Die Besuche einer Kohlmeise hat die Schriftstellerin Krause-Zimmer so tief beeindruckt und berührt, dass sie darüber Aufzeichnungen führte und ihre unvergesslichen Erlebnisse im Herbst, als die regelmäßigen Besuche "ihrer" Kohlmeise "Piep" ausblieben, in einer zu Herzen gehenden Erzählung niederschrieb. Sie war aufgrund von Wahrnehmungen und Rufen der Vögel in den Bäumen und Sträuchern ringsum davon beseelt, dass eine Verbindung zwischen ihr und der Vogelwelt bestand und sie das Gefühl hatte, dass sie von ihr ringsumher beobachtet wurde. Dass die Besuche der Kohlmeisen ihr persönlich galten, fand sie u.a. darin bestätigt, als das Vögelchen die angebotenen Nussstückchen nicht immer annahm und sich trotzdem bei ihr zuhause umsah, sich bei jedem ihrer Besuche auf den Finger setzte, was bei jedem Aufsitzen und sanften Umklammern der Finger mit den kleinen Füßchen ein unbeschreibliches Gefühl auslöste; dann war da noch Pieps himmlischer Triller........... Des Öfteren gesellte sich eine andere Meise mit etwas Abstand dazu, um sich ein Nüssstückchen abzuholen, ganz offenbar in Nachahmung der "Anführer"-Meise.Die Autorin wagte es zunächst nicht, dem Leser weiszumachen, dass der Meisenbesuch ihr persönlich galt. Bis zu dem Zeitpunkt, in diesem Zweifel befangen und wie als Mahnung einige Wochen nach "Pieps" Ausbleiben eine Kohlmeise herangeflogen kam und sich so benahm wie "Piep", sie mahnend mit dem Schnabel am Ärmel zupfte, was als Beweis standhielt, dass die Vögel den Kontakt gesucht hatten.Kohlmeise "Piep" hatte einen Nachfolger, der auch auf dem Balkon landete, wo ein paar Häppchen bereit standen. Er war beinahe handzahm, aber im Gegensatz zu "Piep" beim Aufsitzen mit den kleinen Krallen etwas unsanft. Der letzte Meisenbesuch fand Anfang Oktober statt; aber jetzt sollen an dieser Stelle keine weiteren Details verraten werden. Der Leser kann sich auf einige wundersame Überraschungen gefasst machen und auch die philosophischen Gedankengänge und Überlegungen lesen, die Frau Hella Krause-Zimmer mit ihren Meisenbegegnungen verknüpfte. Diese einschneidenden Erlebnisse führten zu einer Änderung ihrer Einstellung gegenüber den Geschichten des Franz von Assisi. Dieses kleine Buch ist in einem so herzlichen und liebevollen Stil geschrieben, dass dieser Funke auf den Leser überspringt, es werden zudem interessante Vergleiche zu Engeln gezogen, die ja auch fliegen können. Unbedingt lesenswert, man wird um eine wertvolle Erfahrung reicher. Hätte ich es nicht schon, mir würde dieses gediegene Büchlein fehlen. Ich kann jedem nur gratulieren, der sich zum Kauf dieser wahren Vogelgeschichte entschließt.