Ich habe bereits vor sehr sehr vielen Jahren Raymond Feist entdeckt und zuhause stehen bei mir alle 33! Bücher der Midkemia-Chroniken.Meiner subjektiven Meinung nach, gehört Feist auf dem Olymp der Fantasy-Autoren auf die höchste Stufe. Doch subjektiv wollen wir nicht. Ich fange von vorne an.Kenner des Fantasy-Genres werden sich freuen, dass es eine Neuauflage der weltberühmten Midkemia-Saga in (endlich) schickem, neuem Gewand gibt. Raymond Feist war besonders Ende der 80/90er Jahre äußerst populär, schuf er doch mit der Midkemia Saga das Grundgerüst für eine Epic-High-Fantasy-Saga, die nicht nur mehrere Zeitspannen, Generationen und auch unterschiedliche Planeten beinhaltet - er hat es geschafft, eine gewaltige Chronik mit liebens- und hasswürdigen Figuren zu entwickeln. Man erlebt mit den Protagonisten ihren Werdegang, wird ebenfalls älter und erlebt spannende Abenteuer in einer dicht besiedelten Fantasy-Welt, die auf einem klassischen High-Fantasy Setting basiert, aber spätestens mit der Nuance der "Spalte" (engl. Rifts) planetare Ausmaße annimmt.Wer zuerst glaubt, man erlebt eine klassische Fantasy-Story, wird spätestens bei den späteren Teilen der Chroniken verblüfft sein, dass man sich nicht nur auf mehreren Ländern, sondern gar Planeten bis zuletzt Ebenen der Realität bewegen wird. So etwas hat es damals nicht gegeben und gibt es meines Erachtens auch nicht.Dabei schafft es Feist eine ausgeklügelte, tiefe und verworrene Welt einzuführen, und dabei nicht so tolkiensch-trocken zu formulieren - sein Schreibstil ist verfeinert mit passenden Umschreibungen und gerade die spritzige Schreibweise macht den Inhalt und das Lesen so charmant. Man merkt gar nicht, wie schnell man von Seite zu Seite wandert und der durchweg immer spannend erzählten Handlung folgt, mitfiebert und sich am Ende fragt, wieso das Buch "schon" aufhört.Ich hoffe sehr, dass Feist vor allem in Deutschland wieder mehr Aufmerksamkeit erhält - die er absolut verdient. Leider scheiterte in meinem Auge damals der Bekanntheitsgrad außer in Fachkreisen und bei Kennern durch ein eher mäßiges bis durchwachsenes Coverdesign - dem wurde in dieser wunderschön minimalistischen und modernen neuen Cover-Art abgefunden! (Übrigens habe ich meinem Bruder direkt alle drei Bücher frisch zum Geburtstag geschenkt mit den Worten: "Damit du mal richtig gute Fantasy liest!")Ich hoffe, dass viele Leute aufmerksam werden und auch die anderen Bücher einen Neuanstrich erhalten. Nicht zuletzt deswegen, da die komplette Saga nie gänzlich ins Deutsche übersetzt wurde.Raymond Feist, die Midkemia-Saga ist eine klare Kaufempfehlung für:Fans von...- High-Fantasy- verstrickten Handlungen- Charakteren mit Tiefgang, Herz und Charme- dem Mitfiebern und -erleben des Erwachsenwerdens von Charakteren- trockenem perfekt pointiertem Humor- Magie- Fremden Welten, spritzigen Ideen, die das Fantasy-Genre auf den Kopf stellen- interstellaren Ausmaßen eines Krieges- ChronikenViel Spaß allen Fans und denen, die es noch werden wollen!
Während ich die ersten zwei Teile eher schleppend gelesen habe, weil der Funke irgendwie nicht so richtig übergesprungen ist, läuft es bei diesem Teil ganz anders. Irgendwie ist die Geschichte nun besser im Rollen, man ist vertrauter mit den Figuren, es ist spannender und die Entwicklung der Geschichte hat neue Ausmaße angenommen, was es einfach interessanter zu lesen macht. Da ich nicht der Typ dafür bin, der Mehrteiler anfängt und aufgibt hatte ich mir den dritten Teil trotz der "Langeweile" der ersten zwei Bücher auch geholt und werde jetzt zum Glück belohnt.
Der dritte Roman der Reihe hat mir bisher am besten gefallen. Mit dem Spaltkrieg und der bunten Welt von Kelewan aus der vorherigen Büchern konnte ich nicht viel anfangen. In "Gilde des Todes" gibt es keine epischen Schlachten und lange Passagen ohne Handlungsfortschritt mehr. Von Beginn an wird das Tempo aufgedreht und bleibt bis zum Schluss hoch. Aruthas Verlobte wird vergiftet und kann nur durch eine seltene Pflanze gerettet werden.Ja, die Handlung klingt erstmal nach einen Nebenquest aus einem Rollenspiel auf dem PC, aber die Hintergründe der Handlung werden erst im Verlauf des Buches immer klarer und vielschichtiger. Es geht viel um Assasssinen, Magier und eine dunkle unbeschreibliche Macht im Hintergrund. Feist hält sich nie lange an Beschreibungen von Umgebungen oder Charakteren auf, wodurch diese meist blass und austauschbar bleiben. Das Buch ist also eher was für Action orientierte Fantasyfans.