Im zweiten Teil ihrer autobiographischen Kopenhagener Trilogie „Jugend“ schildert Tove Ditlevsen – auch vor dem Hintergrund der 30-iger Jahre - ihre Emanzipation und Loslösung vom Elternhaus und die konsequente Verfolgung ihres Traums Schriftstellerin zu werden und Ihr erstes publiziertes Buch in Händen zu halten. Auch dieser Band ist in einer knappen, fast einfach zu nennenden Sprache geschrieben, die aber von Beginn an fesselt. Die Lobeshymen, die dieser Neuauflage (erschienen im Aufbau Verlag) erhielt, sind durchaus nachvollziehbar und gerechtfertigt.
In diesem Mittelteil der Trilogie geht es ums Erwachsenwerden.Tove emanzipiert sich von ihrem Elternhaus und versucht, auf eigenen Beinen zu stehen. Dabei möchte sie eigentlich am liebsten nur Gedichte schreiben, nur kann man leider davon nicht leben.Erste Liebe, erster Job, erste schriftstellerische Erfolge zum beginnenden Weltkrieg, der auch in Dänemark Wellen schlägt, all das erzählt Tove Ditlevsen in ihrem unnachahmlichen Stil, offen, nichts beschönigend, eindringlich, anrührend.Und auch wenn nichts Weltbewegendes passiert, liest man doch gebannt diesen wundervollen Text voll Atmosphäre und Poesie. Vielleicht ist es sprachlich die Spur schlichter als der erste Teil, lesen muss man es trotzdem.Ich bin beeindruckt. Fast möchte ich anfangen, Gedichte zu lesen.