharow u.a. verzichtet. Das macht Römische Tage mit Leichtigkeit und an einem Tag lesbar. Als Grund, sich die Zeit nehmen, fällt mir allerdings einmal mehr nur ein, dass man vielleicht auch in der kommenden Strauß-Debatte ja wieder mitreden möchte. Viel Spaß dabei.
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