Ich durfte für den DC Blog Deutschland (dcblog.de) diesen Band rezensieren. Vielen Dank an Panini Comics Deutschland für das bereitstellen des Rezensionmaterials.ReviewCatwomans Neuanfang in Villa Hermosa lief für sie nicht so wie erwartet. Statt eines leichten Lebens mit Diebeszügen zu genießen musste sich Selina mit einer kriminellen Familie herumschlagen. Bis auf einige kleine Unebenheiten machte dies im ersten Catwoman Band durchaus Laune und schürte Hoffnungen für qualitative Steigerung im zweiten Band. Nach nun fast neun Monaten ist es endlich soweit, dass man sich in das zweite Abenteuer von Catwoman stürzen kann.InhaltDen Auftakt des Bandes macht eine kleine Begegnung Catwomans mit einem ihrer alten Feinde bzw. Verbündeten: dem Pinguin. Wie der Klappentext es schon verrät, scheint der Pinguin an Catwomans Diensten interessiert zu sein. Doch wie so oft kann man dem Verbrecherboss nicht so recht trauen und der Verrat folgt im Watschelgang. Bis hierhin folgt die Story einem recht vorhersehbaren Verlauf, jedoch träufelt Joelle Jones ab und an schon einige Hinweise für die kommende Marschrichtung der Geschichte ein.Denn ohne die Story zu spoilern: sie nimmt eine für Catwoman unerwartete Richtung ein. Klar, man hat diebische Unternehmungen, es funkt ein wenig zwischen Figuren und überhaupt erinnert der Band in seiner Komposition an modernere Gangster-/Diebesstorys. Dabei bedient sich die Autorin zwar ein paar typischen Erzählelementen, doch das mag man ihr verzeihen. Denn Joelle Jones gelingt es zusammen mit der stark choreografierten Action einen unfassbaren Lesefluss zu kreieren, der den Leser schlicht ans Geschehen bannt. Dass dabei die eigentliche Geschichte jetzt nicht zum Comic Olymp gehören wird und die Charakterentwicklung stagniert, mag man in Kauf nehmen. Denn so eine stringent und packend erzählte Geschichte, die immer wieder durch kleinere Impulse des Settings und der Erzählweise aufgebrochen wird, ist auch was wert.Ein wenig gesondert muss man das Annual sehen, das den Abschluss des Bandes darstellt. Hier wird eine losgelöste Geschichte erzählt, in der es um Catwomans Anfangszeit in Villa Hermosa geht. Hier mag vor allem das Spiel mit verschiedenen Erzählerperspektiven zu gefallen, aber auch mit der ambivalenten Darstellung Catwomans.OptikVisuell sind dieses Mal weitaus mehr Zeichner beteiligt als im Vorgänger Band. Den Großteil des Bandes zeichnen aber Fernando Blanco und Elena Casagrande, die dem Abenteuer von Catwoman den nötigen Reiz verpassen. Die Actionszenen sind dynamisch und vielsagend inszeniert, sodass man mit einem guten Fluss durchrauscht ohne etwas zu verpassen. Abseits davon spielen die Zeichner mit Catwomans Eleganz, ihrer Wildheit und dem Aufbau ihrer Schurken, sodass unterm Strich eine solide und einheitliche Optik entsteht.FazitDie Hoffnung in „Blutopfer“ war berechtigt! Zwar vernachlässigt Joelle Jones in diesem Band ein wenig die Charakterentwicklung ihrer Protagonistin, doch das Gesamtbild überzeugt dafür. Die Elemente aus Action, Diebesabenteuer, Verrat und Intrigen sowie einer Spur Mystik kommen in einer ausgewogenen Mischung zusammen, die man so nicht erwartet hat. Wer einen unterhaltsamen Comic mit einer ansprechenden Optik sucht, sollte sich Catwoman 2 zulegen und dem Überraschungsmoment nachgeben. Belohnt wird der Blick auf jeden Fall und macht sogar Laune auf mehr!