Ohne Geoffrey Chaucers »Canterbury Tales« ist keine Bibliothek der Weltliteratur vollständig. Bahnbrechend ist der Reichtum dieser Geschichten, virtuos der Umgang mit verschiedenen Erzähltechniken. Wie schon Boccaccio in seinem »Dekameron« hat Chaucer sich eine Rahmenhandlung geschaffen: Sein Ich-Erzähler begibt sich mit 29 Männern und Frauen unterschiedlicher Herkunft auf eine Pilgerreise nach Canterbury zum Grab des heiligen Thomas Becket. Auf dem Weg erzählen sie sich Geschichten, in denen sich die Vielfalt des englischen Mittelalters auf das Lebendigste spiegelt.
Bewertungen & Erfahrungen
4,8 von 5
6 Bewertungen
5 ★5
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2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion28.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Die Canterbury-Erzählungen von Chaucer sind ein absolut bahnbrechendes und unverzichtbares Werk, das man unbedingt besitzen sollte. Der Reichtum und die literarische Qualität dieser Geschichten sind einfach beeindruckend.
Redaktion28.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Die Canterbury-Erzählungen von Chaucer sind ein absolut bahnbrechendes und unverzichtbares Werk, das jeden Literaturliebhaber begeistern wird. Die Geschichten sind reich an Charakter und Tiefe und eine wahre Bereicherung für jede Bibliothek.
Ein echtes Sittengemälde der damaligen Zeit, sehr lebendig und unterhaltsam erzählt in der Versform, ganz wunderbar. Sehr empfohlen! Schöne Sprache, im englischen Original bestimmt noch viel schöner.
Der Text des MANESSE-Büchleins (15 x 9 cm) wurde von Detlef Droese übersetzt. Es handelt sich – anders als beim englischen Original – um eine PROSAÜBERSETZUNG (nur „Die kleine Ballade vom Ritter Thopaz“ ist in Versen übersetzt). Mir gefällt die gereimte Übersetzung von Adolf von Düring besser (z.B. ISBN: 9783866472174).Als Beispiel möge die 1. Strophe der Erzählung des RECHTSGELEHRTEN dienen – bei Droese wie folgt:• In Syrien lebte einst eine Gesellschaft reicher Kaufleute, alles ehrsame und bedächtige Männer, die weithin Handel trieben mit Spezereien und mit Seide. Ihre Ware war gut und billig, so dass jeder gern bei ihnen kaufte. Als sie auf ihren Handelsreisen auch einmal die Stadt Rom besuchten, hörten sie dort das Lob Konstanzes, der Tochter des Kaisers, aus jedem Munde schallen. „Der Kaiser von Rom“, so vernahmen sie, „hat eine Tochter, und seit Gott die Welt erschaffen, gab es nicht ihresgleichen. Sie ist schön, doch nicht stolz, sie ist jung, doch ohne Torheit, und ihr Leitstern ist bei jedem Werk die Tugend. Ihre Bescheidenheit kennt keinen Dünkel; sie ist der Spiegel höfischer Sitte. In ihrem Herzen trägt sie nichts als Frömmigkeit, und freigiebig spendet sie den armen.“ So sprachen die Leute, und es war die reine Wahrheit.Bei Adolf von Düring in der gereimten Fassung liest sich das so:In Syrien wohnten einstmals Trafikanten,Die reich, doch treu und ehrlich auch dabei,Weit in das Ausland bunte Seide sandtenNebst Goldbrokat und feiner Spezerei;Und da die Ware trefflich war und neu,Trieb auch mit ihnen aus der Näh’ und FerneSo Kauf wie Verkauf jedermann stets gerne.Und es geschah, dass einst auf ihren ZügenDie Handelsleute sich nach Rom gewandt,Bedacht auf Kundschaft, sowie zum Vergnügen.Sie hatten keine Botschaft hingesandt,Nein, nahmen selber das Geschäft in Hand,Und hatten, als in Rom sie angekommen,Dort nach Gefallen ihr Quartier genommen.Es lebten diese Kaufherr’n eine ZeitIn jener Stadt nach Neigung und Gefallen,Und hörten von Constantias Herrlichkeit,Der Kaiserstochter, aus dem Mund von allenFast Tag für Tag das höchste Lob erschallen;Denn jedermann war voll von ihrem Preise,Und alle sprachen in derselben Weise.Denn rings im Volke flegte man zu sagen:„Es hat der Kaiser, welchen Gott behüte,Ein Töchterlein, wie seit den SchöpfungstagenGewiss nicht eine zweite jemals blühteAn Leibesschönheit und an Herzensgüte.Ich wollte, Gott blieb’ Schirmer ihrer Ehre,Und dass Europas Königin sie wäre.In ihr ist Schönheit ohne Stolz; und JugendGanz ohne Übermut und Ziererei,Denn ihres Wandels Führerin ist TugendUnd Demut Zähmerin der Tyrannei.Von Höflichkeit ist sie das Konterfei,Ihr edles Herz ist eine heil’ge KammerUnd ihre Hand die Trösterin im Jammer.“
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.