Wusstest du, dass Menschenaffen, Elefanten, Delfine, Krähen und sogar Ameisen sich selbst im Spiegel erkennen können? Dass Delfine sich gegenseitig beim Namen rufen und noch nach Jahrzehnten an alte Freunde erinnern? Dass sich Hunde gegenseitig an der Stimme erkennen? Hättest du gedacht, dass nicht nur Säugetiere gerne spielen, sondern auch Reptilien und Fische? Wusstest du, dass Tiere wie wir Menschen einen individuellen Charakter oder bestimmte Eigenarten haben? Und dass sie logisch denken können? Wusstest du, dass Tiere wie wir Liebe, Trauer und Mitgefühl empfinden? Wenn du mehr erfahren möchtest, was die Wissenschaft in den letzten Jahren über das Verhalten von Tieren herausgefunden hat, ist das Sachbuch »Wie Tiere denken und fühlen« genau das Richtige für dich!Sicher kennst du viele Geschichten, in denen Tiere fühlen, denken und sprechen. Auch wenn das nur Geschichten sind: Der Biologe und Verhaltensforscher Dr. Karsten Brensing ist überzeugt, dass Geschichten von denkenden, fühlenden und sprechenden Tieren der biologischen Wirklichkeit oft sehr nah kommen: »Auch Tiere können sich erinnern und aus ihrer Vergangenheit lernen, sie haben Freunde und Gefühle wie wir, sie können lieben und sich streiten. Doch jede Tierart ist anders und hat andere Fähigkeiten. Selbst einzelne Tiere einer Art haben individuelle Eigenschaften. Man könnte sogar von Persönlichkeit sprechen.«Dass einzelne Tiere einer Art individuelle - also ganz persönliche - Eigenschaften haben, weiß ja eigentlich jedes Kind, oder? Wenn du eine Katze hast, weißt du, dass sie anders ist als alle anderen Katzen. Wenn du einen Hund hast, weißt du, dass er anders ist als alle anderen Hunde. Die eine Katze ist selbstbewusst und mutig, die andere scheu und schüchtern. Der eine Hund ist kinderlieb und verschmust, der andere übermütig und verspielt. Manch Hund hat schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und ist verängstigt oder aggressiv.Wenn du einen Hund, eine Katze oder ein Pferd hast oder gut kennst, dann weißt du auch, dass es dich versteht. Der Hund oder die Katze spüren, wenn du traurig oder krank bist und kommen dich trösten. Die Katze legt sich auf deinen Bauch, wenn du Bauchweh hast. Natürlich spüren der Hund oder die Katze auch, wenn du glücklich bist und zum Spielen aufgelegt und ihr habt gemeinsam viel Spaß und Freude. Und wenn dein Hund zu wild mit dir war, kommt er her und entschuldigt sich bei dir.Du bist sicher auch überzeugt, dass du mit deinem Tier sprechen kannst und dass es dich versteht. Natürlich antwortet es nicht in Menschensprache - aber es antwortet durch Laute, Gesten, Bewegungen, Blicke. Stimmt`s?»Für Erwachsene ist es selbstverständlich, dass Tiere nicht sprechen können, nicht so denken wie wir Menschen und auch nicht über sich selbst nachdenken können«, schreibt Karsten Brensing. Das liegt daran, dass die Erwachsenen es so in der Schule gelernt haben. Auch viele Lehrer wissen das nicht, weil die moderne Verhaltensforschung - so heißt diese Wissenschaft - an kaum einer Universität unterricht wird und nicht Bestandteil des Lehrplans für Biologie ist. Darum wundert euch nicht, wenn Erwachsene überrascht sind, wenn ihr ihnen erzählt, was ihr in diesem Buch über Tiere erfahren habt - oder wenn Erwachsene sogar behaupten, es würde nicht stimmen, was ihr ihnen über Tiere erzählt. Da müsst ihr viel Verständnis haben: Diese Erwachsenen meinen es nicht böse, sie wissen es einfach nicht besser!Dr. Karsten Brensing, der das Buch »Wie Tiere denken und fühlen« geschrieben hat, ist Fachmann auf diesem Gebiet: Er ist Meeresbiologe und Verhaltensforscher. Verhaltensforscher erforschen - wie der Name schon sagt - das Verhalten vonTieren (und Menschen). Und in den letzten Jahren haben Verhaltensforscher sehr viel Neues und Erstaunliches über Tiere herausgefunden. Karsten Brensing hat fast 1.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen über das Verhalten von Tieren studiert: wie Tiere fühlen und denken, wie intelligent sie sind, wie erstaunlich sie miteinander kommunizieren und dass sie echte Persönlichkeiten sind - aber das wisst ihr, wenn ihr ein Haustier oder Kontakt zu Tieren habt, sowieso schon.Über diese neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse hat Karsten Brensing drei dicke Bücher für Erwachsene geschrieben: »Die Sprache der Tiere. Wie wir einander besser verstehen«, »Das Mysterium der Tiere: Was sie denken, was sie fühlen« und »Persönlichkeitsrechte für Tiere«.Wenn die Erwachsenen also anzweifeln, was ihr ihnen an Erkenntnissen aus dem Buch »Wie Tiere denken und fühlen« erzählt, sagt ihnen, dass sie diese Bücher lesen sollen. Übrigens ist das, was Karsten Brensing in seinen Büchern geschrieben hat, so wichtig und absolut erstaunlich, dass er regelmäßig in Fernsehsendungen eingeladen wird, um darüber zu berichten, und in Interviews für Radiosendungen oder Zeitungen befragt wird.Im ersten Kapitel geht es um das Sozialleben. Und das beginnt mit Spaß und Spiel. Denn Spaß ist der wichtigste Motivator bei Tier und Mensch!»Vielleicht bekomme ich gleich Ärger mit deinen Lehrern und Eltern, denn nach diesem Kapitel wirst du darauf bestehen, dass Lernen vor allem Spaß machen muss!«, schreibt Karsten Brensing. Dazu bringt er ein Beispiel aus der Tierwelt: »Besonders jungen Hunden schaut man gerne beim Spielen zu. Sie haben offenkundig extrem viel Spaß beim Toben und man möchte am liebsten mitmachen. Tatsächlich lernen viele Tiere spielerisch wichtige Verhaltensweisen, die sie später als Erwachsene brauchen.« Das ist ja bei uns Menschen genauso. »Es sind die Überraschungsmomente, die uns motivieren, es ist die Unberechenbarkeit, die Spaß macht. Diesen Spaß haben wir mit vielen anderen Tieren gemeinsam, die dieses Gefühl ganz genauso empfinden wie wir und darum auch mit großer Ausdauer spielen.«Sicher hast du schon einmal Pferden auf der Weide oder vielleicht Kälbchen beim Spielen zugeschaut. Oder du hast in einer Tier-Dokumentation gesehen, wie drollig Fuchswelpen oder kleine Löwen miteinander spielen. Karsten Brensing berichtet, dass Forscher aus Interesse ein Hamsterrad an einem Feldrand aufgestellt haben. Und ob du es glaubst oder nicht: Freilebende Feldhamster nutzen Laufräder genauso gerne wie Hamster, die als Haustiere gehalten werden. Übrigens spielen sogar Reptilien und Fische miteinander!Wissenschaftler haben herausgefunden, dass beim Spielen bei Menschen und Tieren der gleiche Botenstoff freigesetzt wird: Dopamin. Dopamin macht uns glücklich - damit belohnt uns unser Körper für Anstrengung, die zum Erfolg führt. Dopamin wird nicht nur beim Spielen freigesetzt, sondern immer, wenn wir an etwas Freude haben: wenn wir Freude am Lernen haben, bei sportlicher Anstrengung, beim Spielen auf einem Instrument... Bei Vögeln wird übrigens Dopamin freigesetzt, wenn sie singen. Wir können also davon ausgehen, dass Tiere beim Spielen und Singen ähnlich empfinden wie wir und viel Spaß dabei haben