RezensionMeine Meinung:Auf die Fortsetzung der wunderbaren Familien Saga um die liebenswerten Protagonisten Antonella und Marco im Italien des Jahres 1833 habe ich lange gewartet und nun konnte ich meine Freude und Neugier mit dem Lesen des Print-Buches befriedigen. Schon das Vorgängerbuch *Die Tochter der Toskana* hat mich bezaubert, in eine andere Welt katapultiert, nämlich in die wilden Berge Italiens, in die Toskana und in einen Abenteuerroman, der mir zusätzlich ein für mich unbekanntes Stück italienischer Geschichte nahe gebracht hat. Das neue Buch von der Autorin Karin Seemayer ist aber auch unabhängig vom ersten Band zu erlesen.Antonella und Marco/Michele sind nun endlich glücklich verheiratet, müssen sich zwar wegen der politischen Aktivitäten von Marco ( er ist Mitglied von Mazzinis Widerstandsbewegung Giovine Italia) verstecken, finden aber bei Alessandro auf einem einfachen Weingut ein solides Auskommen. Antonella ist glücklich über ihre Schwangerschaft und hilft ihrer neuen, sympathischen Freundin Tiziana als Köchin bei ihrer Arbeit in deren Osteria. Sie kommen wunderbar mit den Menschen ihres ruhigen Lebens aus und Marco/Michele beweist, dass er auch als adeliger Sohn des vermögenden Weingut Besitzers di Raimandi sich und seine junge Frau mit harter Arbeit ernähren kann. Doch die Feinde und Freunde der politischen Vergangenheit von Marco Rossi/ Michele di Raimandi holen die jungen Leute ein und bringen beide wieder in tödliche Gefahren,,,,Der Schreibstil von Karin Seemayer ist so bunt, abwechslungsreich, informativ und bildgewaltig , dass man spielend und leicht durch die Seiten fliegt, das Leben und die Menschen der Toskana aus grosser, intimer Nähe beobachtet. Besonders haben mir in diesem Roman nicht nur die sorgfältige und liebevolle Ausarbeitung der Charaktere von Antonella und Marco gefallen, sondern auch die Darstellungen der Persönlichkeiten von Marcos/Micheles Familie di Raimandi. Durch Enrico, den sympathischen Bruder und Emilia, der reizenden Schwester mit der engelsgleichen Stimme, sowie den gestrengen Eltern der drei Geschwister, bekommt man als Leser einen sehr guten Einblick in die Gesellschaft der damaligen Toskana, seiner Weingüter und in die arbeitsreiche Welt der Wein Bauern mit den wunderbaren Olivenhainen, duftenden Kräutergärten und der fröhlichen Mentalität seiner Menschen. Die Darstellung der atmosphärisch dichten italienischen Lebensart , gewürzt mit vielen Rezepten und Beschreibungen von Bräuchen und Sitten, original italienischen Gerichten und Ausdrücken der schönen Sprache, tragen zum inspirierendem Wohlfühl Roman sehr viel bei.Für mich ist dieses Buch ein Jahres-Highlight im Genre Liebe, Unterhaltung, Abenteuer! Unübertroffen fesselnd und immer wieder neue Spannung aufbauend, konnte ich die faszinierende Reise in diese unbekannte Vergangenheit antreten und freue mich riesig auf die angekündigte Fortsetzung mit dem Titel: *Sterne über der Toskana*Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese grossartige Lektüre.Danke für dieses schöne Leseerlebnis liebe Karin Seemayer!
Toskana, 1833: Auf dem Weingut in der Toskana wollen Marco und Antonella sich ein neues, gemeinsames Leben aufbauen. Marco kann nun endlich seiner Berufung, als Winzer zu arbeiten, nachgehen. Antonella freundet sich schnell mit Tiziana, der Besitzerin der benachbarten Osteria an, und ist froh, bei ihr als Köchin und Bäckerin arbeiten zu können. Außerdem erwarten die beiden ihr erstes Kind. Doch dann taucht ihr ehemaliger Verlobter auf und droht, ihr Glück zu zerstören …Sehr gut recherchiert, entführt die Autorin den Leser auf ein Weingut in der Toskana dieser Zeit. Der Schreibstil ist sehr bildlich und anschaulich, teilweise hätte die Geschichte für mich etwas mehr Tempo haben können. Dennoch habe ich "Das Gutshaus der Toskana" in einem Rutsch durchgelesen.Zu den Charakteren: Ich weiß nicht, wer mir besser gefallen soll. Während des Verlaufs der Geschichte schwankte zwischen Antonella und Marco. Anfangs präsentiert sich Antonella als starke, tatkräftige Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Durch eine Reihe tragischer Ereignisse, die ich nicht verraten möchte, verhält sie sich immer passiver, was aber in ihrer Lage aber durchaus verständlich erscheint. Ich konnte mit ihr fühlen.Marco bestimmt zunehmend den Verlauf der Geschichte. Anfangs hielt ich ihn für einen Mann, der seinen Kopf in den Wolken trägt, anstatt Verantwortung zu übernehmen. Das ändert sich jedoch im Laufe der Geschichte, er findet seine Wurzeln und nimmt an Stärke zu, mit dem Höhepunkt gegen Ende des Romans - eine Szene mit Marco fesselte mich besonders. Diese ist, finde ich, die ergreifendste des ganzen Buches.Die Figuren wandeln sich daher glaubhaft.Sehr eindringlich und authentisch ist die Beziehung zwischen Antonella und Marco beschrieben, mit allen Höhen und Tiefen, die eine Ehe mit sich bringt. Oft konnte ich mich mit beiden identifizieren und dachte: Das läuft im echten Leben auch so …Zudem erfährt der Leser viel über die Widerstandskämpfe in Italien dieser Zeit.Fazit: Vielleicht ist das Buch insgesamt weniger spannend als der erste Teil "Die Tochter der Toskana", doch für mich lag die Faszination in der Authentizität, wie sich die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten entwickelt, wie beide für ihre Familie und ihren Besitz kämpfen. Als Leserin konnte ich mitnehmen, dass Liebe oft Zweifel und Unsicherheit mit sich bringt, das Leben oft harte Schicksalsschläge bereit hält, die es gemeinsam zu bewältigen gilt, und dass gegenseitiges Vertrauen die Basis für ein glückliches Zusammenleben ist. Mir ist es wichtig, aus einem Buch eine Botschaft für mich mitnehmen zu können. Insofern hat mich der zweite Teil der Reihe fast noch mehr begeistert als der erste.
Toskana, 1833: Mehrere Wochen sind seit den dramatischen Ereignissen in Genua vergangen. Marco und Antonella konnten nach ihrer heimlichen Hochzeit gerade so fliehen und leben nun zurückgezogen auf einem kleinen Weingut in der Toskana. Doch die Schatten der Vergangenheit holen sie bald wieder ein ..."Das Gutshaus in der Toskana" stammt aus der Feder von Karin Seemayer und ist der zweite Band ihrer historischen Toskana-Saga. Leider fällt die Fortsetzung etwas schwächer aus und konnte mich nicht mehr ganz so begeistern wie der Auftakt.Denn die Handlung dreht sich hauptsächlich um Weinanbau, Guts- und Eheprobleme, verläuft bedeutend ruhiger und wirkt zum Teil auch etwas konstruiert. Es gibt zwar ein paar spannende, dramatische und bewegende Momente und das Ganze ist durchaus unterhaltsam, doch der Auftakt hat mich einfach mehr mitgerissen.Trotzdem habe ich Marco und Antonella wieder gerne begleitet. Ein schönes Paar, mit dem wir auch hier ein paar romantische Momente erleben. Die historischen Hintergründe rund um Giovine Italia und die Carbonari sind auch wieder interessant. Schade nur, dass wir von Antonellas Familie nichts weiter erfahren.Mit dem Epilog findet die Geschichte dann einen schönen Abschluss. Im nächsten Band der Toskana-Saga "Sterne über der Toskana" machen wir dann einen Zeitsprung ins Jahr 1858 und zum Zweiten Unabhängigkeitskrieg. Ich bin gespannt!Insgesamt kann ich daher "Das Gutshaus in der Toskana" trotz kleinerer Abstriche empfehlen. Die Fortsetzung bietet gute Unterhaltung, reicht aber nicht ganz an den Vorgänger heran. 4 Sterne von mir.