Sebastião Salgado hat seit Anbeginn seiner Laufbahn in Afrika gearbeitet. Seine erste Reportage in Niger entstand in den 1970er Jahren, damals berichtete er von den Unabhängigkeitskriegen in Angola, Mosambik und Spanisch-Sahara. Seither hat er Katastrophen fotografiert, die Afrikas Bevölkerungen ereilten, die Dürre in Äthiopien, Sudan und Tschad, den Völkermord in Ruanda, Tausende von Flüchtlingen zusammengepfercht in notdürftigen Lagern, auf den Straßen verhungernd, verdurstend oder dahingerafft von Epidemien. Er fotografierte die Afrikaner aber auch bei Ackerbau und Fischerei und porträtiert e jene, die nach langen Jahren des Exils in ihre Heimat zurückkamen. In jüngerer Zeit ist Sebastião Salgado nach Afrika zurückgekehrt, um den Stolz und die Schönheit dieses Kontinents in Bildern festzuhalten: die Dünen und das Volk der Himba in Namibia, die Dinka im Süden Sudans, die in den Bergen lebenden Gorillas und das Virunga-Gebiet mit seinen Vulkanen in Ruanda, der demokratischen Republik Kongo und Uganda. Die Aufnahmen sind Teil des laufenden Projekts Genesis - fotografische Serien in Schwarzweiß von Landschaften, Fauna, Flora und menschlichen Gemeinschaften. Diese Arbeit ist angelegt als eine Erforschung der noch im Urzustand befindlichen Natur.
Bewertungen & Erfahrungen
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Redaktion26.05.2026
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Dieses Produkt ist eine fantastische Darstellung von Sebastião Salgados beeindruckender Arbeit in Afrika und ein Muss für alle Fans von Auto-Tuning und Styling. Die Tiefe und die Geschichte, die diese Bilder vermitteln, sind wirklich außergewöhnlich.
30 Jahre lang hat der Fotograf Sebastiao Salgado zahlreiche Länder Afrikas bereist und die "verschiedenen Afrikas" fotografiert. Doch schnell wird deutlich und sein Vorwort-Texter, der Schriftsteller Mia Couto aus Moçambique, bringt es auf den Punkt: "Der Brasilianer hat nicht Orte besucht, er ist zu den Menschen gereist." Salgado war unterwegs, während der Hungerkatastrophen in der Sahelzone und während des Völkermords in Ruanda. Später hat er sich der Natur, den Naturvölker und den Tiere gewidmet. So ist ein einzigartiges Panorama entstanden. Es sind schlichte schwarz-weiß Bilder, die sich in ihrer eigenen Sprache und Tiefe über die einzelnen Seiten legen und Salgados Erfahrungen zeitlos und allgemeingültig in Szene setzen.Alle Interessenten sollten sich darüber im Klaren sein, dies ist kein Werk, welches das ganze Afrika in Bildern festhält. So schreibt Couto unter anderem: "Diese Fotografien erheben nicht den Anspruch, den so genannten "realen" Kontinent zu finden, sondern sie wollen Zeichen der Komplexität und tiefgreifender Ambivalenzen aufdecken, die die verschiedenen Afrikas kennzeichnen." Es ist Salgados Blick auf das, was viele Menschen Afrikas vereint: Eine Wunde aus unbeschreiblich schöner Natur und dem Elend im postkolonialen Afrika. Dürre, Hunger, Tod, Flucht, aber auch Würde und Menschlichkeit sowie Natur und Tiere sind die Themen Salgados eigens selektierter Komposition.Deswegen sollten alle Interessenten sich aber noch über etwas Weiteres im Klaren sein. Die schwarz-weiß Bilder sind schön und würdevoll, aber teilweise extrem grausam. Salgado sagte einmal in einem Interview, er sei während seine Reisen nicht einfach Fotograf gewesen, er war einer dieser Menschen seiner Fotografien und lebte unter ihnen. Es hatte ihn krank gemacht, was er lebte und fotografierte. Sebastian Salgado stieß an die Grenzen seiner eigenen Psyche und beendete zunächst die Projekte. Dies soll Sie als Interessent an dieser Stelle nicht abschrecken, sondern Ihnen etwas Verdeutlichen: den Wert des Werkes. Sein jüngstes Werk "Genesis" zeugte dann nämlich vom Gegenteil: Natur, Tiere, Harmonie. Er kehrte zum Urzustand der Welt zurück und dokumentierte in atemberaubenden Bildern die Schönheit unseres Planeten. Teile des Genesis-Projekts in Bezug auf Afrika sind ebenfalls im vorliegenden Band enthalten. So enthält das Werk "Africa" neben den Grausamkeiten auch etwas Heilsames - vielleicht Salgados Heilung und Versöhnung mit dem Kontinent selbst."Africa" ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Kunstwerke über Afrika. Salgados Blick auf Afrika und dessen Spaltung in Schönheit und Leid ist würdevoll, trotz der Tragödien, trotz tiefbewegender Bilder. Es gibt nichts Vergleichbares. Seine Bilder gingen zurecht um die Welt, denn "Sebastiao Salgado besuchte Afrika in der Zeit der Tränen und des Kristalls der Hoffnung," wie es Mia Couto im Vorwort formuliert. Tränen und Hoffnung - warum soll ich andere Wörter hervorzaubern, wenn sie die schwarz-weiß Fotografien doch so präzise beschreiben?
Vorweg zur Einschätzung meiner Bewertung: Ich bin ein großer Bewunderer von Sebastiao Salgado. In meinem Regal stehen schon die Bände "Genesis", "Africa", "Workers" und "Children". Salgado hat eine eindrucksvolle Bildsprache, die kontrastreichen Schwarzweiß-Aufnahmen, die gleichzeitig so analog und doch so scharf und modern wirken, begeistern mich sehr.In der Salgado-Doku "Das Salz der Erde" von Wim Wenders begegneten mir erstmals die Bilder der brennenden Ölquellen aus Kuwait im Jahr 1991. Salgado hatte sie in in seinem Bildband "Workers" veröffentlicht. Ich war so fasziniert, dass ich danach direkt auf die Suche nach einem bezahlbaren Exemplar des Bildbandes ging, den es leider nicht von Taschen, sondern nur vom amerikanischen Verlag Aperture gibt.Als ich den Bildband in den Händen hielt, war ich etwas enttäuscht. Zwar ist "Workers" ein faszinierendes Fotoepos, aber von den gesuchten Bilder aus Kuwait hatten es nur wenige in das Buch geschafft.Umso begeisterter war ich jetzt, dass Salgado diesem besonderen Fotoprojekt ein eigenes Buch widmet. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Bilder aus Kuwait sind nicht nur eindrucksvoll, sie sind auch selbst in Salgados Werk etwas sehr Besonderes: Die Welt der brennenden Wüste von Kuwait ist völlig zeitlos. Sie wirkt dystopisch - Salgado beschreibt sie im Vorwort als "dantesk" - und könnte ebenso Kulisse eines Science Fiction-Filmes sein (die Welt von "Mad Max" wirkt harmlos dagegen...), oder eben auch eine Höllenkulisse in einer modern interpretierten Oper. So schlimm die Ereignisse damals waren, Salgado hat aus diesem Inferno ein Kunstwerk gemacht, wenn auch ein Verstörendes. In Mitten des Chaos hat er die Muße gefunden, perfekte Bildkompositionen zu schaffen. Die Protagonisten der Serie sind die Feuerwehrleute aus aller Welt, die durch übermenschliche Anstrengungen im Laufe der Monate alle 600 Ölquellen gelöscht und abgedichtet haben. Sie wirken auf den Bildern mal mutig, fokussiert, heroisch, aber auch dreckig und völlig erschöpft. Salgado hat sie mit diesen Bildern zu den Helden erklärt, die sie sicherlich auch waren, und ihnen ein Denkmal gesetzt.Das Buch hat eine hohe Druckqualität, die Bilder werden super wieder gegeben.Der langen Rede kurzer Sinn: Von mir eine klare Kaufempfehlung!
Book shipped on time and came in new condition. Wonderful, powerful photographs. The multi language edition has english/german/etc all in the same book, not what I expected, but it works out well.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.