Das Buch der vergessenen Artisten: Roman
Gegenwartsliteratur EAN 9783734107481

Das Buch der vergessenen Artisten: Roman

Hersteller: Blanvalet  ·  MPN: 1179596
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Produktfakten auf einen Blick

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Blanvalet
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Gegenwartsliteratur
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Produktbeschreibung

Die wundersame Welt des Jahrmarkts, dramatische Zeiten und eine Liebe, die auch die größte Dunkelheit erhellt ... Ein Plädoyer wider das Vergessen und ein schillerndes, packendes Panorama der deutschen Geschichte - von den Jahrmärkten und Showbühnen Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zu den Kabaretts und geheimen Künstlertreffs im Berlin der Nazi-Zeit. Deutschland, 1902. Mathis ist der dreizehnte Sohn eines Bohnenbauern, sein Leben zwischen Äckern und Feldern scheint vorherbestimmt. Erst als der Jahrmarkt im Dorf Einzug hält, bekommt Mathis eine Ahnung von der großen, weiten Welt jenseits

Bewertungen & Erfahrungen

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4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 03.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein wahrer Genuss und entführt mich wunderbar in die wundersame Welt des Jahrmarkts und dramatischer Zeiten. Die Geschichte ist tiefgründig und berührt mich sehr, eine wahre Empfehlung!
Sursulapitschi 22.04.2024 amazon.de
Was wunderbares Buch. Man taucht ein und kann es nicht mehr weglegen. Mir hatte schon „Runa“ sehr gefallen, aber dieses Buch toppt es noch einmal.Vera Buck sucht sich Nischen, historische Randbereiche, von denen nicht so oft erzählt wird. Das ist toll, hoch interessant und schafft ungewöhnliche historische Romane.Hier geht es um Artisten, Schausteller, Zirkusmenschen, die sonst gelegentlich als Kuriosität in Büchern auftauchen. Hauptfiguren sind sie selten, dabei ist ihr Leben wirklich erzählenswert.Mathis und Meta sind ein ungleiches Paar. Mathis ist Durchleuchtungskünstler. Mit einem Röntgenapparat zieht er von Markt zu Markt und lässt die Zuschauer ihr Inneres betrachten, 1904 ist das ein großer Spaß. Er ist glücklich mit diesem Leben, nur seine Gesundheit macht ihm ein wenig zu schaffen. Meta, die Kraftfrau, hat nur eine Schwäche. Ihr Bruder Ernsti ist auf sie angewiesen. Ernsti spricht nicht, hat aber immer wieder heftige Wutausbrüche. Man muss gut auf ihn aufpassen.Ihre Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, die sich abwechseln. 1902 ist Mathis 15 Jahre alt und 13. Sohn eines Bohnenbauers. Mehr oder weniger durch Zufall landet er im Schaustellergewerbe.1935 beginnt er ein Buch zu schreiben. Als mit dem Beginn der Naziherrschaft immer mehr seiner Freunde und Kollegen grundlos verschwinden, schreibt er ihre Geschichten auf. Das Buch der vergessenen Artisten.Mit feiner Ironie, bisweilen recht schwarzem Humor, erzählt Vera Buck von Mathis und Meta, aber auch von zahlreichen anderen Berühmtheiten, bekannten und unbekannten. Hansi Elastik, der Hautmensch und Olga, das Kolossalmädchen haben ebenso ihren Auftritt, wie der junge Charlie Chaplin oder Metas seltsamer Nachbar, der Kunststudent mit Namen Hitler.Sehr seltsam wirkt für uns heute dieser Zeitgeist, wo besondere Menschen als Kuriositäten ausgestellt wurden, Völker- und Tierschauen gleichermaßen interessant waren, das Geschäft mit der Sensationsgier immer halsbrecherische Vorführungen hervorbrachte, bis das Naziregime einen Trendwechsel einleitete. Weder Kolossalmädchen noch Kraftfrauen entsprachen dem arischen Idealbild, Fremdländisches wurde verbannt und nicht bewundert, fahrendes Volk war plötzlich unerwünscht.Die Autorin schafft es mit leichter Hand, historische Fakten mit einer wirklich fesselnden Geschichte zu verbinden. Es amüsiert und berührt und steigert sich zu einem nervenzerfetzenden Drama. Dieses Buch hat Sogwirkung.Ich bin wieder einmal sehr begeistert, habe ein neues Lieblingsbuch und freue mich jetzt schon auf das nächste Buch von Vera Buck.
Ulrich 22.04.2024 amazon.de
Artisten bzw. fahrtendes Volk und sogar Behinderte, alles Charaktere, die von den Nazis nicht gern gesehen wurden. Man ist sich im Allgemeinen nicht klar darüber, wie viele Personengruppen verfolgt bzw. ausgelöscht wurden. Alles in allem also ein sehr ernstes Thema.Aber in diesem Roman kommt das alles nicht so ernst rüber. Es gibt auch unterhaltsame bzw. satirische Momente, wenn sich zu Beispiel die stärkste Frau der Welt mit Nazi-Schlägern anlegt.Ein schöneres Gedenken an die "vergessenen Artisten" als dieses Buch kann es nicht geben. Unbedingt lesenswert!!!
Yvonne Schauch 22.04.2024 amazon.de
Langweiler 1902. Das Dorf macht seinem Namen alle Ehre. Das findet zumindest der fünfzehnjährige, sensible Mathis, der nicht nur unter den Schikanen seines Vaters und seiner älteren Brüder, sondern auch an einer Bohnenallergie leidet – miserable Zukunftsaussichten für den jüngsten Spross einer Bohnenbauerfamilie. Das ändert sich schlagartig, als er auf einem Jahrmarkt Meister Bo und dessen Attraktion, einen Röntgenapparat, sieht. Für Mathis steht fest: Genau das will er auch! Weg von Langweiler, hinaus in die weite Welt – oder wenigstens das, was er sich darunter vorstellt – von Jahrmarkt zu Jahrmarkt ziehen und vor allem: den Röntgenapparat bedienen.Berlin, 1935. Nach mehr als 30 aufregenden Jahren als Schausteller ist Mathis in einer Wohnwagensiedlung in Berlin gestrandet, gemeinsam mit seiner Freundin, der „Kraftfrau“ Meta, und deren gehandicaptem Bruder. Die Zeiten sind denkbar düster für Artisten, Gaukler, Schausteller und alle, die nicht den neuen, menschenverachtenden Normen entsprechen. Die Aufträge werden rarer, die Lebenssituation zusehends prekärer, und immer öfter „verschwindet“ einer ihrer Nachbarn über Nacht, verschwindet aus ihrer Gemeinschaft, ihrem Leben – und irgendwann aus dem Gedächtnis. In dieser immer bedrohlicheren Situation beschließt Mathis, einen langgehegten Plan in die Tat umzusetzen: Er wird ein Buch schreiben, ein Buch über all jene, die schon verschwunden sind, an die man sich kaum noch erinnert – das Buch der vergessenen Artisten. Doch das ist ein gefährliches Unterfangen …Mit seinen mehr als 750 Seiten ist „Das Buch der vergessenen Artisten“ ein wahrer Wälzer – indes einer, dessen Umfang man während der Lektüre kaum merkt, so fesselnd ist die auf zwei Zeitebenen erzählte Geschichte des Schaustellers Mathis. Vera Buck nimmt sich belletristisch – will sagen: unterhaltsam, ja beinahe leichtfüßig – eines dunklen Kapitels deutscher Geschichte an, ohne dabei den ernsten Hintergrund je aus den Augen zu verlieren oder ihn gar zu banalisieren. So gelingt es ihr, die Aufmerksamkeit auf eine von den Nationalsozialisten verfolgte Personengruppe zu lenken, deren Schicksal vermutlich vielen nicht allzu präsent sein dürfte. „Das Buch der vergessenen Artisten“ entführt seine Leser*innen in eine andere Zeit, eine andere Welt, und vor allem bewirkt es genau das, was sein Titel verheißt: Es erinnert an all die vergessenen Artisten. Für mich das perfekte Buch für lange Winterabende – und ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für all jene, die gerne historische Romane lesen.
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