Gemacht wie ein Reiseführer, aber deutlich schöner: Das Wild Places Deutschland Buch verbindet Wissen in kompakter Form mit sehr schönen Fotos, die auf kreative Weise einladen, weiter zu recherchieren.Naturfreunde werden sicher in diesem Buch garantiert einige wunderschöne Fleckchen Erde raussuchen können, die es zu entdecken gilt.Es ist recht informativ gehalten, lässt sich aber gut lesen und stellt keine schwere Kost dar. Es gibt viele Wissenswerte Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten, Ausflugstipps und Verweise auf Websites.Ein klassisches Bildband wo sich Bild an Bild reiht, sollte nicht erwartet werden, Lesebereitschaft gehört mit dazu, aber es geht ja auch darum, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen, oder? Die Bilder sind aber natürlich absolut gut getroffen, aus Nähe und Ferne - und machen Lust auf mehr.
Bevor es mit den eigentlichen Zielen losgeht, enthält das Buch eine Art "Naturknigge". Dabei geht es um wichtige Verhaltensregeln in der Natur, wie z. B. den eigenen Müll wieder mitzunehmen oder beim Lagerfeuer und Campen auf die vorgeschriebenen Orte zu achten. Wie der Autor selbst betont, sollte das eigentlich selbstverständlich sein, in der Praxis sieht man leider immer wieder negative Gegenbeispiele.Die Reiseziele gliedern sich geographisch wenig einfallsreich in den Norden, Süden, Osten, Westen und die Mitte. Aber so findet man in der vorgestellten Deutschlandkarte immerhin schnell die Region, in die man reisen möchte und die dazugehörigen Kapitel. Jedes Reiseziel wird dann mit seinen Besonderheiten vorgestellt, dazu gibt es Hinweise zu lohnenswerten Ausflügen und immer den Verweis auf die Internetseite für weitere Infos. Die braucht man auch, denn die Kapitel sind sehr knapp und kompakt gehalten. Dadurch wird das Buch zwar handlicher und kein wuchtiger Reisebildband, aber die Infos bleiben eben auch sehr grob und an der Oberfläche.Das Buch wirbt damit, unberührte Natur "fernab des Trubels" zu präsentieren. Ob das gelingt, bleibt fraglich. Manche Orte wie die Sächsische Schweiz, die Himmelsscheibe von Nebra oder das Wattenmeer sind touristisch durchaus stark frequentiert und längst kein Geheimtipp mehr. Die Bilder, die stimmungsvolle Natur ohne Menschen zeigen, verstärken den Eindruck, an jenen Orten sähe es immer so menschenleer aus, was meiner Erfahrung nach einen Trugschluss darstellt. So bietet das Buch höchstens erste Anreize für Ausflüge in die Natur, die sich bestimmt oft lohnen. Aber dass das alles echte "Wild Places" sein sollen, wage ich zu bezweifeln.
Das Buch von Jörg Berhoff " Wild Places Deutschland Die schönsten Naturerlebnisse fernab des Trubels" Trägt einen Titel, der mehr verspricht als das Buch halten kann.Es startet mit dem Inhaltsverzeichnis, das schon mal eine erste Übersicht zum Inhalt liefert.In der Deutschlandkarte kann man dann anhand der Nummern die beschriebenen "Wild Places" finden.Im Vorwort schreibt der Autor "Deutschland abseits der großen Städte hält so manche Überraschung für Reisende bereit, die auf der Suche sind nach ursprünglicher Natur und einer Form der Wildnis, die verloren schien. "Man findet einen Naturknigge für unterwegs, Fakten und Faszinierendes , hier wird z.B. aufgeführt, dass es 3200 Brotsorten und Tausende Biersorten in Deutschland gibt.Ein netter Fakt aber was hat das mit dem Titel zu tuen?Dann kommt man zu den Orten, die der Autor vorstellt.Es beginnt mit dem Norden : Gülper See in Brandenburg, Amrum, Usedom, ..Der Osten mit dem Spreewald, Nebra, WittenbergDer Westen : Nationalpark Eifel, der Wilde Kermeter,Nideggen, Simonskall , der Autor weist darauf hin, das es dort Lebensräume für Tier-,Pilz- und Pflanzenarten gibt, deren Bestand gefährdet ist, schreibt aber wo man diese findet. Das halte ich nicht besonders gut für die dezimierten Bestände, wenn man den Standort noch verrät.Ebenso verfährt er mit den anderen Ecken Deutschlands.Beim Naturpark Rhein-Main-Taunus findet man das Niederwalddenkmal, dies ist ein Touristenanziehungspunkt, fernab des Trubels sollte man dort nicht erwarten.Das Buch bietet eine nette Zusammenstellung von Ausflugsmöglichkeiten, aber wild und ruhig sollte man bei den meisten Punkten nicht erwarten, ich kenne viele dieser Ort persönlich.Mein Fazit: Der Autor wird dem Anspruch, den man aus dem Titel "fernab des Trubels" ableiten kann, nur unzureichend gerecht.Das Buch bietet eine nette Zusammenstellungen von Ausflugsmöglichkeiten.Es habt sich nicht von vergleichbaren Büchern zum Thema abEs ist eins unter vielen.