"Ein vielschichtiges Buch über die schillerndste Tochter Thomas Manns." Brigitte Glaser New York, 1936: Erika hofft darauf, mit ihrem politischen Kabarett die Amerikaner für den Kampf gegen Hitler zu gewinnen. Dann lernt sie im Kreis der europäischen Exil-Künstler einen Mann kennen, der ihr mehr bedeutet, als sie jemals für möglich gehalten hätte - den Arzt und Lyriker Martin Gumpert, der fasziniert ist von ihrer Stärke und Unabhängigkeit. Bald muss sie sich entscheiden: Ergreift sie die Chance, sich als Kämpferin für Frieden und Freiheit zu etablieren, oder setzt sie ihr persönliches Glück an erste Stelle? Die bislang unbekannte Liebesgeschichte einer großen Frau, die sich in einer düsteren Epoche behaupten muss
Bewertungen & Erfahrungen
4,2 von 5
6 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion27.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine faszinierende und tiefgründige Reise durch die Welt von Erika Mann und bietet eine wunderbare literarische Erfahrung. Ich empfehle es jedem, der an komplexen menschlichen Beziehungen und historischem Kontext interessiert ist.
Redaktion27.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein faszinierendes und vielschichtiges Buch über Erika Mann, das einen tiefen Einblick in die Welt der schillernden Tochter Thomas Manns bietet. Die Darstellung ist sehr lebendig, weist aber aufgrund des Alters des Buches leichte sprachliche Besonderheiten auf.
Die Manns haben mich immer schon interessiert, aber zugegeben von Erika wusste ich nicht viel, außer, dass sie eine enge Beziehung zu ihrem Bruder hatte und sich um den Nachlass ihres Vater gekümmert hat.Durch diesen einfühlsamen und spannenden Roman habe ich Erika Mann nun von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Der Roman konzentriert sich auf die ersten 15 Monate im amerikanischen Exil, weil das ein wichtiger Wendepunkt in Erikas Leben ist. Nach dem Scheitern ihres Kabaretts beschließt sie, als politische Rednerin und Autorin weiterzumachen, um vor allem die Amerikaner für den Kampf gegen Hitler, Nazi-Deutschland.Gleichzeitig kann man tief in ihr Privatleben eintauchen (ohne, dass man sich je wie ein Voyeur fühlen müsste!):Wie sie nach dem Ende ihrer langjährigen Beziehung zu Therese Giehse eine Beziehung zu Martin Gumpert eingeht- von dem ich bis dahin noch nie gehört hatte- , einem jüdischen Arzt, Emigranten und Schriftsteller, den Thomas Mann sehr schätzte und der ihn letztlich dazu überredete, nach 1945 Deutschland wieder zu besuchen.Besonders gut gefallen haben mir auch die Schilderungen der Emigrantenszene in New York. Unglaublich, wer hier alles wen kennt, wer mit wem zusammenarbeitet: Menschen wie z.B. Billy Wilder, Vicki Baum, Ernst Toller geben sich die Klinke in die Hand.Für mich ist neben dem Lesegenuss an sich wieder ein großes Plus, dass Heidi Rehn perfekt recherchiert, aber ihre Romane niemals mit unnötigem Ballast überfrachtet.Ein Lesemuss nicht nur für Mann-Fans, oder Leserinnen, die starke Frauen mögen, sondern für alle, die Lust haben, Geschichte zu erleben.
Ein Buch aus einer programmatischen Reihe von Romanen, die sich mit dem Leben bekannter Frauengestalten aus dem künstlerisch- literarischen Bereich befassen, unter besonderer Beachtung ihrer Gefühlswelten und dem Widerstreit mit Ihren wahren Intensionen: Das ist nicht von vorneherein die Literaturgattung, mit der ich mich vorzugsweise beschäftige. Ein Roman über Erika Mann allerdings hat mich doch gereizt, auch weil zu Ihrem Leben bislang wenig belletristisches auf dem Markt ist.Trotz meiner kritischen Voreinstellung diesem literarischen Genre gegenüber: Heidi Rehn hat es geschafft, ein plausibles Bild von Erika Mann zu zeichnen. Gut recherchiert sind Ereignisse und Hintergründe zu einem kurzen Zeitraum, dem Eintreffen von Mann in den USA und Ihrer beginnenden Emigrantenzeit."Die Tochter des Zauberers" - dieser Titel weist schon auf ein Grundthema im Charakter der Ersten in der Geschwisterreihe der Kinder von Thomas Mann hin. Sie - Erika - ist immer und überall die Tochter, die Stellvertreterin des großen Übervaters und Nobelpreisträgers. Dabei ist sie ( noch dazu eine Frau - in der damaligen Zeit) eine starke, eigenständige Persönlichkeit mit großen Ambitionen, die in Sachen Widerstand gegen die Nationalsozialisten in Deutschland sogar ihren Vater an die Hand nehmen muss und ihn zu eindeutiger Stellungnahme bringt.Heidi Rehn schildert eine junge Frau in ihren frühen 30ern, herausgerissen aus ihrem europäischen, großbürgerlichen Umfeld, hineingeworfen in ein New Yorker Emigrantenmilieu. Verantwortlich für eine Schar von gestrandetem jüdischen Literaten und Künstlern, engst verbunden mit ihrem labilen und drogenabhängigen Bruder Klaus, innerlich hin und hergerissen zwischen verschiedensten Liaisons mit Männern und Ihrer Geliebten Therese Giehse, verfolgt Erika Mann ihr großes Ziel: Sie will die amerikanische Öffentlichkeit darüber aufklären, was sich tatsächlich jenseits des Atlantik in Deutschland und Europa abspielt. Die USA sollen begreifen, daß Nationalsozialismus in Deutschland und der Faschismus in ganz Europa auch Amerika und die ganze Welt bedrohen. Vom Kabarett (der "Pfeffermühle") bis zur Rede in "Madison Square Garden" vor tausenden Zuhörern, von der Überzeugungsarbeit in Kaffeekränzchen bis zum Besuch bei der Gattin des US-Präsidenten, all das schiebt sie extrem fokussiert an.Dies Spannung zwischen der zielbewussten Tatkraft nach außen, und den Zweifeln und der inneren Zerrissenheit schildert Heidi Rehn sehr eindringlich. Leider geraten manchmal die Liebesszenen und -händel einerseits und die Streitigkeiten mit der Giehse etwas zu ausführlich. Wohl ein Zugeständnis an eine Leserschaft, die sich davon angesprochen fühlt.Noch ein kleines Manko: "Die Tochter des Zauberers" ist ein eher beschreibender Roman. Die Erika Mann in der Erzählung erlebt nicht und erfährt nicht eigentlich, sie wird in ihrem Erleben und Erfahren beschrieben. Das macht den Text über weite Strecken etwas trocken, wirkt hölzern.Trotzdem: wen das Thema interessiert und wer sich bewusst auf das Genre einlässt, dem rate ich gerne zu diesem Roman. Er ist keine Große Literatur, aber gut recherchiert, interessant zu lesen und hinterlässt ein Gefühl der Zufriedenheit.
Ich habe schon mehrere Bücher dieser Reihe gelesen und dieses war das bisher schwächste. Es wird hier eine relativ kurze Zeit aus dem Leben von Erika Mann beschrieben, die hauptsächlich in New York stattfindet. Das anfängliche Interesse an der Geschichte flacht schnell ab durch die immer häufiger werdenden Wiederholungen der Alltagsroutine von Erika Mann, die sich über viel zu viele Seiten zieht. Ich musste mich regelrecht zwingen, das Buch zu beenden. Es hat mich aber dazu angeregt, in manchen Bereichen noch weiter zu recherchieren und das eine oder andere Buch von ihr/über sie und weitere Familienmitglieder zu kaufen. Diesmal hoffentlich spannender.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.